Hautkrebs-Gefahr

Experten warnen vor Gelnägeln und Shellac

Aufwändig gepflegte Nägel gehören für viele Frauen fest zur regelmäßigen Kosmetik-Routine. Was aber wohl wenigen bekannt sein dürfte: Dauerhafte Maniküre-Methoden wie Gel, Shellac & Co. können Hautkrebs verursachen. STYLEBOOK.de hat mit einem Experten gesprochen.

Bei UV-Lack – bekannt unter dem Markennamen Shellac – handelt es sich um eine Mischung aus Nagellack und einem speziellen Gel, das von der Kosmetikerin in mehreren, hauchdünnen Schichten aufgetragen wird. Um es zu fixieren, kommt eine UV-Lampe zum Einsatz. Der Lack lässt sich nicht mit einem gewöhnlichen Entferner lösen, sondern nur mit einer speziellen, acetonhaltigen Tinktur, andernfalls hält er bis zu drei Wochen. Klassische Gelnägel funktionieren ähnlich. Allerdings wird hier der natürliche Nagel vorher etwas abgefeilt, und das Ergebnis wirkt nicht ganz so natürlich, da das Materiel etwas dicker ist als das Shellac-Gemisch.

Gelnägel

Kosten nicht viel und halten fast einen Monat lang – Gelnägel haben einige Vorteile. Jedoch spricht umso mehr dagegen. Foto: Getty Images

US-Forscher warnen vor Shellac und Gelnägeln

Die UV-Lampen, die verwendet werden, um die Gelmischung auf den Nägeln festzumachen, stehen im Verdacht, Hautkrebs zu verursachen – das haben Forscher des Medical College Georgia und des Georgia Regents Health System herausgefunden. Grund sind die ultravioletten Strahlen, denen die Nägel beim Anbringen über Minuten hinweg ausgesetzt sind. Im Fachblatt „Journal of the American Medical Association of Dermatology (JAMA)“ werden verschiedene Fallbeispiele angeführt, die die Erkenntnisse belegen.

Generell ist die Krebsgefahr durch UV-Strahlung nicht neu, im Zusammenhang mit Kosmetikbehandlungen jedoch für einige zumindest überraschend. Um ihr entgegenzuwirken, raten viele Mediziner dazu, die Nägel zumindest mit UV-Schutz auf die Prozedur vorzubereiten. Unser STYLEBOOK.de-Experte glaubt jedoch nicht, dass das reicht.

UV-Lampe bei der Kosmetikerin

Wer an der Sonne UV-Schutz verwendet, ahnt: Die Strahlen unter der Kosmetiker-Lampe können nicht unbedenklich sein
Foto: Getty Images

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Ein klares Nein zu Gelnägeln

Wir wandten uns an den Münchener Dermatologen Dr. Timm Golüke. Er rät sehr entschieden von Gelnägeln und Shellac ab, schon alleine wegen der Gefahr von Nagelbettentzündungen und Pilz. „Die Nagelhaut kann nicht sauber gehalten werden und die ‚Gel-Haube‘ stellt eine ideale Brutstelle für Keime da“, so der Experte.

Noch viel schwerer wiegt das Hautkrebsrisiko durch ultraviolette Strahlung. Und das ist bei Fans von Shellac besonders tückisch: Er wäre schließlich unter der permanenten, ggf. farbig-deckenden Lackschicht versteckt. Insbesondere an den Fußnägeln würden bedenkliche Stellen oft mit blauen Flecken verwechselt werden, erklärt der Dermatologe.

Fazit: Die Nägel mit Gel überziehen zu lassen, verhindert vielleicht das Nägelkauen, verschönert die Hände im besten Fall für mehrere Wochen und ist vergleichsweise günstig. Allerdings ist der Preis, den frau dafür im schlimmsten Fall zahlen muss, ungleich viel höher. Und eine regelmäßige DIY-Maniküre sowieso mindestens genauso schön.

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