Akne vermeiden

Was wirklich gegen Pickel bei Erwachsenen hilft

Frau drückt Pickel aus
Pickel, Hautunreinheiten und Mitesse - das ist leider kein reines Pubertäts-Thema.
Foto: Getty Images

Das Thema unreine Haut ist mit Ü20 bei vielen Menschen noch lange nicht abgehakt, die Gründe für Pickel und Mitesser vielfältig. Aber was hilft wirklich dabei, unreine Haut langfristig zu bekämpfen? STYLEBOOK hat bei Experten nachgefragt und klärt die wichtigsten Fragen.

Aber trotzdem ist all dies kein Garant, die fettige T-Zone oder fiese Pickel ein für allemal zu verabschieden.

Wir sind auch auf Instagram – hier folgen!

1. Wer bekommt Akne im Erwachsenenalter?

Akne ist eine Hautkrankheit, bei der die Talgproduktion zunimmt und sich die Talgdrüsen entzünden. Eine gesteigerte Bildung von Hornmaterial, welches die Talgdrüsen verstopft, begünstigt dies. „Im Unterschied zur Akne im Jugendalter, der Acne Vulgaris, erscheint die Spätakne, Acne Tarda, erst bei Erwachsenen im Alter zwischen 25 und 45“, weiß Dr. med. Kim Christian Heronimus, Chefarzt der Dermatologie im Lausitzer Seenwald Klinikum. Oft hatten die Betroffenen – meist Frauen – schon in ihrer Jugend Akne. Besonders fies: Spätakne kann aber auch ganz plötzlich bei jemandem auftreten, der zuvor noch nie Hautprobleme hatte

Auch interessant: Mit diesen 4 Tipps finden Sie immer die perfekte Foundation

2. Was sind die Ursachen?

Wenn Familienmitglieder unter Akne leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es einen selbst betreffen wird. Bei erwachsenen Aknepatientinnen wird auch oft eine stressbedingte Überproduktion von Talg beobachtet. Wer beruflich oder privat unter Dauerfeuer steht, schüttet vermehrt Adrenalin, Kortison und das männliche Geschlechtshormon Testosteron aus – Feinde des reinen Teints. Ein Überschuss an Testosteron bringt den weiblichen Zyklus aus der Balance, deswegen treten Hautunreinheiten bei Frauen bevorzugt auch zyklusabhängig auf.

3. Wie wird Akne behandelt?

Regel Nummer eins: Bloß keine Unreinheiten selber ausdrücken! Dadurch können weitere Bakterien in die Haut gelangen und die Akne flammt regelrecht auf. Stattdessen sollten Betroffene in jedem Fall einen Dermatologen aufsuchen. Die Behandlung ist je nach Schweregrad und Hautbeschaffenheit sehr komplex und immer individuell. Manchmal reicht eine antibakterielle Creme aus, um die übermäßige Produktion der Talgdrüsen zu reduzieren. In schwereren Fällen kommen Antibiotika, Vitamin-A-Säure, Hormonpräparate oder Lichttherapien zum Einsatz. Regelmäßige Besuche bei der Kosmetikerin lohnen sich ebenfalls – nur ein Experte kann Mitesser fachgerecht und tiefenwirksam entfernen.

4. Welche Pflege darf man verwenden?

Viele vermuten, Akne sei eine Folge von Unsauberkeit, und greifen zu scharfen Reinigungsmitteln wie Seife, alkoholischen Gesichtswassern und Peelings. Dadurch wird der Säuregehalt der Haut reduziert, der wie ein Schutzschild gegen Bakterien wirkt. „Verwenden Sie milde, hautneutrale und seifenfreie Produkte, die die Haut nicht reizen. Ganz wichtig im Kampf gegen Akne ist aber, dass sowohl Pflege als auch Make-up nicht komedogen sind, also keine neuen Mitesser erzeugen. Die Tagespflege sollte möglichst öl- und fettfrei sein, um die Poren nicht erneut zu verstopfen.

Unreine Haut

Unreine Haut kann auch durch ungesunde Ernährung, Umwelteinflüsse und Stress entstehen
Foto: Getty Images

5. Fördert eine mangelnde Gesichtsreinigung Pickel?

Da sich unsere Haut über Nacht regenerieren und neue Zellen bilden soll, ist eine gründliche Gesichtsreinigung unumgänglich. Andreas Schlossberger, Geschäftsführer der Dermatologie am Kolumbahof in Köln erklärt gegenüber STYLEBOOK: „Verstopfen Make-up, Puder, Abgase und Staub unsere Poren, wird dieser Prozess empfindsam gestört und unsere Haut kann mit Rötungen, Irritationen und Trockenheit reagieren – bis hin zu Akne und Fältchen.“ Zudem können abgestorbene Hautschüppchen nicht entfernt werden, was das Hautbild vergröbert.

Auch interessant: Lohnt sich der Kauf einer elektrischen Gesichtsbürste?

6. Was kann man in Sachen Ernährung tun?

 Dr. Heronimus rät auch zu einer Ernährungsumstellung: „Verzichten Sie auf Milchprodukte, streichen Sie tierische Fette, zuckerreiche Soft Drinks und Fast Food von Ihrem Speiseplan. Viel Obst, Gemüse sowie Vollkornprodukte, viel Wasser und ungesüßte Tees sind ideal“, so der Experte.

7. Sollte man jetzt besonders auf Hygiene achten?

Experten raten, die Dinge, mit denen das Gesicht in Berührung kommt, regelmäßig zu reinigen – dazu gehören Handtücher, Make-up-Pinsel und Schwämmchen. Auch sollte vermieden werden, sich mit ungewaschenen Händen ins Gesicht zu fassen.

Auch interessant: Lohnt sich der Kauf einer elektrischen Gesichtsbürste?

8. Hausmittel gegen Hautunreinheiten

Die Pickel haben sich entzündet? Da helfen Zink-, Calendula- und Silbersalben oder ein hochwertiges Teebaumöl aus der Apotheke. Aber auch im Haushalt finden sich Helfer im Kampf gegen verstopfte Poren und unreine Haut. Ein Kamillentee-Dampfbad öffnet die Poren und bereitet die Haut auf die anschließende Gesichtsreinigung vor. Model Kendall Jenner setzt auf eine ganz besondere Gesichtsmaske, um unschöne Pickel zu vermeiden: Ein Eiweiß aufschlagen, den ausgepressten Saft einer Zitrone unterrühren und die Masse großzügig im Gesicht verteilen. Nach einer halbstündigen Einwirkzeit mit lauwarmem Wasser abspülen – fertig. Das Gesicht mit einer Banane einreiben soll auch eine wahre Anti-Pickel-Wunderwaffe sein. Und auch in der Haus-Apotheke findet sich noch Abhilfe. Augentropfen verengen die Blutgefäße, lindern die Entzündung und lassen Rötungen verblassen.

9. Wie lange dauert es, bis meine Pickel verschwinden?

Im Allgemeinen ist im Kampf gegen Spätakne leider Durchhaltevermögen angesagt. Die Behandlungen brauchen häufig einen längeren Zeitraum, bis sie tatsächlich wirken.