DIE Powerfrauen der 2000er

Was wurde aus den „Ally McBeal“-Darstellerinnen?

Die Hauptdarsteller der US-Kultserie „Ally McBeal“
In der Anwaltskanzlei, die Hauptschauplatz von „Ally McBeal“ ist, haben die Frauen die Hosen an – selbst wenn sie Minirock tragen
Foto: Getty Images

Noch vor „Sex and the City“ war die US-Erfolgsserie „Ally McBeal“ eine frühe Lektion in Sachen Emanzipation – weil Frauen nämlich verliebt UND erfolgreich sein können. 2002 lief die letzte Folge. Wie ist es den Stars der Serie um Calista Flockhart ergangen? STYLEBOOK zeigt die Schauspielerinnen früher und heute.

Calista Flockhart alias „Ally McBeal“

Sie spielte sich in der Hauptrolle der charismatischen wie emotional labilen Ally McBeal in die Herzen der Zuschauer. Die junge Anwältin aus Boston behauptet sich im dramatischen Liebesdreieck mit ihrer Jugendliebe und dessen Ehefrau und wuppt ganz nebenbei ihre Karriere in der Großkanzlei, in der alle drei arbeiten. Mit ihrer extrem schmalen Statur erschien Calista Flockhart vielen Kritikern stets zu mager, ihrer Beliebtheit bei den Fans tat dies jedoch keinen Abbruch.

Calista Flockhart im Jahr 1998 mit Longbob

Calista Flockhart 1998: Der lange Bob gehörte zu ihrem Markenzeichen in „Ally McBeal“
Foto: Getty Images

Im Gegenteil, mit ihrer überzeugenden Darstellung räumte Flockart mit dem Vorurteil auf, Sexiness und Köpfchen ließen sich nicht vereinbaren: Ihr Alter Ego Ally McBeal kombiniert ihre messerscharfen Analysen und Auftritte vor Gericht gerne mit atemberaubend kurzen Miniröcken. Da sie dabei stets auf die Kombination mit Bluse oder Blazer und qualitativ hochwertige Materialien setzt, funktioniert der Business-Look. Im Gegensatz zur fiktiven Welt von „Ally McBeal“ zeigt sich Calista Flockhart (Jahrgang 1964) im echten Leben sehr viel entspannter, und vor allem in Liebesdingen herrscht seit Jahren Klarheit in ihrem Leben.

Auch interessant: Was macht eigentlich GNTM-Juror „Q“ aus Staffel 5?

Calista Flockart beim PaleyFest in Los Angeles

Auch mit über 50 hat sich Calista Flockart ihren mädchenhaften Look erhalten
Foto: Getty Images

Seit 2002 ist sie mit Schauspielkollege Harrison Ford liiert, seit 2010 sind die beiden verheiratet. Das Paar führt ein zurückgezogenes Leben und hält sich von Social-Media-Kanälen fern – auch über Calistas Adoptivsohn (geboren 2001) erfährt man wenig.

Zwar konnte Flockart in jüngster Vergangenheit nicht mehr an den enormen Erfolg von „Ally McBeal“ anknüpfen, aber mit der US-amerikanischen Sciene-Fiction-Serie „Super Girl“ hat es Flockhart wieder in eine erfolgreiche Fernsehproduktion geschafft.

So sehen die Stars aus „Beverly Hills, 90210“ heute aus

Jane Krakowski alias „Elaine Vassal“

Die Schauspielerin gehört zu den TV-Gesichtern, die man irgendwie sehr gut kennt, ohne genau zu wissen, wo man sie zuletzt gesehen hat.

Jane Krakowski

Jane Krakowski wurde in ihrer Rolle als Sekretärin Elaine Vassal 1999 für den Golden Globe nominiert
Foto: Getty Images

Als lebenslustige Sekretärin Elaine Vassal gehörte Krakowski (Jahrgang 1968) zu den beliebtesten Figuren der Anwaltsserie, die ihre Emotionen immer offen zeigte und die gerade auch bei den Zusammentreffen der Serienfiguren in der „Martini Bar“, wo das aktuelle Seelenleben reflektiert wurde, mit frivolen und lustigen Anekdoten hervortat – und manchen Mann übertönte!

