Ganz ohne Skalpell

7 Eingriffe, die sanft schöner machen

Der Trend zum ganz extremen Beauty-Eingriff – auch aufgrund einiger abschreckender Beispiele aus Hollywood – ist vorbei. Immer populärer: Minimalinvasive Eingriffe, also schonende Behandlungen ohne Skalpell, mit denen man zwar jünger und frischer, aber nicht komplett verwandelt aussieht. STYLEBOOK stellt sieben Methoden vor.

Frau bei Beauty-Eingriff
Beauty-Eingriffe funktionieren inzwischen auch ohne Skalpell.
Foto: Getty Images

1. Jet-Peel

Anwendungsgebiete: Hautunreinheiten, Fältchen, Pigmentunebenheiten.
So geht’s
: Das Jet-Peel-Gerät jagt mit einer Geschwindigkeit von 720 km/h einen Luftstrom auf die Haut, die so grundgereinigt wird. Im nächsten Schritt können dem Strahl verschiedene Wirkstoffe, wie etwa Fruchtsäure, Vitamine oder Hyaluronsäure, zugefügt werden, die so tief in die Haut gelangen. Auch der hautentspannenden Wirkstoffs Argireline kann hinzugefügt werden.
Das sagt der Experte: Dr. Regina Wagner, Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie aus Hamburg, glaubt an die sofortige Hautverbesserung. „Speziell durch die Zugabe von Argireline werden Falten sichtbar gemildert.“ Sie empfiehlt, auch nach der Behandlung mit einer argirelinehaltigen Creme zu arbeiten, um den Langzeiteffekt zu verbessern.
Wie viele Sitzungen sind nötig: Je nach subjektivem Empfinden. Im Schnitt buchen Patienten vier Behandlungen über einen Zeitraum von etwa acht Wochen.
Kosten: ca. 200 Euro pro Sitzung.

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2. Micro-Needling

Anwendungsgebiete: Fältchen, Narben, unreine oder fahle Haut.
So geht’s
: Das Gesicht wird gründlich gereinigt und mit einer lokalen Betäubungscreme vorbereitet. Danach wird es mit einem elektronischen „Derma-Pen“ behandelt: Darauf befestigte Nädelchen dringen zwischen 0,5 und 2,5mm tief in die Haut ein. Je nach gewählter Geschwindigkeit können so pro Minute zu bis zu 1000 Mikrokanäle geöffnet werden.
Das sagt der Experte: „Durch Mini-Verletzungen werden die Kollagenneubildung und die Vermehrung der elastischen Fasern angeregt“ – Heißt konkret: die Haut regeneriert sich und bildet neue Zellen, wirkt frischer, erklärt Frau Dr. Wagner. „Gleichzeitig macht die Behandlung die Haut aufnahmefähiger gegenüber verjüngenden Wirkstoffen“. Diese können, äußerlich angewendet, nun tiefer in das Gewebe eindringen.
Wie viele Sitzungen sind nötig? „
Der optimalste Effekt wird erreicht, wenn im Abstand von 28 Tagen die Behandlung zweimal wiederholt wird“, rät die Hamburger Expertin.
Kosten: zwischen 150 und 450 Euro pro Sitzung.

3. Kombi-Laser

Anwendungsgebiete: Falten, Altersflecken und Pigmentveränderungen
So geht’s:
Das Arbeiten mit fraktioniertem Laser, sprich: Geräten, die auf die unteren Hautschichten abzielen und hier eine Regeneration bewirken, ist im Dienste der Hautverjüngung längst erprobt. Nun gibt es Kombi-Geräte, die mit zwei verschiedenen Wellenlängen arbeiten und so unterschiedliche Problemhaut-Ebenen erreichen. Die Strahlen werden in rasterförmigen Linien und unterschiedlichen Richtungen über die Haut gefahren.
Das sagt der Experte: Dr. Sonja Sattler, Hautexpertin und Leiterin der Darmstädter Rosenpark Klinik, schwört auf die Arbeit mit Kombi-Laser-Geräten. Im Bereich von 1550 Nanometern könnten Falten sichtbar reduziert werden „und mit 1927 Nanometern erreichen wir die Stellen in der Haut, in der Altersflecken und Lichtschäden sitzen. Pigmentveränderungen werden so deutlich verbessert.“
Wie viele Sitzungen sind nötig? Dr. Sattler empfiehlt vier bis sechs Behandlungen im Abstand von je vier Wochen. „Der Patient entscheidet aber selbst, ob er nach der ersten oder zweiten Sitzung wiederkommen möchte oder bereits mit dem Ergebnis zufrieden ist.“
Kosten: je nach Fläche. Eine Sitzung im Gesicht kostet zwischen 400 und 600 Euro. Wird auch das Dekolleté behandelt, kommen etwa 200 Euro dazu.

