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Beim Färbeunfall zu Hause

Haare verfärbt oder fleckig? SOS-Tipps, die sofort helfen

Frau, die Angst hat, dass die Haare verfärbt sind
Haare selbst färben und bleichen – oftmals nicht die beste Idee. Aber was hilft, wenn das Haarexperiment mal wieder so richtig nach hinten losgegangen ist?Foto: Foto: iStock/Enes Evren

Oft enden DIY-Haarfärbeaktionen in einem Desaster: Die Mähne wird zu dunkel, grünstichig oder ungleichmäßig gefärbt – und sowieso sieht das Ergebnis überhaupt nicht so aus, wie gewünscht. Normalerweise empfiehlt sich spätestens dann der Gang zum Profi. Da das aktuell nicht möglich ist, zeigt STYLEBOOK die besten SOS-Tipps, mit denen Sie Ihr Haar selbst retten können.

Was tun bei verfärbten Haaren mit Grünstich?

Mit einem Grünstich haben vor allem Blondinen zu kämpfen. Er kann schon nach einem Schwimmbadbesuch entstehen oder wenn versucht wird, blondiertes Haar brünett zu färben. Wird dabei zu einem aschigen, kühlen Ton gegriffen, sind verfärbte Haare vorprogrammiert. Denn: Im blondierten Haar fehlen die Rotpigmente, die werden dem Haar im Bleachingprozess entzogen. Wird dann mit einem kühlen Ton über die helle Mähne gefärbt, schimmern die Haare grünlich. Deshalb muss blondiertes Haar entweder in einem Zwischenschritt erstmal (Kupfer-)Rot gefärbt werden, um die fehlenden Pigmente hinzuzufügen. Anschließend kann der gewünschte Braunton aufgetragen werden. Alternativ kann auch direkt zu einem warmen Braunton wie Karamell- oder Schokobraun gegriffen werden, um eine grünliche Katastrophe auf dem Kopf zu vermeiden.

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Ist der Grünstich schon im Haar, kann eine rötliche Tönung oder ein rotes Tönungsshampoo nachträglich dabei helfen, den ungewünschte Farbton zu neutralisieren. Aber Finger weg von Lebensmittel-Tricks wie etwa mit Ketchup! Der sorgt für eine Sauerei und schafft es nicht zuverlässig, das lästige Grün auszumerzen.

Ein Hausmittel, was bei verfärbten Haaren mit einem leichten Grünstich tatsächlich helfen kann, ist Aspirin Plus C. Dazu einfach zwei Brausetabletten in einem Liter Wasser auflösen, das Ganze in die Mähne geben, etwa 15 Minuten einwirken lassen und dann wie gewohnt auswaschen. Je nach Stärke des Grünstichs muss man die Prozedur ein paar Mal wiederholen. Danach ist die richtige Pflege wichtig, weil auch der Hausmittel-Grünstich-Entferner nicht das Beste für’s Haar ist!

Gelbstich im Haar – was hilft?

So viel vorab: Seine Haare selbst zu blondieren, ist generell keine gute Idee. Bleaching-Produkte sind aggressiv, greifen Haare und Kopfhaut an und gehören in die Hände von Profis. Haben Sie sich aber trotzdem an die Bleich-Prozedur gewagt und jetzt einen unschönen Gelbstich im Haar, ist das kein Grund zur Panik. Tatsächlich ist der Gelb-Look ein beinahe unvermeidlicher Schritt im Blondierungsprozess. Um den zu neutralisieren, braucht es Silbershampoo oder spezielle Toner. Wichtig sind dabei die violetten Pigmente in den Anti-Gelbstich-Produkten. Denn: Violett ist die Komplementärfarbe zu Gelb und deshalb perfekt dazu geeignet, den Farbton auszugleichen.

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Toner gibt es im Friseurbedarf. Dabei am besten zu gräulichen Tönen greifen, die enthalten die nötigen violetten Pigmente. Bei einem leichteren Gelbstich reicht oft auch Silbershampoo aus, das gibt es in jeder Drogerie. Das wird dann ins feuchte Haar gegeben und gleichmäßig verteilt. Das Ganze sollte dann etwa 10 bis 15 Minuten einwirken und dann gründlich ausgespült werden. Aber: Das Ganze kann auch schnell mit lila Haaren enden, also beim Einwirkprozess immer gut die Farbe der Haare im Blick behalten und das Shampoo auf keinen Fall zu lange auf der Mähne lassen. Damit der Gelbstich nicht zurückkehrt, empfiehlt es sich, das violette Shampoo dauerhaft in die Haarpflege-Routine zu integrieren.