Jane Krakowski bei einer Netflix-Premiere im Juni 2018

Das Make-up ist etwas dramatischer gewählt und die Locken sind einem Sleek Bob gewichen: Jane Krakowksi heute
Foto: Getty Images

Auch interessant: Wie aus Miss Ciccone Superstar Madonna wurde

Nach dem Serienaus von „Ally McBeal“ ging es für Jane Krakowski mit verschiedenen TV-Produktionen weiter, so spielte sie unter anderem in der Serie „Everwood“ eine Psychologin und zeigte im Jahr 2016 im Musical „She loves me“ am Broadway ihr Gesangstalent. Sie ist mit Designer Robert Godley verheiratet, mit dem sie einen kleinen Sohn hat. Die offene Ausstrahlung hat sie sich seit den „Ally McBeal“-Zeiten erhalten.

Portia de Rossi alias „Nelle Porter“

In ihrer Rolle als Nelle Porter räumte Portia de Rossi (Jahrgang 1973) mit dem Klischee des blonden Dummchens auf und hinterfragt offen Vorurteile – warum sollte man im Business-Alltag etwa mit offen getragenen langen blonden Haaren nicht genauso ernst genommen werden wie mit konservativer Hochsteckfrisur?

Portia de Rossi

Mit ihren langen blonden Haaren und dem mädchenhaftem Aussehen bedient Portia de Rossi einige Schönheitsideale – und räumt in „Ally McBeal“ mit Vorurteilen auf
Foto: Getty Images

Ihre selbstbewusste Figur spaltet – in der Serie und im echten Leben. In ihrem 2010 veröffentlichten autobiografischen Buch „Das schwere Los der Leichtigkeit: Vom Kampf mit dem eigenen Körper“ berichtet de Rossi von ihrem langen Kampf gegen Magersucht und Bulimie. Der Wendepunkt: Mit nur mehr 38 Kilo Gewicht brach sie am Set einer Hollywood-Produktion zusammen und begriff, dass sie Hilfe braucht. Neben dem frühen Tod ihres Vaters nannte sie im Buch den Druck, in Hollywood bestehen zu müssen, sowie ihre lange geheim gehaltene Homosexualität als Gründe für ihre Krankheit.

Auch interessant: Serien-Hit „Alf“ – was wurde aus den Tanners und ihren Nachbarn?

Seit 2004 ist de Rossi mit der US-Talkmasterin Ellen DeGeneres zusammen, seit 2008 ist das Paar verheiratet. In Interviews bestätigte de Rossi immer wieder, DeGeneres‘ Liebe habe einen enormen Anteil an ihrem Genesungsprozess gehabt. Gemeinsam engagieren sich die Frauen, die sich vegan ernähren, für Tierschutzprojekte. Bei öffentlichen Auftritten spielt de Rossi wie einst ihre Serienfigur Nelle Porter mit Rollenbildern und greift gerne auf Hosenanzüge und Jumpsuits zurück. Gerne mit subtilen sexy Details wie bei dieser schwarzen Spitzenvariante:

Portia de Rossi bei einer Gallerieeröffnung in Nashville

Portia de Rossi trägt bei Events lieber Hosenanzüge statt Kleider
Foto: Getty Images

Auch interessant: Was wurde eigentlich aus den Backstreet Boys?

Im Mai gab de Rossi, die nach Ally McBeal in zahlreichen weiteren TV-Produktionen mitwirkte, darunter zum Beispiel die Ärzteserie „Nip/Tuck“, ihren Abschied vom Schauspiel-Business bekannt – natürlich in der Show von Ehefrau Ellen DeGeneres.

