Für jeden Hauttyp

Wie pflege ich ein frisch gestochenes Tattoo richtig?

Mann cremt sein Tattoo ein
Kunstwerk für ein ganzes Leben? Bei einem frischen Tattoo gibt es bei der Pflege einiges zu beachten, damit die Haut sich vom Stechen wieder erholen kann.
Foto: STYLEBOOK Redaktion

Ein Tattoo soll ein Leben lang halten – so zumindest der Plan. Damit es aber über die Jahre tatsächlich ein Hingucker bleibt, ist die Pflege des frisch gestochenen Kunstwerks sehr wichtig: Wer hier nachlässig ist, riskiert nicht nur Entzündungen, sondern auch ein unschönes Endergebnis.  

Mittlerweile gibt es auf dem Markt zahlreiche Cremes, die einen schnellen und schmerzfreien Heilungsprozess versprechen. Aber welche sind wirklich geeignet? Wir haben mit Tätowierern gesprochen und sie nach ihren Empfehlungen gefragt. In einem Punkt sind sich alle einig: Weil jeder Hauttyp anders reagiert, sollte die richtige Pflege immer individuell angepasst werden.

Zu fettige Wundcremes nicht empfehlenswert

Max Langdorf, Shop-Manager des Berliner Tattoostudios Bläckfisk, rät vor allem von sehr reichhaltigen Wundcremes ab: „Salben sind meistens zu fettig und verstopfen die Poren. Eine richtige Tattoocreme ist da besser, wobei es sich empfiehlt, keine Produkte auf Paraffinbasis zu benutzen.“ Diese seien einfach nur eine bessere Form der klassischen Vaseline, erklärt er STYLEBOOK. Und die kleistere die Wunde einfach nur zu, anstatt sie abheilen zu lassen.

Für den Heilungsprozess benötige die Wunde aber Sauerstoff, andernfalls werde das Abheilen verlangsamt und es drohen nicht nur Entzündungen, sondern auch das Tattoo könne langfristig Schaden nehmen. Der Grund: Mit der Wundflüssigkeit werden immer auch Farbpigmente abgesondert. Heilt die Stelle zu langsam ab, lösen sich immer mehr Pigmente heraus, was zu Unregelmäßigkeiten und weißen Flecken führen kann.

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Wasser oder Cremes mit Dexpanthenol

Isabell Knieling vom „Studio Berlin Ink“ bestätigt das auf STYLEBOOK-Nachfrage: „Zu fettige Pflege oder ein zu dickes Auftragen von Cremes kann das Tattoo nachhaltig beeinträchtigen. Die Nachpflege macht schätzungsweise bis zu 60 oder 70 Prozent des Endergebnisses aus.“ Sie rät außerdem dazu, nur lauwarmes Leitungswasser zur Reinigung zu verwenden und die Stelle nur mit sauberen Händen anzufassen.

In einem anderen Berliner Studio rät man hingegen zu Cremes mit dem Wirkstoff Dexpanthenol. Durch die entzündungshemmenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften seien diese am besten zur Pflege geeignet sei. Allerdings solle man immer darauf achten, die Creme nicht zu dick aufzutragen.

Eignen sich Kokosöl und Sheabutter für frische Tätowierungen?

In den letzten Jahren hat sich innerhalb der Szene ein viel diskutierter Trend entwickelt: Kokosöl und Sheabutter bewirken laut Aussage einiger Tattoo-Fans angeblich Wunder, andere wiederum halten die Kombi für wirkungslos. Tatsächlich konnten Studien eine entzündungshemmende Wirkung von Kokosöl nachweisen. Allerdings fällt dieser positive Effekt wohl eher gering aus, und die langfristigen Auswirkungen sind noch weitestgehend unbekannt.

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Max Langdorf und Isabell Knieling berichten zwar von durchweg positiven Erfahrungen mit den natürlichen Fetten, allerdings würden diese meist nicht direkt nach dem Stechen benutzt, sondern für die langfristige Pflege verwendet. Für ein frisch gestochenes Tattoo empfiehlt Langendorf spezielle Tattoocremes auf Sheabutter- und Kokosölbasis.

Auch andere Tätowierer raten von Kokosöl als Pflege für frische Tattoos ab, da es für die Wundversorgung zu fettig sein könnte.

Richtige Pflege auch von der Tattoo-Technik abhängig

Am besten ist es aber, die Pflege direkt mit dem Tätowierer abzusprechen, denn oftmals beeinflusse auch die beim Stechen angewandte Technik den Heilungsprozess und die anschließende Pflege.

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Wie lange darf ich mit einem frischen Tattoo nicht in die Sonne?

Direkt nach dem Stechen müsse direkte Sonneneinstrahlung für mindestens einen Monat komplett vermieden werden, erklärt Max Langdorf. Deshalb sei es auch empfehlenswert, sich im Winter tätowieren zu lassen. Und da Sonnencreme, am besten ab Lichtschutzfaktor 50, generell den Prozess der Hautalterung verlangsamt, sorgt sorgfältiges Eincremen auch dafür, dass das Kunstwerk im Laufe der Jahre weniger schnell verblasst und an Form verliert. , bringt es Experte Langdorf auf den Punkt.

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Der Grund für nachträgliche Veränderungen in der Farbgebung ist meistens auch dem jeweiligen Hauttyp geschuldet, denn mit der Zeit bilden sich über der Tätowierung wieder neue Hautschichten. Je nachdem, welche Hautfarbe und -beschaffenheit (trocken, fettig etc.) man hat, legt sich dieser Farbton dann über die tätowierte Stelle und kann die Farben im Laufe der Zeit minimal verändern.