24 Jahre nach „Mädchen“

So krass hat sich der Style von Luci van Org verändert

Luci van Org 1995
„Ich bin so froh dass ich 'n Mädchen bin, dass ich 'n Mädchen bin" – das ist wohl die berühmteste Textzeile aus Luci van Orgs Megahit „Mädchen", der 1994 die Charts stürmte
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Ihr 1990er-Jahre Hit „Weil ich ein Mädchen bin“ klingelt uns noch immer in den Ohren. Doch wie ist es dem frechen Rasta-Girlie von damals in der Zwischenzeit ergangen? Tatsächlich erweist sich Luci van Org (46) als eine vielseitige Allround-Künstlerin, die nicht nur ihren Style komplett verändert hat.

24 Jahre ist es her, als der Song „Mädchen“ auf allen Kanälen rauf- und runtergespielt wurde.

Das Popduo Lucilectric, bestehend aus Luci van Org und Ralf Goldkind, löste sich 1999 auf
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Was musikalisch nach „Mädchen“ geschah

Im Jahr 1999 war Schluss mit Lucilectric, genug des Mainstreams! Denn in Luci van Org, die mit bürgerlichen Namen Ina Lucia Hildebrand heißt, schlummern viele Talente. Und vor allem viele Interessen. Insgesamt gründete sie noch drei weitere Bands: Das Haus von Luci, Übermutter und Meystersinger. Letztere ist eine Zusammenarbeit mit dem Musiker Roman Shamov (51), besser bekannt als Rummelsnuff. Alles feministische Metal-, bzw. Gothic-Projekte, die absichtlich nicht allzu massentauglich daher kommen sollten. Denn das Glamour-Leben war eigentlich nie ihr Ding. Mit Meystersinger ist Luci noch immer musikalisch unterwegs, ihr letztes Album „Frieden“ erschien 2017. Von 1994 bis 2004 arbeitete sie zusätzlich Moderatorin beim Radiosender Fritz, außerdem schrieb sie Songs für Nina Hagen (63), James Last (1929-2015) und Nena (57). Hut ab!

Luci van Org

Luci kann auch elegant! Im Jahr 2000 spielte sie „Liane“ im gleichnamigen TV-Musical
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Luci van Org

Zwei Jahre später überrascht Luci van Org mit einer neuen, punkigen Kurzhaarfrisur
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Fetisch-Model und SM-Romanautorin – Lucis verruchte Seite

Die aus Berlin-Tempelhof stammende Künstlerin ist weit mehr als das kecke Mädchen auf der Blümchenschaukel, in ihr steckt auch ein ziemlich verruchtes Wesen. Im Jahr 2000 posierte sie als Fetisch-Model für Lack- und Leder-Klamotten. 2015 veröffentlichte sie den Sadomaso-Roman „Schneewittchen und die Kunst des Tötens“, eine Mischung aus Krimi und Fesselspielchen-Liebesgeschichte. Überhaupt fühlt sie sich der SM-Szene sehr verbunden, aber auch die nordische Sagenwelt hat es ihr angetan. Ihr Buch „Die Geschichten von Yggdrasil- das kleine Familienbuch der nordischen Sagen“ eignet sich deshalb für die ganze Familie. Insgesamt hat die Künstlerin vier Bücher herausgebracht. Einige Illustrationen stammen auch von ihr.

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SŠngerin Luci van Org bei einer Modenschau der besonderen Art

Luci van Org arbeite 2004 auch kurzeitig als Model für Fetisch-Mode
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Drehbuchautorin für Seifenopern und Kinofilme

Als hätte sie mit all dem nicht schon genug Talent bewiesen, arbeitet Luci van Org ebenso erfolgreich als Drehbuchautorin. So schrieb sie zwei Folgen für die Arzt-Serie „In aller Freundschaft“, eine für „Notruf Hafenkante“ und  2011 mit „Lollipopmonster“ sogar einen ganzen Kinofilm. Ein Jugenddrama, in dem es um Suizid, ersten Sex, Musik und viel Rache geht. Hin und wieder taucht sie sogar selbst als Schauspielerin vor der Kamera auf.

Fassen wir zusammen: Sängerin, Feministin, Moderatorin, Illustratorin, SM-Model, Autorin für Fetischromane, Kinderbücher und Kurzgeschichten. Sie schreibt Drehbücher von leichter Unterhaltung bis hin zur eher schweren Kost. 2001 heiratete sie den Regisseur Axel Hildebrand (49), mit dem sie einen gemeinsamen Sohn (14) hat. Vom Chart-Wunder zum Tausendsassa – alles in einem eine wirklich einmalige, sehr kontrastreiche Persönlichkeit.

Luci van Org

So sieht Luci van Org heute aus. Hier am Set ARD der Vorabendserie ‚WaPo Bodensee‘, für die sie ebenfalls Drehbücher schrieb
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