Expertin klärt auf

Müssen Brustimplantate wirklich ausgetauscht werden?

Silikongel-Implantate
Silikongel-Implantate sind heutzutage qualitativ hochwertiger — aber auch diese müssen irgendwann ausgetauscht werden
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Brustvergrößerungen sind für Schönheits-Chirurgen längst zur Beauty-OP-Routine geworden. Doch das Einsetzen von Implantaten bedeutet auch, dass die Fremdkörper nach einem gewissen Zeitraum ersetzt werden sollten. Warum eigentlich? Und wann genau? STYLEBOOK fragte bei einer Expertin nach.

„Implantate sollten nach zehn Jahren ausgetauscht werden“ – eine Aussage, die man immer wieder hört. Aber stimmt das wirklich? Rund um eine Brustvergrößerung gilt es, eine Menge Fragen zu beantworten, darunter auch die Frage nach der Haltbarkeit der Silikonkissen. Denn obwohl Implantate heutzutage eine sehr stabile Hülle haben und mit Silikon-Gel (also nicht mehr mit flüssigem Silikon) gefüllt sind, muss in der Regel irgendwann ein Austausch stattfinden. Zu Risiken und möglichen Folgebehandlungen befragte STYLEBOOK Dr. Ute Bergander, Fachärztin für plastische und ästhetische Chirurgie.

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Worüber muss ich mir vor der Brustvergrößerung bewusst sein?

„Man sollte sich bei der OP darüber im Klaren sein, dass später eventuell Folgekosten entstehen können – durch den Wechsel der Implantate, aber auch durch die MRT-Untersuchung, die die Krankenkasse nicht zahlen muss“, erklärt die Medizinerin. Zudem weist sie daraufhin, dass eine Mammographie mit Implantaten nicht immer gut möglich ist.

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Wie lange halten Implantate?

„Die heutigen, hochwertigen Implantate weisen eine längere Haltbarkeit auf“, stellt die Ärztin klar. Die gestiegene Qualität bedeute, „dass sie ohne Probleme zwischen 10 und 20 Jahren im Körper bleiben können“. Trotzdem empfiehlt sie den Patienten, sich nach 10 bis 15 Jahren einer Kontrolle beim Operateur zu unterziehen. Allerdings könne auch ein Gynäkologe den notwendigen Ultraschall oder ein MRT durchführen. Bergander: „Diese Untersuchungen sollte man im Idealfall circa 10 Jahre nach der OP machen lassen. Wenn dabei nichts besonders auffällt und auch keine Probleme entstanden sind (Verhärtungen, Schmerzen, Verformungen), ist ein Wechsel auch weiterhin nicht notwendig“, so ihr Rat — „spätere Nachkontrollen vorausgesetzt.“

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Silikon

Dass Implantate platzen und auslaufen, sei heutzutage sehr unwahrscheinlich, so die Expertin
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MUSS ich zusätzliche Kosten einplanen?

Hier gibt die Chirurgin vorsichtig Entwarnung: „Pauschal muss man diese zusätzlichen OP-Kosten nicht mit einplanen, da die zusätzlichen Eingriffe ja nicht zwangsläufig vorgenommen werden müssen. Aber natürlich kann man nicht immer alles vorhersehen.“ Da die Kosten immer individuell zu betrachten sind, lasse sich dies auch nicht pauschal einschätzen.

Über welche Risiken sollte ein Arzt informieren?

Das ein invasiver Eingriff und der Einsatz eines Fremdkörpers Risiken birgt, dürfte jedem klar sein. „Generell sollte man auf seinen Arzt hören, der eventuell vor bestimmten Risiken warnt oder auch von besonders großen Implantaten abrät. Deren Einlage bringt ein erhöhtes Risiko mit sich, wenn die Voraussetzungen nicht günstig sind.“

Wann sollte man seine Implantate wechseln?

 Medizinerin Bergander: „Die Kapselfibrose kann auch Jahre später noch auftreten. Das hängt nicht zuletzt auch mit der Operations-Technik zusammen.“

Brustimplantat

Der Austausch der Silikonkissen kann auch dem Wunsch geschuldet sein, dass Frau sich obenrum noch mehr vergrößern bzw. wieder verkleinern will
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Weitere Gründe, die eine Folgebehandlung erfordern

Einer der häufigsten Gründe für die Entfernung oder den Austausch von Implantaten nach vielen Jahren ist nicht medizinisch, sondern der Wunsch nach einer Größen- oder Formveränderung. Bedingt wird das häufig durch eine Gewichtsveränderung, die Geburt eines Kindes oder den Alterungsprozess. „Das Eigengewebe lockert und verändert sich, das kann zu Formveränderungen führen, da sich das Implantat, das hinter dem Muskel liegt, nicht mit verändert“, erläutert Dr. Ute Bergander. All dies verursacht zusätzliche Kosten, da „es sein könnte, dass man die Größe der Implantate wechseln muss, die Brust nachträglich straffen, oder gar beides. Über solche Veränderungen und ihre weiteren Konsequenzen – auch finanzieller Art – sollte man sich im Klaren sein.“

Können Implantate auch durch Abnutzung oder generellen Verschleiß Probleme bereiten?

„Eine klassische Allergie oder Abnutzung gibt es nicht. In der Regel gehen Implantate daher auch nicht kaputt oder platzen“, erklärt die Expertin.

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