Vonda Shepard alias „Vonda Shepard“

Vonda Shepard besucht im Oktober 1998 das Museum of Television

Natürlicher Haarstyle und minimales Make-up: Vonda Shepard 1998 
Foto: Getty Images

Die Musikerin Vonda Shepard hatte eine Sonderstellung im Ensemble der „Ally McBeal“-Darstellerinnen, denn sie verkörperte sich selbst. In der „Martini Bar“ unterhalb der Anwaltskanzlei spielend, lieferte sie den Soundtrack zur Serie. Nachdem Shepard (Jahrgang 1963) zuvor nur schwer im Musikbusiness hatte Fuß fassen können, brachte ihr dieses Engagement den Durchbruch – ihr Song „Searchin’ my soul“ wurde zur Titelmelodie. Auch die folgenden Staffeln durfte sie musikalisch begleiten, ihr künstlerisches Schaffen war unmittelbar mit der US-Serie verbunden. Erst als diese aufgrund mangelnder Einschaltquoten eingestellt wurde, musste Shepard ohne Unterstützung der TV-Show weitermachen.

Auch interessant: Unglaublich, wie sich der Nerd aus „Glee“ verändert hat!

Doch so ganz konnte sich die Sängerin auch in den letzten Jahren nicht vom „Ally McBeal“-Erbe befreien, Neuveröffentlichungen blieben aus. Optisch ist Vonda Shepard ihrem natürlichen Look mit einem Hauch Country-Romantik treu geblieben:

Vonda Shepard bei einem Auftritt 2001 in Köln

Die musikalische Begleitung der Erfolgsserie „Ally McBeal“ brachte ihr den Durchbruch, der Musik ist Vonda Shephard beruflich seither treu geblieben
Foto: Getty Images

Mehr zum Thema: Diese Modetipps sollten Sie im Büro beachten

Lucy Liu alias „Ling Woo“

Als Lucy Liu die Rolle der kühlen, zugleich unnahbaren wie begehrten Anwältin Ling Woo übernahm, blickte sie bereits auf eine beeindruckende Filmografie zurück. Und mit „Ally McBeal“ begann der große internationale Erfolg für die amerikanisch-chinesische Schauspielerin: Parallel drehte sie Kinofilme wie „Drei Engel für Charlie“ und „Kill Bill Vol.1“ und „Kill Bill Vol.2“, die heute allesamt Kultstatus haben.

Lucy Liu auf der Hollywood Premiere von „Go“

Ihrem Signature-Look mit langen glatten schwarzen Haaren blieb Lucy Liu auch nach „Ally McBeal“ für viele Jahre treu
Foto: Getty Images

Nicht nur in der Serie hatte ihr Charakter Durchschlagskraft, ihre Präsenz hatte durchaus eine gesellschaftliche Dimension: In den späten 1990ern- und frühen 2000er-Jahren war Lucy Liu die berühmteste und bedeutendste Vertreterin asiatischer Frauen im US-Fernsehen. Bis heute ist ihr Bekanntheitsgrad enorm, und auch wenn die Produktionen in den letzten Jahren weniger geworden sind, ist sie noch immer gut im Geschäft. Mittlerweile trägt Lucy Lui (Jahrgang 1968), deren dominantes Auftreten in „Ally McBeal“ durch ihre schwarzen Haare und strengen Business-Outfits unterstrichen wurde, die Haare zwar Blond, ist ansonsten aber äußerlich beeindruckend unverändert – und jung – geblieben.

Lucy Liu bei der Premierenparty zur Premiere der zweiten Staffel von „Luke Cage“

Plötzlich blond: Lucy Liu in einem eleganten Red-Carpet-Look und neuem Haarstyle im Sommer 2018
Foto: Getty Images

Auch interessant: Die Wohnungen unserer Lieblings-TV-Serien im Grundriss

Courtney Thorne-Smith alias „Georgia Thomas“

Als Darstellerin der sehr erfolgreichen US-Jugendserie „Melrose Place“ wusste Courtney Thorne-Smith bereits um das Potential großer TV-Produktionen, und in den folgenden Jahre sollte sie hier nahtlos anknüpfen: Denn auch in ihrer Rolle als Georgia Thomas überzeugt sie Kritiker und Fans. 1999 gewann Thorne-Smith den begehrten „Screen Actors Guild“-Award, weitere zwei Male war sie dafür nominiert. Die Gegenspielerin von Ally McBeal spielt sie vielschichtig und entkräftigte so das Klischee vom viel beschworenen Zickenkrieg, denn die beiden Konkurrentinnen freundeten sich sogar an.

