Ex-GNTM-Kandidatin über ihr Leben mit Endometriose

Anna Wilken: »Meine Modelagentur war genervt von mir!

Anna Wilken
Anna Wilken lässt sich von ihrer Endometriose-Erkrankung nicht unterkriegen – auch wenn sie sie im Alltag sehr einschränkt
Foto: Arya Shirazi

2014 wollte sie bei „Germany's next Topmodel“ noch groß im Modelbusiness durchstarten, mittlerweile hat Anna Wilken aber einen ganz anderen Weg eingeschlagen – wenn auch nicht ganz freiwillig. Die 23-Jährige ist hauptberuflich Influencerin und neuerdings auch Buch-Autorin. Mit STYLEBOOK sprach sie offen über Tiefpunkte, Periodenschmerzen und ihr Leben nach dem Modeln.

In ihrem Buch „In der Regel bin ich stark“ thematisiert Anna ihre Endometriose – eine Krankheit, bei der sich Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter im Körper anlagert und zu unterschiedlichen, oftmals sehr schmerzhaften Symptomen führt. Bei der 23-Jährigen ist die Endometriose so ausgeprägt, dass sie das Modeln aufgeben musste und mittlerweile einen Schwerbehindertengrad hat: „Es gibt oft Tage, an denen ich zum Beispiel nicht gut Staubsaugen kann, weil ich Beschwerden habe. Schwere Einkäufe zu tragen ist immer ein No-Go, das macht meistens mein Freund für mich“, erzählt das Ex-Model im Interview. „Auch Kälte ist ein Problem für mich. Ich schaue immer, dass ich nicht im tiefsten Winter auf den Weihnachtsmarkt gehe, wenn ich sowieso schon Beschwerden habe. Sonst kann man mich danach wirklich in die Tonne kloppen.“

Annas Freund Fußballprofi Sargis Adamyan unterstützt sie im Alltag, so gut es geht
Foto: privat

Schmerzen beim Sex

Die Symptomliste bei Endometriose ist lang und undurchsichtig, die Krankheit äußert sich bei den Betroffenen ganz unterschiedlich. Anna hat vor allem mit starken Periodenschmerzen, Durchfall und Verstopfung zu kämpfen. Auch beim Sex hat sie Schmerzen, wie sie zugibt. Die 23-Jährige ist bereits seit einigen Jahren mit Fußballprofi Sargis Adamyan zusammen. Wie sehr belastet so ein Thema eine junge Beziehung? „Gar nicht, weil wir viel reden“, stellt Anna Wilken klar. „Man muss einfach sehen, dass man irgendwelche anderen Wege für sich als Paar findet. Eine Beziehung besteht nicht nur aus Geschlechtsverkehr und Intimität, aber es macht eben schon etwas aus.“

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»Es gab einige Schocksituationen

Für ihren Freund war es anfangs schwierig, die Situation seiner Freundin nachzuvollziehen, mittlerweile sind beide aber ein eingespieltes Team. Der Weg dahin war nicht immer leicht, wie die 1,80-Meter-Beauty erzählt: „Es gab schon ein paar Schocksituationen, in denen er gemerkt hat, dass ich wirklich starke Beschwerden habe, beispielsweise als er mit mir zur Notapotheke oder zum Arzt musste.“ Derartige Momente seien zwar sehr drastisch gewesen, aber danach konnte ihr Freund besser nachvollziehen, wie schlecht es ihr unter Schmerzen geht.

Anna Wilken

Mittlerweile hat Anna sich mit ihrer Krankheit arrangiert und ist happy in ihrem Job als Influencerin
Foto: privat

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»Das Modeln hat mir keine Freude mehr bereitet

Termine habe sie wegen ihrer Beschwerden und Arztbesuchen oftmals absagen müssen, ihre Modelagentur hatte dafür kein Verständnis: „Die waren immer genervt, wenn ich absagen musste, weil ein Arzttermin vorging.“ Ein Umstand, der sie sehr belastet habe. So sehr, dass sie irgendwann keine Freude mehr am Modeln hatte. „Ich war unglücklich und habe mir selbst viel Druck gemacht“, erinnert sich Anna an diese Zeit.

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Vom Model zur Influencerin

Das Modeln hat hat sie mittlerweile komplett aufgegeben, in ihrem neuen Job als Influencerin sei sie jetzt viel glücklicher, „weil ich jetzt das tun kann, was ich am liebsten mache. Ich kann mich ungeschminkt vor der Kamera zeigen und erzählen, dass ich Unterleibsschmerzen habe und nichts posten werde. Da kann ich zu 100 Prozent Ich sein.“ Nach ihrem Tiefpunkt, an dem sie sich ganz verloren mit ihrer Krankheit gefühlt habe, könne sie jetzt mit ihrer Endometriose umgehen, betrachtet ihr Leiden als „Freundin“ und nennt es liebevoll Frieda. Ihre Erklärung dafür kommt prompt: „Man tut sich keinen Gefallen damit, wenn man eine Krankheit, die so oder so schon Scheiße ist, auch noch anfeindet. Die Erkrankung wird ja nicht besser dadurch. Da sollte man positiv bleiben.“

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In der Regel bin ich stark

✔️Von Anna Wilken