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Kann man von engen Hosen Besenreiser bekommen?

Nachgefragt beim Arzt

Kann man von zu engen Jeans Besenreiser bekommen?

Frau mit engen Jeans
Angeblich können enge Jeans Besenreiser verursachen. Ob das stimmt, lesen Sie bei STYLEBOOK.Foto: Getty Images

Besenreiser sind kleine Venen, die bläulich durch die Haut schimmern und als netzartige Muster an den Beinen erscheinen können. Lesen Sie bei STYLEBOOK, woher sie kommen und wie man ihnen vorbeugen kann. Außerdem klären wir, ob es wirklich stimmt, dass das Tragen enger Jeans ihre Entstehung begünstigt.

Was sind Besenreiser?

Sogenannte Besenreiser zeichnen sich als feine, bläulich schimmernde Linien unter der Haut ab. Sie entstehen, wenn das umliegende Gewebe nicht fest genug, um das mit hohem Druck durch die Venen gepumpte Blut innerhalb der Venenwände zu halten. Die Gefäße erweitern sich, in ihnen sammelt sich nun mehr Blut.

Was Betroffene zumeist unästhetisch finden, ist zumindest aus gesundheitlicher Sicht kein Problem: Im Gegensatz zu „echten“ Krampfadern, die aus größeren, tiefer liegenden Gefäßen entstehen, sind Besenreiser unbedenklich.

Kann man von engen Hosen Besenreiser bekommen?

Man liest immer wieder, dass das Tragen enger Jeans die Entstehung von Besenreisern begünstigen kann. Denn die Beengtheit würde die Durchblutung der Beine stören und könnte den Blutstau irgendwann zum Platzen bringen. Doch das ist, wie Dermatologe Dr. med. Timm Golüke auf STYLEBOOK-Nachfrage versichert, totaler Quatsch. „Im Gegenteil“, so der Experte. „Man empfiehlt bei stehenden Berufen sogar, Kompressionsstrümpfe zu tragen, um eine entsprechende Entwicklung zu vermeiden.“

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Mögliche Ursachen für Besenreiser

Es hängt es von verschiedenen Faktoren ab, ob jemand zu erweiterten Äderchen neigt. Frauen sind generell häufiger betroffen. Das liegt vor allem an ihrem von Natur aus schwächeren Bindegewebe. Mit zunehmendem Alter erschlafft dieses zusätzlich, sodass spätestens ab etwa 50 Besenreiser vermehrt auftreten können.

Veranlagung und Vorerkankungen

Dr. Golüke betont die Rolle der genetischen Veranlagung. Doch auch Vorerkrankungen seien ein Faktor. Besenreiser können gemeinsam mit anderen Venenleiden, aber auch einzeln auftreten. „Manchmal können sie auch Hinweis auf eine durchgemachte Thrombose sein, also ein Blutgerinnsel.“

Lebensführung

„Menschen, die viel stehen, neigen eher zu Besenreisern“, fügt der Arzt hinzu. Daneben können ein übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum sowie Übergewicht und hormonelle Veränderungen die Tendenz verstärken.

Besenreiser
Viele Betroffene empfinden Besenreiser als SchönheitsmakelFoto: Getty Images

Entstehung von Besenreisern vermeiden

Massagen und Wechselduschen

Maßnahmen, die die Durchblutung fördern und das Bindegewebe stärken, können die Neigung zu Besenreisern ein wenig lindern. Hierzu zählen Massagen der Beine, am besten unter Wasser und mit einer Bürste. Weiterhin trainieren Wechselduschen (also kaltes und warmes Wasser im Wechsel) das Zusammenziehen und Erweitern des Gewebes. Das sorgt für mehr Elastizität.

Ausreichend Bewegung

Der größte Risikofaktor für Venenprobleme wie Besenreiser ist Bewegungsmangel. Wer im Berufsalltag viel sitzen oder stehen muss, sollte regelmäßige Pausen für Bewegung in seine Arbeitsabläufe integrieren. Gern auch ab und zu und nach Feierabend die Beine hochlegen – so werden die Venen entlastet und es ist weniger Druck notwendig, um Blut aus den Beinen zum Herzen zu pumpen.

Vorsicht vor angeblichen Hausmitteln!

Auch Apfelessig soll sich förderlich auf die Durchblutung und das Bindegewebe der Beine auswirken. So empfehlen einige Frauen, das Hausmittel auf ein Wattepad zu geben und damit die anfälligen Stellen abzureiben. Angeblich soll man so sogar vorhandene Besenreiser entfernen können. Doch Dermatologe Golüke rät dringend davon ab – „davon könnte man eine Thrombophlebitis bekommen, also eine Entzündung der oberflächlichen Vene“.

Besenreiser einfach kaschieren

Da Besenreiser vor allem in der Anfangsphase noch recht blass sind, können sie einfach kaschiert werden. Schon unter einer Feinstrumpfhose sind die durchscheinenden Venen in der Regel nicht mehr zu erkennen. An heißen Tagen verschwinden sie effektiv unter einer dünnen Schicht Selbstbräuner oder Make-up. Und im Sommer, wenn die Haut leicht gebräunt ist, sieht man Besenreiser ohnehin kaum.

Besenreiser beim Arzt entfernen lassen

Besenreiser kann man veröden. Dermatologen bieten die Behandlung durch Einspritzen bestimmter Chemikalien oder mittels Lasertherapie an. Bei dem Verfahren werden Strahlen auf die erweiterten Venen gerichtet, die Gefäße dadurch irreversibel geschädigt und schließlich vom Körper abgebaut. In wenigen Wochen sollen die Stellen verheilt und die Besenreiser nicht mehr zu sehen sein – sofern alles klappt. Eine ultimative Erfolgsgarantie gibt es nicht. Gerade bei sehr feinen Besenreisern besteht das Risiko, dass die Äderchen nicht getroffen werden und nach der Behandlung sichtbar bleiben.

Kosten für eine Verödung

Je nach Umfang des zu behandelnden Areals kostet der Eingriff ab 60 Euro, meist ist nur eine Sitzung nötig. Es handelt sich um einen rein kosmetischen Eingriff. Deshalb sollte man vorab mit der Krankenkasse abklären, ob anfallende Kosten für die Therapie übernommen werden.

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