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Pflege und Hausmittel

Narben (fast) verschwinden lassen – Tipps vom Dermatologen

Frau mit Narben an den Beinen
Narben verblassen oder sogar ganz verschwinden lassen – STYLEBOOK sprach mit einem Experten über das Thema Foto: Getty Images

Narben entstehen schnell, bleiben aber oft für immer sichtbar. Während viele Betroffene sie als Lebenserinnerungen lieb gewinnen und sie als wichtigen Teil ihres Körpers annehmen, gibt es Menschen, die sich an ihnen stören und sie gerne kaschieren oder sogar ganz loswerden wollen. STYLEBOOK hat einen Experten zum Thema Narbenpflege und -behandlung befragt.

Fakt ist: Narben gehören zum natürlichen Wundheilungsprozess dazu. Sie entstehen, wenn tiefere Hautschichten verletzt werden und in der Folge neues Bindegewebe entsteht, das sich schon rein äußerlich vom Rest unserer Haut unterscheidet. Wie auffällig die Narben nach abgeschlossener Heilung noch sind, hängt vor allem von der eigenen Veranlagung und der Stelle der Verletzung ab.

Welche Arten von Narben gibt es?

Je nach Verletzung entstehen unterschiedliche Narben, die sich nicht nur durch ihr Aussehen, sondern auch durch die Art der Behandlung unterscheiden. Am häufigsten sind flache, weiße Narben, die durch kleinere Verletzungen entstehen. Bei tieferen Verletzungen bleiben häufig rote und erhabene Narben zurück, die viele Betroffene als störend empfinden, genau wie eingesunkene Aknenarben im Gesicht oder aber deutlich sichtbare, wuchernde Narben.

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Wie kann man Narben behandeln?

So viel vorab: Tägliche Pflege kann Narben mit der Zeit zwar weniger sichtbar machen, ganz verschwinden werden sie allerdings nie. Nach einer Verletzung braucht die Wunde zunächst Zeit, sich vollständig zu schließen, um Infektionen vorzubeugen. Erst nach etwa zwei Wochen kann mit einer leichten Massage des umliegenden Gewebes begonnen werden, um die Durchblutung zu fördern und die gebildeten Kollagenfasern aufzubrechen. „Das Ergebnis ist ein weicheres Gewebe und eine flachere, unauffälligere Narbe“, erklärt Dr. Timm Golüke, Facharzt für Dermatologie aus München. Dabei die Narbe aber niemals auseinander ziehen, sondern nur vorsichtig drumherum massieren, rät er.

Spezielle Narbencremes und -gels aus der Apotheke können dabei helfen, die Narbe weich und geschmeidig zu halten. Auch bei älteren Narben macht die Creme-Behandlung Sinn, um sie weiter verblassen zu lassen. Wichtig ist die richtige Creme und eine regelmäßige Anwendung. Wundsalben mit Inhaltsstoffen wie Dexpanthenol, Heparin, Allantoin oder auch Zwiebelextrakt lindern den Juckreiz, wirken entzündungshemmend und beruhigen gleichzeitig das Narbengewebe.

Tipps zur Narbenpflege

Sonnenschutz: Narbengewebe kann kein Melanin bilden und ist so anfälliger für Sonnenschäden. Deswegen die Narbe mindestens drei Monate vor direkter Sonneneinstrahlung schützen und immer einen Sonnenschutz auftragen.

Enge Kleidung vermeiden: Das Narbengewebe ist gerade bei frischen Narben besonders empfindlich und leicht reizbar. Achten Sie darauf, dass Kleidung nicht an der Narbe reibt oder sie eindrückt.

Moderate Bewegung: Verzichten Sie mindestens vier Wochen auf zu viel Sport. Übermäßige Bewegung führt zu einer starken Belastung des Gewebes, weshalb sich die Narbe wulstartig ausbreiten oder sogar wieder aufbrechen kann.

Trocken halten: Bei kleineren Verletzungen gilt: Lassen Sie die Narben unbedingt an der Luft trocknen und „kleben Sie kein Pflaster auf das frische Narbengewebe“, rät Dr. Golüke.

Hausmittel, die bei Narben helfen

Aloe Vera: Das Gel hilft nicht nur bei Verbrennungen, sondern lindert auch Spannungsgefühle und Juckreiz. Einfach auftragen und sanft einmassieren.

Honig: Das natürliche Wundermittel ist ein echter Alleskönner und spendet auch strapaziertem Narbengewebe Feuchtigkeit. Den aufgetragenen Honig für etwa eine Stunde einwirken lassen und das Ganze täglich wiederholen.

Zitronensäure oder Apfelessig: Die enthaltene Säure hilft dabei, dunkle Narben leicht aufzuhellen. Zusätzlich wird durch Zitronensäure die Zellerneuerung angeregt, Narben heilen schneller ab.

Öle: Egal ob Kokos- oder Arganöl – bei der Massage mit Öl geht es vor allem darum, die Durchblutung anzuregen und das Gewebe damit weich zu halten, bestätigt auch Dr. Golüke.

Was kann der Arzt tun?

Wenn die Narbe vollständig abgeheilt ist und trotz richtiger Pflege als störend empfunden wird, hilft der Gang zum Dermatologen. Dieser entscheidet je nach Beschaffenheit der Narbe über die richtige Behandlung. „Dabei ist egal, wie alt die Narbe ist“, meint Dr. Golüke, „das Hautbild kann immer verbessert werden.“ Mit einer Laserbehandlung oder einer Abschleifung – der so genannten Dermabrasion – werden Narben geglättet, was die Haut ebenmäßiger erscheinen lässt.

Eingesunkene Narben können mit einer Unterspritzung mit Hyaluronsäure, Kollagen oder Eigenfett aufgepolstert werden, erhabene Narben werden mit einer Kryotherapie gezielt mit Kälte behandelt. Bei besonders großen Narben, wie sie beispielsweise nach Verbrennungen entstehen können, hilft oft nur noch eine Hauttransplantation oder ein operativer Eingriff.

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