Das sagt der Experte

Nabelbruch in der Schwangerschaft – gefährlich oder ganz normal?

Bauchnabel schwanger
In der Regel sind Nabelbrüche während der Schwangerschaft harmlos
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Wenn sich der Nabel während der Schwangerschaft nach außen wölbt, handelt es sich in der Regel um einen so genannten Nabelbruch. Das klingt erst einmal wesentlich dramatischer, als es ist. Wir haben mit einem Experten gesprochen, was werdende Mütter über die Veränderung am Bauch wissen sollten.

Die Schwangerschaft schreitet voran, der Bauchumfang nimmt zu und plötzlich – plopp – steht der Nabel hervor. Das kleine „Knöpfchen“ entsteht meist gegen Ende der Schwangerschaft und ist in der Regel schmerzlos. Der Grund: Die Bauchdecke dehnt sich und mit ihr die Bauchmuskeln, es entsteht eine Lücke, durch die sich der eigentlich innenliegende Bauchnabel in Form eines sogenannten Bruchsacks nach außen schiebt. Das in der medizinischen Fachsprache auch als Nabelhernie bezeichnete Phänomen kommt vor allem bei Frauen mit schwächerem Bindegewebe vor.

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Ein ganz natürlicher Vorgang

„Das ist ein natürlicher Vorgang und kein Grund zur Sorge“, weiß der Hamburger Gynäkologe Prof. Eckhard Goepel. „Vorbeugende Maßnahmen gibt es nicht. Er verschwindet meist spontan oder durch gute Rückbildungsgymnastik nach der Geburt.“ Es besteht also weder für die werdende Mutter noch für das Baby im Bauch Gefahr. Wird der hervorstehende Nabel allerdings als störend empfunden, rät der Arzt im Bedarfsfall zu einer kleinen Bandage.

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Bei Schmerzen und Verfärbung sofort zum Arzt

Das könnte nämlich ein Hinweis darauf sein, dass sich Darmgewebe eingeklemmt hat und dadurch die Durchblutung gestört ist. „Im schlimmsten Fall muss sofort operiert werden“, so der Gynäkologe. Eine Situation, die zum Glück aber nur sehr, sehr selten eintrete, gibt der Mediziner aber gleichzeitig Entwarnung.