Wird der Gelbstich auch mit Silbershampoo und Toner nicht weniger, sollten Sie unbedingt den Profi ranlassen! Ohnehin schon angegriffene Haare sollten Sie nämlich auf keinen Fall ein zweites Mal auf eigene Faust bleichen. Das kann zwar für ein helleres Blond sorgen, weil es noch mehr Rotpigmente aus dem Haar entfernt, führt aber meist auch zu starkem Haarbruch oder sogar Haarausfall und kann auch die Kopfhaut verletzen!

Was tun, wenn die Haarfarbe zu dunkel geworden ist?

Eigentlich soll man nach dem Färben die Haare einige Tage nicht waschen, damit die Pigmente tief eindringen können und sich die Farbe so gewissermaßen festigt. Wenn es aber zu dunkel geworden ist – was bei den Box-Farben aus der Drogerie fast immer passiert – macht es Sinn, diesen Schonungsprozess ausfallen zu lassen. Soll heißen: Die Haare werden am besten direkt wieder gewaschen, am besten mehrmals. Anti-Schuppen-Shampoo oder spezielle Reinigungsshampoos können den Auswaschprozess zusätzlich beschleunigen. So kann die Haarfarbe zumindest dezent aufgehellt werden, eine permanente Coloration kriegt man allerdings nicht so einfach wieder aus der Mähne.

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Wenn wirklich nichts mehr geht, können Haarfarbenentferner aus der Drogerie der letzte Ausweg für verfärbte Haare sein. Einfach großzügig auf’s Haar auftragen, einwirken lassen, auswaschen, fertig! Vor der Anwendung gibt es aber zwei Punkte zu bedenken:

1. Bei den Entferner-Lotionen handelt es sich um ziemliche Chemiekeulen. Genau deshalb sind sie zwar so effektiv, aber auch alles andere als gut fürs Haar. Und sie riechen nicht gerade angenehm.

2. Die Entferner lösen zwar Farbe aus dem Haar, aber die auf der Verpackung oftmals versprochene Rückkehr zur Naturfarbe darf nicht erwartet werden. Die Haare werden durch das Produkt zwar heller, haben nach der Prozedur oftmals aber (je nach Ausgangshaarfarbe) einen starken Rotstich und können auch schnell mal fleckig werden. In dem Fall hilft wirklich nichts anderes mehr, als darauf zu warten, dass die Friseursalon wieder öffnen.

Was tun, wenn der Ansatz intensiver gefärbt ist als die Längen?

Bei der DIY-Coloration passiert es schnell, dass der Ansatz intensiver gefärbt wird als der Rest des Haares – und das, obwohl alles auf einmal aufgetragen wurde. Das liegt an der Wärme der Kopfhaut, die den Wirkprozess der Farbe am Ansatz beschleunigt. Unterscheidet sich die Ansatzfarbe vom Rest der Haare, sollte am besten nochmal nachgearbeitet werden. In einem zweiten Färbedurchgang sollten dann nur die Längen behandelt werden. Zusätzliche Wärme und Alufolie können helfen, dass sich die Farbe bis in die Spitzen ähnlich intensiv entwickelt wie am Ansatz.

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Tipps gegen Farbflecken auf Haut, Fliesen und Klamotten

Nervige Farbränder auf der Haut und Flecken im Bad können durch die richtige Vorbereitung vermieden werden. Aus dem Bad werden vor der Farb-Prozedur am besten alle Textilien verbannt, die nicht verfärbt werden sollen. Es ist nämlich ein Ding der Unmöglichkeit, permanente Coloration aus der Kleidung oder dem hellen Badteppich zu waschen. Waschbecken und Fliesen sollten dann am besten mit alten Handtüchern oder mit Zeitungspapier ausgelegt werden, damit alles gut vor Flecken geschützt wird – beim Färben geht immer mal was von dem Produkt daneben. Kommt es trotzdem noch zu Flecken auf Fliesen und Co., können diese mit etwas Bleichmittel entfernt werden. Vorsichtig ein paar verdünnte Tropfen auf den Fleck geben und das Ganze mit einem Schwamm oder Lappen entfernen.

Die Haut wird durch Fettcreme vor Verfärbungen geschützt. Bevor der Färbevorgang startet, sollten deshalb die Konturen an Stirn und Nacken dick mit Vaseline oder einem ähnlichen Produkt eingerieben werden, die Ohren dabei nicht vergessen! Und: Unbedingt immer ein altes Oberteil zum Färben anziehen und das für die nächsten Farb-Experimente aufbewahren.

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