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Umsatz, Flops, Innovationen

110 Jahre Nivea! Spannende Fakten zum Marken-Jubiläum

Nivea Creme
Der Nivea-Klassiker in der blauen Dose kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblickenFoto: dpa Picture Alliance

Alles fing 1911 mit einer schneeweißen Creme an, heute umfasst das Nivea-Sortiment über 500 Produkte. Doch trifft die bekannte Marke mit dem weißen Schriftzug auf blauem Grund noch den Nerv der Zeit? STYLEBOOK hat sich Geschichte und Entwicklung genauer angeguckt und die wichtigsten Fakten zum Jubiläum gesammelt.

In mehr als 200 Ländern ist der Creme-Klassiker erhältlich. Produziert wird er von Beiersdorf – ein Konzern, zu dem auch Marken wie Eucerin, Labello, 8×4 und Hidrofugal gehören. Laut Unternehmenswebsite war für die Geburtsstunde von Nivea eine Zutat ausschlaggebend: 1911 erfand der Chemiker Dr. Isaac Lifschütz „Eucerit“ – einen Emulgator, der Wasser und Öl zu einem stabilen Gemisch vermengt. Mit Hilfe von Eucerit stellten der Dermatologe Prof. Paul Gerson Unna und Beiersdorf-Mitbegründer Dr. Oscar Troplowitz daraufhin die bis heute bekannte Nivea-Creme her. Dabei leitet sich der Name vom lateinischen Wort „nix, nivis“ für „Schnee“ ab. Nivea bedeutet also grob übersetzt „die Schneeweiße“.

Straßenbahn mit Nivea-Schriftzug
Eine Berliner Strassenbahn im Jahre 1965 – mit Nivea-Werbung!Foto: dpa Picture Alliance

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Schwächelt die Marke Nivea?

2020 war für Nivea kein gutes Jahr. In den ersten sechs Monaten brach der Umsatz im Gegensatz zum Vorjahr um 8,8 Prozent ein. Das teilte Beiersdorf in seinem offiziellen Geschäftsbericht mit. 2021 darf man wieder vorsichtig optimistisch sein: Nivea erzielte im ersten Quartal wieder ein Umsatz-Plus – wenn auch nur von 0,5 Prozent. Insgesamt erwirtschaftete Beiersdorf in den ersten drei Monaten dieses Jahres einen Umsatz von 1,9 Milliarden Euro.

Die Konkurrenz im Bereich Hautpflege ist groß. Immer mehr junge Marken boomen dank Influencer*Innen und exzessiver Werbung via Social Media. Wie kann ein Traditionsprodukt wie Nivea mit den vielen neuen Labels mithalten? „Mit innovativen Produkten, die sich speziell an die junge Zielgruppe richten, die Wert auf Nachhaltigkeit legt“, teilt das Unternehmen auf STYLEBOOK-Nachfrage mit. Dazu zähle beispielsweise die MagicBar (5,99 Euro), ein neues Gesichtsreinigungsprodukt in fester, seifenähnlicher Form, das ganz ohne Plastik auskomme. „Während Wettbewerber nur ein bis zwei Produkte anbieten, haben wir tägliche Reiniger für verschiedene Hauttypen und auch Peelings“, heißt es weiter.

Werbeplakat von Nivea
Längst haben die Nivea-Werbeplakate – hier eines aus den späten 30er Jahren – Kultstatus erreichtFoto: dpa Picture Alliance

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Studie zur Wirksamkeit des CoEnzyms Q10

Im Laufe der Zeit hat Nivea bereits diverse ikonische Produkte auf den Markt gebracht: In den 1950er Jahren war der aufblasbare Ball in den Nivea-Farben Blau und Weiß ein beliebtes Urlaubsaccessoire (über 20 Millionen wurden davon hergestellt), in den 60ern lancierte Nivea eine spezielle Pflegeserie für zarte Babyhaut. 1998 entwickelte die Marke eine neue Creme für die reife Haut mit hauteigenem Inhaltsstoff, dem CoEnzym Q10. Es gilt als starkes Antioxidans gegen freie Radikale und soll Faltern mildern. Erst im April 2021 veröffentlichte Beiersdorf die Ergebnisse einer Studie, die sich mit der Wirkung von Q10 in der Hautpflege auseinandersetzte.

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Einige Nivea-Produkte fielen im Test durch

Doch wo Licht ist, ist bekannermaßen auch Schatten – wie viele andere große Marken auch besteht Nivea nicht jeden Öko-Test. So wurde 2019 die „Nivea Essentials Tagespflege 24h Feuchtigkeit + Frische“ mit „mangelhaft“ bewertet, weil sie problematische Mineralölbestandteile und Kunststoffverbindungen enthielt. Ebenfalls 2019 fiel bei Öko-Test die „Nivea Reichhaltige Body Milk 48h“ durch: Die Creme wurde als „ungenügend“ eingestuft, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass einige Inhaltsstoffe Krebs erregen könnten. Zudem sei der Duftstoff Lilial nachgewiesen worden, der sich in Tierversuchen als fortpflanzungsschädigend erwiesen habe. Beiersdorf soll nach dem „Öko-Test“-Ergebnis seine Rezeptur überarbeitet haben.