Anwendung, Risiken, Pflege

Welchen Effekt haben AHA- und BHA-Säuren auf die Haut?

Frau bei Gesichtsbehandlung
Chemischen Peelings werden viele hautverbessernde Eigenschaften nachgesagt
Foto: iStock/FluxFactory

Schon mal was von AHA-und BHA- Säuren gehört? STYLEBOOK erklärt, wie die chemischen Peelings wirken, für wen sie sich eignen und was es bei der Anwendung zu beachten gilt.

Chemische Peelings für die Haut – obwohl viele Frauen zunächst von dieser Begrifflichkeit abgeschreckt sein dürften, schwören tatsächlich viele auf die hautverbessernden Eigenschaften der AHA- und BHA-basierten Hautbehandlungen. STYLEBOOK hat beim Münchner Dermatologen Dr. med. Christoph Liebich, Inhaber und Facharzt der Hautarztpraxis „Dermazent“, nachgefragt, was sich genau hinter den Säuren verbirgt und wie sie wirken.

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Wie wirken chemische AHA- und BHA-Peelings?

Anders als mechanische Peelings, die – wie der Name schon vermuten lässt – abgestorbene Hautschuppen über die Reibung mit Schleifpartikeln wie Fruchtkernen, Jojoba-Perlen oder Ähnlichem abtragen, wird beim chemischen Peeling mit der Beschaffenheit der Haut gearbeitet: die in den Peelings enthaltenen Säuren führen dazu, dass abgestorbene Hautschüppchen, Verdickungen oder sonnengeschädigte Haut entfernt werden. Anschließend kann sich die Haut über die angeregte Kollagenproduktion selbst regenerieren. Abhängig davon, welche Wirkung mit dem chemischen Peeling herbeigeführt werden soll, kann gezielt das passende Produkt ausgewählt werden.

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AHA oder BHA – was passt zu welchem Hauttyp?

AHA für trockene, sonnengeschädigte, reife oder normale Haut

Unter die Gruppe der Alpha-Hydroxysäuren (AHA) fallen neben den Fruchtsäuren auch Milch- und Mandelsäuren. Diese dringen in die oberste Hautschicht ein und führen ein Ablösen abgestorbener Hautschüppchen herbei, wodurch die neue, jüngere Hautschicht zum Vorschein kommt. Alpha-Säuren eignen sich besonders gut, um die Elastizität und Feuchtigkeit der Haut zu verbessern – ein Grund, weshalb sie neben normaler auch besonders für trockene, reife und sonnengeschädigte Haut eingesetzt werden.

BHA für unreine, fettige oder empfindliche Haut

Beta-Hydroxysäuren (BHA), deren Hauptbestandteil die Salicylsäure ist, sind anders als AHA lipohil, das heißt fettlöslich: sie wirken daher direkt in den Talgdrüsenfollikeln, lösen dort den Talg aus und die Poren werden so von innen heraus gereinigt – die ideale Voraussetzung, um Mitessern, Pickeln und Akne entgegenzuwirken. Dies ist auch der Grund, weshalb Peelings auf BHA-Basis laut Dr. Liebich vorwiegend „bei fettiger und zu Akne neigender Mischhaut“ eingesetzt werden. Doch auch Menschen mit empfindlicherer Haut dürfen sich freuen: Auf Grund der entzündungshemmenden und hautberuhigenden Eigenschaften sind BHA-Peelings gegenüber AHA-Peelings milder zur Haut und rufen weniger Hautirritationen hervor.

Aber Vorsicht! Wer unter akuten Hautinfektionen wie Herpes, Pilzerkrankungen oder Neurodermitis leidet, sollte in jedem Fall auf chemische Peelings verzichten wie Dr. Liebich erklärt. Zudem bestätigt der Experte, dass Aspirin-Allergiker aufgrund der engen stofflichen Verwandtschaft von einer Behandlung mit BHA absehen sollten.

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Wie gefährlich sind chemische Peelings?

Je nach Art des chemischen Peelings sind die Säuren darin in unterschiedlich starker Konzentration enthalten. Effektiv sind BHAs bei einer Konzentration zwischen ein und zwei Prozent, BHAs bei fünf bis zehn Prozent – und zugleich nicht ganz ungefährlich. Wenngleich viele Produkte frei zugänglich in Drogerien vertrieben werden, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass es sich um wirksame Säuren handelt. Eine sachgerechte Anwendung ist deshalb unabdingbar.

Anwendung von AHA und BHA zu Hause

Langsam herantasten! Die Gefahr einer allergischen Reaktion besteht immer, deshalb raten wir dazu: das Peeling Produkt zunächst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren. Bleibt die Reaktion der Haut aus, kann das Peeling verwendet werden. Es empfiehlt sich, sich zunächst langsam an die Konzentrationen des Peelings heranzutasten und zu beobachten wie die Haut reagiert. Daneben sollten unbedingt die Empfehlungen des Herstellers und die Gebrauchsanleitung beachtet werden.

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Richtige Pflege bei AHA- und BHA-Säuren

Ein chemisches Peeling bedeutet für die Haut immer Stress, deshalb ist es wichtig, sie richtig zu pflegen. Der Experte: „Eine gründliche Gesichtsreinigung vor der Anwendung des Produkts ist notwendig, damit das Peeling effektiv wirken kann.“ Vorsicht ist in der Anwendung von Reinigungsbürsten & Co. geboten, die eine weitere Irritation der Haut hervorrufen können.

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Sonnenschutz nicht vergessen

Chemische Peelings machen die Haut anfällig für UV-Strahlen Sonne, da sie die obersten Schichten angreifen. Dementsprechend sollte Sonnenschutz in jedem Fall in die tägliche Pflegeroutine integriert werden. Zur Vorbeugung sonnenbedingter Hautschäden empfiehlt es sich, einen hohen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 bis 50+ zu verwenden.

Leichte Reaktionen der Haut sind normal

Gerade wenn Produkte die ersten Male verwendet werden, kann es zu einer leichten Reaktion der Haut kommen: leichtes Prickeln, Brennen oder leichte Rötungen sollten dabei keinen Grund zur Beunruhigung geben, insofern sie nach einigen Minuten wieder verschwinden. Dies ist eine normale Reaktion der Haut. Im Zweifel allerdings immer beim Dermatologen oder Kosmetiker eine fachspezifische Beratung in Anspruch nehmen.