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Dermatologin im Gespräch

Schuppige und trockene Brustwarzen – Ursachen und Behandlung

Weibliche Brust
Trockene und schuppige Brustwarzen können verschiedene Ursachen haben – STYLEBOOK sprach mit einer Ärztin Foto: Getty Images

Als eine der empfindlichsten Körperregionen neigen die Brustwarzen zu Irritationen. Somit ist es wenig verwunderlich, dass nicht nur stillende Mütter von dem Problem trockener, schuppiger Brustwarzen betroffen sind. Was die Ursachen dafür sind und wie Sie das Problem ganz einfach behandeln können, hat STYLEBOOK eine Expertin gefragt.

„Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann die von Natur aus sehr empfindliche Brustwarzenregion trocken und schuppig erscheinen. Dies fühlt sich sehr unangenehm an. Oftmals juckt die Haut zusätzlich und wird in extremen Fällen rötlich, wund und rissig“, weiß Viktoria Buck, Fachärztin für Dermatologie in Berlin. „In der Regel sind die Ursachen aber nur vorübergehend, harmlos und sehr einfach zu behandeln.“

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Mögliche Gründe für trockene Brustwarzen

Stillen

Etwa 80 bis 90 Prozent der stillenden Mütter sehen sich über kurz oder lang mit dem Problem trockener, rissiger oder wunder Brustwarzen konfrontiert. „Säuglinge saugen oft über einen langen Zeitraum mit viel Speichel und sehr intensiv. Hinzu kommt, dass die Brustwarzen vor allem in den ersten Tagen nach der Geburt besonders empfindlich sind, denn durch den Milcheinschuss dehnt sich das Gewebe aus und wird stärker durchblutet“, so die Dermatologin.

Aggressive Reinigungsprodukte

Aggressive Seifen und Duschgele können den Säureschutzmantel der Haut angreifen und so Trockenheit bis hin zu Entzündungen verursachen.

Chlor und Salzwasser

Wer sich viel in gechlortem Wasser oder Salzwasser aufhält, kann in der Folge trockene Brustwarzen und Hautreizungen bekommen.

Synthetische Stoffe

Synthetische Fasern wie Nylon, Polyacryl oder Polyamid können Hautreizungen verursachen. Sie fühlen sich auf der Haut zwar leicht und luftig an, sind aber weit weniger atmungsaktiv als Naturfasern und geben auch weniger Feuchtigkeit und Schweiß nach außen ab.

Reibung

„Wenn die Brustwarzen, z.B. beim Sport oder bei sexuellen Aktivitäten ,an der Kleidung oder anderen Gegenständen reiben, können sie trocken und rissig werden“, so Frau Buck. „Aufgescheuerte Brustwarzen gehen typischerweise einher mit trockenen, rissigen Stellen, die durchaus schmerzhaft sind und zum Teil sogar leicht bluten können.“ In den Wintermonaten können die Symptome stärker ausgeprägt sein, da die Haut bei kaltem Wetter anfälliger für Trockenheit ist.

Hormonelle Schwankungen

„Auch hormonelle Schwankungen während der Schwangerschaft oder während des Menstruationszyklus können sich auf die Brüste auswirken“, weiß Frau Buck. „Viele Frauen leiden dann phasenweise unter Spannungsgefühlen, Trockenheit, Überempfindlichkeit und Juckreiz. Zurückzuführen ist dies auf die natürlichen Veränderungen des Östrogen- und Progesteronspiegels im Körper.“

Wie lassen sich trockene Brustwarzen behandeln?

„Auch bei der Behandlung trockener Brustwarzen gilt, dass man das zugrundeliegende Problem finden und behandeln sollte und nicht nur das Symptom“, so Frau Buck. „Wenn eine Erkrankung ausgeschlossen werden kann, sollte man die Brustwarzen wie jede andere empfindliche Hautpartie behandeln.“

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In der Regel können die Betroffenen die Trockenheit der Brustwarzen mit rezeptfreien Mitteln oder Hausmitteln behandeln. Bei akuten Symptomen hilft beispielsweise das Eincremen mit Olivenöl, speziellen Brustwarzencremes oder feuchtigkeitsspendender Lanolinsalbe. Generell gilt, die Brustwarzen immer sauber, trocken und gut hydratisiert zu halten.

Wie kann man trockenen Brustwarzen vorbeugen?

Beim Sport

„Tragen Sie beim Sport Oberteile die nicht direkt an den Brustwarzen reiben. Ein Sport-BH ist empfehlenswert. Er sollte gut sitzen und in der Bewegung nicht an den Brustwarzen reiben. Wenn möglich, greifen Sie beim Material auf Naturfasern zurück, die die Haut optimal atmen lassen“, rät Frau Buck. Tipp: Das Anlegen von Pflastern über den Brustwarzen vor dem Training kann helfen, sie vor Reibung zu schützen.

