Expertinnen-Rat

Akupunktur, Achtsamkeit – was Frauen mit Kinderwunsch helfen kann

Frau bei der Akupunktur
Akupunktur, Achtsamkeit, Yoga – es gibt diverse Dinge, die bei einer gewünschten Schwangerschaft unterstützend wirken können
Foto: Getty Images

Manchmal lässt eine Schwangerschaft lange auf sich warten, obwohl zunächst keine körperlichen Ursachen gefunden werden. STYLEBOOK erklärt, welche alternativen Methoden jetzt unterstützend zur regulären Kinderwunschbehandlung helfen können.

Die Hormonwerte sind in Ordnung und auch das Spermiogram des Mannes ist unauffällig. Warum will es dennoch mit der Schwangerschaft nicht klappen? Tatsächlich können auch Kopf und Unterbewusstsein eine große Rolle spielen – innere Blockaden, tief sitzende, mitunter verborgene Unsicherheiten, Druck und Verzweiflung. Und auch wenn es kaum aussagekräftige Studien dazu gibt, wie und ob Stress die Fruchtbarkeit negativ beeinflusst, erleben Kinderwunsch-Ärztinnen und -Ärzte immer wieder, dass neben den gängigen Methoden alternative Verfahren begleitend – also ergänzend zu den schulmedizinischen Verfahren – durchaus wirksam sein können.

Akupunktur bei Kinderwunsch

Akupunktur kann nachweislich die Fruchtbarkeit fördern, das belegen diverse Studien. Bei der Praktik aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden extrem feine Nadeln völlig schmerzfrei in bestimmte Körperregionen gestochen mit dem Effekt, dass durch die Reizung wichtiger energetischer Punkte stressmindernde Hormone ausgeschüttet werden, die sich wiederum positiv auf die Funktion der Eierstöcke auswirken können. Klingt esoterisch, ist aber mittlerweile wissenschaftlich gut belegt: Nach und nach wird das energetische Gleichgewicht wieder hergestellt und alles kommt sprichwörtlich in den Fluss. Im asiatischen Raum, wo Akupunktur ganz selbstverständlich ist, beschreiben Studien eine höhere Geburtenrate. Und das gilt nicht nur für die Frau, auch die Spermienqualität kann sich nach einigen Sitzungen weiter verbessern.

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Traditionelle chinesischen Medizin bei Kinderwunsch

So genannte „Storchentees“, die mit allerlei Kräutern wie Frauenmantel oder Rosmarin versetzt sind, sollen laut Hersteller die Gebärmutter reinigen und so empfänglicher für Befruchtung und Einnistung machen. Manchmal kann das sprichwörtliche Abwarten und Teetrinken tatsächlich Wunder wirken, doch die Studienlage legt nahe, dass es ziemlich egal ist, zu welchem Heißgetränk gegriffen wird. Anders sieht es mit Kräuter-Mischungen aus der TCM aus: Hier gibt es Untersuchungen, die aufzeigen, dass eine von Experten zusammengestellter Arznei-Tee nachweisbar die Fruchtbarkeit besonders bei Frauen im fortgeschrittenen Alter fördern kann. Das Gleiche gilt für Thai-Chi, Qigong und traditionelle chinesische Heilmassagen beziehungsweise Ernährungslehren, die besagen, man solle vor allem auf kalte, breiige Speisen wie Sahne, Quark oder süße Joghurts verzichten. Es gibt Hinweise, dass zu viel davon Spermien und Eizellen träge machen können.

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Yoga bei Kinderwunsch

Yin-Yoga, Hormon-Yoga oder auch Luna-Yoga sind althergebrachte, sehr sanfte Bewegungsabläufe, die sich vor allem nach den Bedürfnissen des weiblichen Körpers richten, das Becken stärken und die Gebärmutter quasi von Innen massieren sollen. Auch hier spricht die Studienlage eindeutig dafür, dass regelmäßige Yoga-Sessions wirken. Warum das im Detail so ist, gilt als noch nicht vollständig geklärt, doch kann beobachtet werden, dass sich nicht nur das allgemeine Wohlbefinden verbessert und man dadurch wesentlich entspannter durchs Leben geht, auch bei Frauen mit unregelmäßigen Hormonwerten pendelt sich vieles wieder ein. Letztendlich sind die zwanzig Minuten bis eine Stunde, die man sich selbst und dem eigenen Körper widmet, ein wichtiger Akt der Selbstliebe und das hilft wiederum, sich fallen zu lassen und Nervosität abzubauen.

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Hypnose, Therapien und Achtsamkeit

Kinderwunsch-Expertinnen erleben immer wieder, dass Paare auf ganz unterschiedlichen Wegen zu ihrem Glück kommen. Bei einigen helfen tiefen entspannende Hypnosebehandlungen, bei anderen der Besuch von Selbsthilfegruppen oder eine tägliche 20-Minuten-Meditation. Je belastender der unerfüllte Kinderwunsch für das Paar ist, desto wichtiger ist es, sich seelische Unterstützung zu holen. Entspannung und Selbstfürsorge ist also das A und O, um Eltern in Spe zu werden – und auch dann noch wichtig, wenn die Entscheidung fällt, weitere Maßnahmen wie Insemination oder künstliche Befruchtung anzugehen.

Fachliche Beratung durch Dr. Anne-Sophie Fleckenstein und Dr. Antje Mainka, Gynäkologinnen, Kinderwunsch-Expertinnen sowie Autorinnen des Buches „Endlich schwanger – alles über den Kinderwunsch und die Empfängnis“.