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STYLEBOOK hat's probiert

Temporäre Tattoos im Selbsttest – das Ergebnis überrascht

Temporäre Tattoos
Temporäre Tattoos? Nach anfänglichem Zweifel überraschend gut!Foto: STYLEBOOK

Temporäre Tattoos? Das klingt im ersten Moment nach den bunten Klebemotiven, die man als Kindso toll fand. Die erwachsene Version sieht aber viel echter aus – und hält auch deutlich länger. STYLEBOOK-Redakteurin Katharina Kunath hat den Test gemacht und ist überrascht vom Ergebnis.

Meinen Körper zieren insgesamt zehn Tattoos – eigentlich. Seit ein paar Tagen sind es drei mehr. Ein Drache rankt sich über meinen rechten Rippenbogen, einer meiner Finger wird von einem Halbmond geziert und auf meinem rechten Arm ist außerdem das italienische Wort für Liebe zu lesen. Schöne Motive – die in den kommenden Tagen aber wieder verschwinden werden: Denn es sind temporäre Tattoos, die ich für STYLEBOOK teste, also keine Werbung, alles ist selbst gezahlt.

Was sind temporäre Tattoos?

Temporäre Tattoos erfahren gerade einen Boom. Anders als die Klebetattoos, die einfach auf die Haut aufgebracht werden und die sich nach wenigen Tagen abwaschen, sollen diese Tattoos täuschend echt aussehen und länger halten. Je nach Körperstelle bleiben der wasser- und schweißfeste Körperschmuck bis zu zwei Wochen schön – so das Versprechen. Wie das funktioniert? Der Vorreiter auf dem Markt arbeitet beispielsweise mit einem natürlichen Farbstoff, der sich in der Oberhaut, der Epidermis anlagert. Da die sich ungefähr alle vier Wochen erneuert, verblassen die Farbeinlagerungen langsam.

Doch nicht nur die Haltbarkeit ist länger als bei herkömmlichen Klebetattoos, auch die Motive sind deutlich cooler, als man das beim Wort „Aufklebe-Tattoo“ vielleicht denkt. Interessierte können aus hunderten verschiedene Motive wählen, darunter limitierte Editionen, die in Zusammenarbeit mit bekannten Tattoo-Künstlerinnen und Künstlern oder Illustratorinnen und Illustratoren entstanden sind.

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Die Anwendung ist einfach, macht mich aber skeptisch

Ich habe mir insgesamt drei verschiedene Motive ausgesucht, die ich an unterschiedlichen Körperstellen testen möchte: Ein winziges Fingertattoo (7 Euro), eine etwas größere Schrift für den hinteren Oberarm (9 Euro) und einen Drachen (15 Euro), den ich auf meine Rippen kleben möchte. So kann ich testen, wie schnell sich die Tattoos an den unterschiedlichen Stellen abnutzen.

Die Anwendung ist alles andere als schwer: Zuerst überlegt man, wo man das Tattoo haben möchte, klar. Die Hautstelle wird mit einem mitgelieferten Reinigungstuch von überschüssigen Hautschüppchen und -fett befreit. Im Anschluss wird das Tattoo aufgeklebt. 60 Minuten muss die Folie nun auf der Haut bleiben, damit die Tinte einziehen kann. Klingt einfach, doch beim größten der Tattoos stoße ich direkt auf Schwierigkeiten. Auf meinem Rippenbogen aufgetragen, wirft die Folie direkt Falten – und ist alles andere als bequem. Ob der Drache am Ende überhaupt etwas wird? Die beiden anderen Motive sind da deutlich einfacher in der Handhabung, ein mal aufgetragen, spüre ich die Folie in der nächsten Stunde gar nicht mehr.

Temporäre Tattoos
Die Tattoos werden einfach auf die Haut geklebt – dann heißt es warten…

Direkt nach dem Auftragen sind die temporären Tattoos noch nicht als solche zu erkennen

Nach 60 Minuten Wartezeit ziehe ich die Folien vorsichtig ab. Der Halbmond auf meinem Finger ist direkt schwarz. Der Schriftzug ist dagegen noch helltürkis, was aber normal sein soll. Innerhalb der nächsten 24-36 Stunden soll das Motiv natürlich nachdunkeln und dann wie eine echte Tätowierung aussehen. Und der Drache? Der überrascht mich am meisten, denn trotz des unschönen Faltenwurfs der Folie hat sich das Motiv toll entwickelt – ist aber auch (noch) türkis.

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Temporäre Tattoos
Teilweise noch etwas sehr hell: Die temporären Tattoos in den ersten drei Tagen.

