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Diskussion zur großen STYLEBOOK-Studie

Beauty Impact Report 2021 – der Talk mit Mandy Capristo und Dr. Emi

Panel-Talk zum Beauty Impact Report 2021
Im Panel-Talk zum Beauty Impact Report 2021 diskutierten Mandy Capristo, Daniela Garrasi, Dr. Emi und Nicole Engel (v.l.) über die Ergebnisse mit unsFoto: STYLEBOOK

Wie wirkt sich Social Media auf unsere mentale Gesundheit aus? Was macht es mit uns, wenn wir virtuell viel Zuspruch bekommen, etwa durch Likes und Kommentare? Und wie reagieren wir, wenn all das ausbleibt oder wir online plötzlich angefeindet werden? Um diese Fragen dreht sich der Beauty Impact Report 2021, eine repräsentative Studie, in Auftrag gegeben von STYLEBOOK und dem Marktforschungsinstitut Innofact. Und genau diesen Fragen hat sich auch eine Expertenrunde im STYLEBOOK-Talk gewidmet.

Die Ergebnisse des Beauty Impact Report diskutierten Mandy Capristo (Musikerin und Gründerin der Mental-Health-Plattform Felice), Dr. Emi (Ärztin für ästhetische Dermatologie) und Nicole Engel (Diplom-Psychologin) gemeinsam mit STYLEBOOK-Redaktionsleitung Daniela Garrasi. Moderatorin Sina Stinshoff führte dabei durch fünf wichtige Kernergebnisse des Reports.

Der komplette Talk zum Beauty Impact Report im Video

Ein Like ist mehr wert als ein Kompliment des Partners oder von Freunden

„Es ist schockierend, wie viel Aufmerksamkeit das Thema ‚Likes‘ bekommt, also Zahlen, die einen in der virtuellen Welt definieren und nicht viel mit der eigentlichen Identität zu tun haben“, sagt Mandy Capristo. Dass ein Like von einem Fremden mehr wert ist als ein Kompliment aus dem persönlichen Umfeld, „ist erschreckend und traurig.“

Fast jede zweite Befragte hat Angst, keinen Like zu bekommen

„Irgendwann wurde mir der Druck zu posten zu viel“, so Capristo. „Ich habe daher entschieden, dass wenn ich etwas hochlade, ich die App zumache und keine Kommentare mehr dazu lese – zum Wohle meiner mentalen Gesundheit.“ Likes seien eine Art Belohnungssystem, erklärt Psychologin Nicole Engel: „Wenn ich keine Likes bekomme, fühlt sich das wie Bestrafung an. Im Gehirn aktiviert das die gleichen Areale, wie wenn einem Schmerzen zugefügt werden. Daher stehen wir so auf Likes.“

Soziale Medien animieren zu Schönheitsoperationen bzw. minimalinvasiven Eingriffen

Dr. Emi klopft bei ihren Patientinnen vor Eingriffen immer die Beweggründe ab, wie sie erklärt: „Möchte ich mich wohler fühle oder jemand anderes sein? Letzteres ist problematisch und ich schicke super oft Patientinnen weg.“
Mandy Capristo steht seit ihrem 16. Lebensjahr in der Öffentlichkeit, sie sagt: „Ich habe damals mehr nach links und rechts und mich verglichen.“ Der Druck, ein Vorbild zu sein, sei hoch gewesen: „Wenn man das ein, zweimal zu oft hört, möchte man nicht alles nur perfekt machen, sondern auch perfekt aussehen, was man aber gar nicht kann.“

Die beliebtesten Schönheitsoperationen und minimalinvasiven Eingriffe

Der Wunsch nach dem perfekten Aussehen könne ganz schnell zur Sucht werden, weiß Dr. Emi: „Wenn ein Patient alle zwei, drei Wochen zu mir kommt, gehen bei mir alle Alarmglocken an.“ 

Beauty Impact Report: Das Wohlbefinden von Frauen steigt mit zunehmendem Alter

Diplom-Psychologin Nicole Engel stimmt dieser These zu. Bei den meisten passiere diese Entwicklung automatisch aufgrund der Lebenserfahrung, „dennoch erlebe ich in meiner Praxis, dass das bei manchen Menschen nicht automatisch der Fall ist. Die müssen aktiv üben zu sehen, was sie als Menschen ausmacht. Und das heißt nicht immer leisten.“ Mandy Capristo stimmt zu: „Ich will auch nicht mehr 16, 17, 18, 19 oder 20 sein. Meinem 16-jährigen Ich hätte ich geraten: ‚Du bist genug‘.“

Der Beauty Impact Report 2021 zum Download

Im Rahmen der bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung wurden insgesamt 1.016 Frauen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren mittels Onlinefragebogen im Zeitraum vom 18.08.2021 bis zum 23.08.2021 befragt.

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