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4. Cellular-Mix

Anwendungsgebiete: Falten, müde Haut, grauer Teint.
So geht’s: In der Arztpraxis werden 20 ml Eigenblut abgenommen und direkt zentrifugiert, das so gewonnene Plasma in einem Röhrchen mit Hyaluronsäure vermischt. Die Lösung wird – ähnlich wie beim Vampir-Lifting – in die Haut eingebracht. Statt einer Spritze kommt hier jedoch eine sogenannte „Mesopistole“ zum Einsatz, die eine immer gleichbleibende Menge in die betroffenen Areale abgibt. Dort soll die Kollagenproduktion anregt werden.
Das sagt der Experte: „Durch die Reize der Mesopistole und die Wachstumsfaktoren aus dem Serum beginnt die Haut sofort, sich zu regenerieren“, verspricht Dr. Timm Golüke, Facharzt für Dermatologie aus München. „Der unschlagbare Vorteil dieser Methode: Es wird eigenes Material verwendet. Eine Allergiegefahr ist daher ausgeschlossen.“ Nach der Behandlung sind auf der Haut kleine Injektionspunkte zu sehen, die aber schon am Folgetag deutlich zurückhaltender werden. Dann bitte mit Feuchtigkeitscreme pflegen.
Wie viele Sitzungen sind nötig? In seiner Praxis empfiehlt Dr. Golüke die Prozedur nach zwei Wochen zu wiederholen, „und dann nach sechs Monaten nochmal. Der Effekt hält dann bis zu zwei Jahre.“
Kosten: etwa 500 Euro pro Sitzung.

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5. Ultherapie

Anwendungsgebiete: Tränensäcke, hängende Mundwinkel, Truthahnhals, aber auch schlaffe Haut an Bauch, Beinen oder Po.
So geht’s:
Der Hautarzt fährt Linie für Linie mit einem Ultraschallgerät über die Problemzone und bestimmt punktgenau, an welchen Stellen Hautpartien gestrafft werden sollen – ein Effekt, für den bislang ein Skalpell nötig war.
Das sagt der Experte: „Wir können die Energiestöße gezielt auf die Areale richten, die durch die Hitze geschrumpft werden sollen,“ erklärt Dr. Sattler. In den tieferliegenden Hautschichten komme es zu Verbrennungen – „daher ist die Prozedur zwar sehr schmerzhaft, aber auch extrem effektiv: Die Schäden sorgt dafür, dass sich die Kollagenfasern zusammenziehen und das Gewebe regeneriert.“ In ihrer Klinik arbeitet Sattler daher mit Schmerzmitteln, je nach Größe der Problemzone und Dauer der Anwendung ist manchmal eine leichte Sedierung nötig. Im Anschluss ist höchstens eine leichte Schwellung auf der Haut zu sehen.
Wie viele Sitzungen sind nötig: Die Behandlung sollte höchstens einmal im Jahr durchgeführt werden.
Kosten: 3000 Euro pro Sitzung.

Patientin in Botox-Behandlung

Bei der Behandlung mit dem Nervengift Botox sollten Sie ausschließlich auf Experten vertrauen.
Foto: Getty Images

6. Botox

Anwendungsgebiete: Die wohl bekannteste aller minimalinvasiven Eingriffe kommt bevorzugt bei Mimikfalten zum Einsatz. In den letzten Jahren gibt es aber auch neue Anwendungsgebiete: So lassen sich die Waden verjüngen, Haarverlust vermindern und sogar Migräne behandeln. 
So geht’s:
Das Botulinum wird mit einer sehr feinen Spritze in den Muskel gespritzt, um dadurch die darüber liegende Haut zu entspannen und zu glätten.
Das raten die Experten: Ungefährliche Nebenwirkungen: Blaue Flecken an der Einstichstelle.
Wie viele Sitzungen sind nötig: Die Behandlung kann ja nach Intensität alle vier bis sechs Monate wiederholt werden.
Kosten: 150 bis 600 Euro pro Sitzung.

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7. HydraFacial

Anwendungsgebiete: Das Treatment ist für alle Hauttypen geeignet und empfiehlt sich besonders bei etwas reiferer Haut und wenn man sich mehr Frische und Elastizität wünscht. 
So geht’s:
Das HydraFacial ist eine vergleichsweise milde Prozedur in Form einer intensiven Gesichtsreinigung. Ein „Mini-Staubsauger“ säubert die Haut in vier Schritten porentief und trägt abgestorbene Hautzellen komplett ab – am Ende der Behandlung soll die Haut erneuert und verjüngt erscheinen.
Das raten die Experten: Die Behandlung eignet sich auch bei Akne, Hautrötungen (Rosazea) und Hyperpigmentierungen. Ab dem 60. Lebensjahr wird die Haut allerdings zu dünn und sensibel, so dass sie durch die Behandlung fleckig werden könnte.
Wie viele Sitzungen sind nötig: Die Behandlung sollte bereits nach der ersten Durchführung Erfolge zeigen und kann je nach Bedarf ein bis zwei Mal im Monat wiederholt werden.
Kosten: 90 bis 120 Euro pro Sitzung.

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