Experten warnen vor Erkrankungen

Wie gesundheitsschädlich sind Gelnägel und Shellac?

Frauenhände, einmal lackiert, einmal nicht
Wenn der Lack ab ist, sieht man meist erst, wie sehr die Fingernägel darunter gelitten haben
Foto: Getty Images

Manikürte Nägel gehören für viele Frauen fest zur regelmäßigen Kosmetik-Routine. Doch wie schädlich ist die dauerhafte Maniküre mit Acryl, Shellac oder Gel wirklich? STYLEBOOK fragte beim Dermatologen nach.

Bei UV-Lack – bekannt unter dem Markennamen Shellac – handelt es sich um eine Mischung aus Nagellack und einem speziellen Gel, welches in mehreren, hauchdünnen Schichten aufgetragen und mit einer UV-Lampe fixiert wird. Nur mit einer speziellen, acetonhaltigen Tinktur lässt sich der Lack dann wieder lösen, andernfalls hält er bis zu drei Wochen auf den Nägeln. Klassische Gelnägel funktionieren ähnlich. Allerdings wird hier der natürliche Nagel vorher etwas abgefeilt. Das Ergebnis auf dem Nagel wirkt hierbei weniger natürlich, da das Material etwas dicker ist als das Shellac-Gemisch. Im Gegensatz dazu kann Acryl wesentlich dünner auf dem Nagel aufgetragen werden und wirkt dadurch natürlicher. Doch auch hier muss mit einer acetonhaltigen Flüssigkeit gearbeitet werden, um den Nagellack zu entfernen. Weitläufig bekannt ist, dass Nägel unter Gel „nicht atmen“ und dadurch brüchig werden können. Es sollen aber noch schlimmere Folgen drohen.

Auch interessant: Zwei Tricks, mit denen Nägel schneller wachsen 

Experten warnen vor Shellac und Gelnägeln

Schon 2017 warnten Forscher des Medical College Georgia und des Georgia Regents Health System, dass UV-Lampen im Verdacht stehen, Hautkrebs zu verursachen. Grund sind die ultravioletten Strahlen, denen die Nägel nach dem Auftragen von UV-Lack über Minuten hinweg ausgesetzt sind. Im Fachblatt „Journal of the American Medical Association of Dermatology (JAMA)“ werden verschiedene Fallbeispiele angeführt, die die Erkenntnisse belegen. Generell ist die Krebsgefahr durch UV-Strahlung nicht neu, im Zusammenhang mit Kosmetikbehandlungen jedoch für einige zumindest überraschend. Um ihr entgegenzuwirken, raten viele Mediziner dazu, die Nägel zumindest mit UV-Schutz auf die Prozedur vorzubereiten.

https://www.stylebook.de/beauty/manikuere-trends

Hautkrebs-Gefahr durch Gelnägel

Schon alleine wegen der Gefahr von Nagelbettentzündungen und Pilzen rät Dermatologe Dr. Timm Golüke von Gelnägeln und Shellac ab: „Die Nagelhaut kann nicht sauber gehalten werden und die ‚Gel-Haube‘ stellt eine ideale Brutstelle für Keime da.“ Er wäre schließlich unter der permanenten, ggf. farbig-deckenden Lackschicht versteckt. Insbesondere an den Fußnägeln würden bedenkliche Stellen oft mit blauen Flecken verwechselt werden, erklärt der Dermatologe.

Nein zu Gelnägeln?

Die Nägel mit Gel und Shellac überziehen zu lassen, verhindert vielleicht das Nägelkauen, verschönert die Hände im besten Fall für mehrere Wochen und ist vergleichsweise günstig. Allerdings ist der Preis, den Frau dafür im schlimmsten Fall zahlen muss, ungleich viel höher. Greift man doch zu der dauerhaften Maniküre im Nagelstudio, dann verdienen die Nägel im Anschluss eine extra Portion Pflege und einige Wochen Pause von Shellack, Gel und UV-Lampen. Und eine regelmäßige DIY-Maniküre sowieso mindestens genauso schön.

Themen