Courtney Thorne-Smith bei einer Veranstaltung des US-Senders VOX im Jahr 1998

Courtney Thorne-Smith spielte nach Ally McBeal unter anderem sehr erfolgreich in „Two and a half men“ mit
Foto: Getty Images

Auch interessant: Erkannt? So sieht der kleine Ben aus „Friends“ heute aus

Nachdem „Ally McBeal“ im Jahr 2002 endete, ging Thorne-Smiths Serienkarriere quasi nahtlos weiter: Bereits 2001 begannen schon parallel die Dreharbeiten für „Immer wieder Jim“, einer Serie, die in den USA bis 2009 äußerst erfolgreich lief. 2010 debütierte sie als Partnerin von Dauerpechvogel „Allen Harper“ in „Two and a half men“ – eine Rolle, die sie bis zum Serienfinale 2015 ausfüllte und in der sie auch den Zuschauern in Deutschland bestens bekannt ist. Privat lebt Thorne-Smith in zweiter Ehe mit dem Producer Roger Fishman zusammen, das Paar hat einen Sohn. Ihre beeindruckende Fernsehkarriere, in der sie stets eigenständige, selbstbewusste Frauen spielte, lässt Courtney Thorne-Smith heute noch genauso strahlen wie 1998.

Courtney Thorne-Smith bei einem Hollywood-Empfang in Glitzer-Blazer

Blazer-Look neu interpretiert: Bei einem Empfang in Hollywood zeigte sich Courtney Thorne-Smith im Glitzer-Anzug
Foto: Getty Images

Auch interessant: So haben sich die Stars aus „Friends“ verändert

Lisa Nicole Carson alias „Renée Raddick“

Auch für diese Schauspielerin bedeutete ihr Engagement bei „Ally McBeal“ den internationalen Durchbruch. Carson übernahm die Rolle der besten Freundin von Anwältin Ally und war der Gegenpol zu den mitunter schrulligen emotionalen Ausfälle der Anwältin.

Lisa Nicole Carson bei der 51. Emmy Verleihung

Lisa Nicole Carson 1999 bei der Emmy-Verleihung in einem roten Spaghettikleid in Samtoptik
Foto: Getty Images

Im echten Leben ging es für die US-Schauspielerin weit weniger harmonisch zu. Bereits während der Dreharbeiten zu „Ally McBeal“ kursierten Gerüchte von Drogenmissbrauch, schließlich musste sie die Serie aufgrund von unangebrachtem Verhalten verlassen. Ihren persönlichen Tiefpunkt erlebte Carson wohl im Jahr 2000, als sie wegen Pöbeleien in einem Hotel festgenommen wurde – in der Folge musste sie sich wegen ihrer psychischen Probleme in einer Klinik behandeln lassen.

Auch interessant: Lässig oder zu viel? Rihanna im Komplett-Schlangenprint

Eventuell der richtige Schritt zur rechten Zeit, denn einige Jahre später wurde bekannt, dass die heute Carson an einer bipolaren Störung leidet. Sie zog sich aus der Öffentlichkeit zurück und pausierte ihre Schauspielkarriere. Bis 2012, denn in diesem Jahr meldete sie sich erneut mit „Harry’s Law“ zurück. Die Serie wurde nach zwei Staffeln eingestellt, seitdem sah man sie in kleineren Engagements wie der Miniserie „The New Edition Story“. Doch auch auf dem Roten Teppich sieht man Lisa Nicole Carson wieder, und die Jahre scheinen optisch fast spurlos an ihr vorübergegangen zu sein, auch ihr Modegeschmack im echten Lebenhat sich wenig verändert: Rote Samtkleider mit Spaghettiträgern sind nach wie vor Outfit der Wahl.

Lisa Nicole Carson bei den American Black Film Festival Honors Awards 2018

Die Pose sitzt, und auch das Kleid ähnelt sehr dem Original – seit über 20 Jahren ist Lisa Nicole Carson ihrem Stil treu geblieben
Foto: Getty Images