Beim Sex

Vermeiden Sie es, die Brustwarzen zu stimulieren, wenn sie sich unangenehm empfindlich, trocken oder wund anfühlen, um die Reizung nicht noch zu verschlimmern.

Bei Kontaktdermatitis

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die auf bestimmte Materialien, Parfums oder Salben allergisch reagieren (Kontaktdermatitis genannt), ist es am besten, das Allergen komplett zu meiden. Die Haut eigenmächtig an ein Allergen zu gewöhnen oder abzuhärten ist eine Mär und führt mit Sicherheit nicht zum gewünschten Erfolg.

Beim Stillen

Achten Sie in dieser besonderen Zeit vor allem darauf, Soor (Hefepilzinfektion) zu verhindern, Menschen können Soor verhindern, indem sie ihre Brustwarzen kühl, trocken und sauber halten. In akuten Fällen von Wundheit helfen sogenannte Still-Hütchen und gekühlte Hydrogel Pads.

Beim Duschen

Zur direkten Reinigung der Brustwarzen am besten auf Seife und Peelings verzichten und einen weichen, feuchten Waschlappen verwenden.

Generell gilt: Ein gesunder Lebensstil ist immer ratsam. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum und Zigaretten sowie regelmäßige Bewegung.

Trockene Brustwarzen – wann sollte man zum Arzt gehen?

„Wenn der Verdacht auf eine Erkrankung besteht, weil die Symptome nach etwa 5-7 Tagen nicht abklingen, Sie eine Entzündung, eine plötzlich auftretende starke Reizung, gelblichen Ausfluss oder erhöhte Temperatur der Brustwarzen bemerken, lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Facharzt untersuchen“, so Frau Buck. „Bei einer Infektion kann er Ihnen ein orales Antibiotikum oder eine antibiotische Salbe verschreiben. Sollte es sich um eine allergische Reaktion handeln, kann eine Steriodcreme schnelle Linderung verschaffen.“

Weitere Ursachen für trockene Brustwarzen

Hefepilzinfektionen

Hefepilzinfektionen oder Soor sind auf den Pilz Candida albicans zurückzuführen. Sie können auftreten wenn Keime mit bereits rissigen, wunden Brustwarzen in Berührung kommen, beim Stillen oder nach der Einnahme von Antibiotika.

Soor zeigt geht in der Regel einher mit dem Gefühl brennender, stechende schmerzender, juckender Brustwarzen. Diese sind wund, gerötet, glänzen und können einen Ausschlag aufweisen.

Soor gedeiht am besten in einer warmen, feuchten Umgebung, daher sollten Sie die die Brustwarzen möglichst trocken und kühl halten, um das Auftreten von Soor zu verhindern. Regelmäßiges Wechseln von Hemden und BHs kann helfen, Hefeinfektionen zu verhindern. Eine Antimykotische Salbe, vom Facharzt verschrieben, führt zu schneller Linderung.

Ekzeme

„Ekzeme sind entzündliche Hauterkrankungen und bezieht sich am häufigsten auf die Erkrankung namens atopische Dermatitis“, weiß Frau Buck. „Etwa 5 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder sind im Laufe ihres Lebens davon betroffen und leiden unter trockenen Hautpartien, zumeist an Händen oder Füßen, bei denen sich die Haut regelrecht abschält.“ Sie kann aber ebenso an den Brustwarzen auftreten und mit speziellen Salben gut behandelt werden.

Paget-Syndrom und Krebs

In sehr seltenen Fällen können Veränderungen der Brustwarzen auf die Paget-Krankheit hinweisen, die mit Brustkrebs einhergeht. Diese sind an folgenden Warnzeichen zu erkennen. „Sie verursacht einen trockenen, schuppigen, schmerzhaften Ausschlag um die Brustwarze, der mit einem Ekzem verwechselt werden kann“, so Frau Buck. „Bei Brustkrebs ist in der Regel nur eine der Brustwarzen betroffen. Achten Sie auf die Hauptsymptome: abblätternde oder schuppende Haut an der Brustwarze, die nicht abheilt sowie gelblicher oder blutiger Ausfluss oder aber eine plötzlich eingezogene Brustwarze.“

Quelle

Mit fachlicher Beratung von Viktoria Buck, Privatpraxis für klassische & operative Dermatologie mit Schwerpunkt Ästhetik und Laser in Berlin.

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