Erst ab Tag 3 sehen die temporären Tattoos wirklich gut aus

Die ersten zwei Tage heißt es warten. Drache und Schriftzug lassen sich ordentlich Zeit, um nachzudunkeln. Erst ab Tag drei sind beide Motive so dunkel, dass sie als Tätowierungen durchgehen. Doch die Wartezeit hat sich gelohnt! Denn jetzt sehen sie auf den ersten Blick so täuschend echt aus, dass mich Freunde auf meine neuen Tattoos ansprechen. Klar, würde man die Motive ganz nah betrachten oder über die Haut fahren, würde man merken, dass es sich niemals um ein frischgestochenes Tattoo handeln kann: Die typischen Erhebungen der Linien fehlen. Dafür aber auch der Schmerz, den ein echtes Tattoo in den ersten Tagen mit sich bringt.

Ab Tag 6 fängt das Fingertattoo an zu verblassen

Drei Tage hat es gebraucht, bis sich alle Tattoos „entwickelt“ haben. An Tag sechs beginnt das Fingertattoo langsam an Farbe zu verlieren, sieht aber immer noch sehr echt aus. Eben einfach wie eine Tätowierung, die schon zwei, drei Jahre alt ist. Tatsächlich gefällt mir der Look so deutlich besser als am Anfang. Die anderen beiden Tattoos sind dagegen noch ganz dunkel. Auf meiner Haut wirkt die Tattoofarbe eher bläulich als tiefschwarz. Das ist laut Hersteller aber normal.

Temporäre Tattoos
Während das Fingertattoo schon ordentlich Farbe verloren hat, sind die beiden anderen Tattoos noch schön dunkel.Foto: STYLEBOOK

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Am 9. Tag ist eins der temporären Tattoos fast weg

Vielfaches Händewaschen hat dazu geführt, dass das ursprünglich so dunkle Fingertattoo deutlich verblasst ist. Wie eine echte Tätowierung sieht es nicht mehr aus – eher wie ein Stempelabdruck. Die zwei anderen Motive stehen dagegen mittlerweile wirklich realistisch aus: Die Farbe ist satt, die Form gut erkennbar. Weitere Freunde, denen ich den Schriftzug auf dem Arm und den Drachen zeige, denken, ich hätte mich spontan tätowieren lassen.


Tag 12: Zwei der Tattoos sind weiterhin sichtbar

An Tag 12 ist von der Mondsichel auf meinem Finger nichts mehr erkennbar. Einfach weg – als wäre nie etwas da gewesen. Damit hat das kleine Tattoo am kürzesten gehalten, liegt aber im versprochenen Zeitrahmen von ein bis zwei Wochen Sichtbarkeit. Die beiden temporären Motive auf Rippen und Oberarm sehen dagegen weiterhin sehr gut aus. Sie sind zwar nicht mehr ganz so dunkel wie noch vor ein paar Tagen, aber weder verwischt, noch zu stark ausgeblichen. Ich bin gespannt, wie lang es dauert, bis auch sie gänzlich verschwunden sind.

Tag 22: Das war’s!

Zehn Tage später ist nun auch der Schriftzug am Oberarm gänzlich verschwunden. Der Drache am Rippenbogen besteht nur noch aus ein paar wenigen kleinen Fleckchen, die wohl auch in den kommenden Tagen verschwinden werden. Schade eigentlich!

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Mein Fazit: Temporäre Tattoos sind besser als ich dachte

Im Großen und Ganzen bin ich überzeugt vom Ergebnis. Die temporären Tattoos halten gut, die Motive sind schön und die Anwendung einfach. Als tätowierte Person muss ich sagen: Die Motive wirken verdammt echt – auch im direkten Vergleich mit richtigen Tätowierungen. Sogar tätowierte Freunde konnte ich damit mehrfach austricksen.

In das Drachenmotiv habe ich mich mittlerweile außerdem so verliebt, dass ich es mir direkt stechen lassen möchte. Das Fingertattoo hat mir dagegen gezeigt, dass Tätowierungen auf den Händen für mich nicht infrage kommen. Eine sehr hilfreiche Erkenntnis. Tatsächlich hatte ich schon mit dem Gedanken an ein echtes Tattoo auf dem Finger gespielt! Ich kann die temporären Tattoos von daher wirklich jedem empfehlen, der oder die noch unschlüssig bezüglich der perfekten Stelle oder auch des Motivs selbst ist. Egal, ob schon tätowiert oder kompletter Neuling.

Der größte Haken ist definitiv der Preis

Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob die Tattoos auf allen Hauttypen so gut halten wie bei mir. Auch schade: Wirklich große Motive gibt es nicht. Wer also gerne mal ausprobieren würde, wie ein Backpiece oder Sleeve (ein volltätowierter Rücken bzw. Arm) aussehen würde, muss ganz schön viele einzelne Motive bestellen. Was uns zum – meiner Meinung nach – einzigen wirklich großen Manko bringt, dem Preis. Die Motive kosten zwischen 8 bis 20 Euro pro Stück. Wer viel experimentieren möchte, ist schnell eine ganze Stange Geld los. Auf der anderen Seite: Das ist natürlich nicht vergleichbar mit dem Preis für ein echtes Tattoo – oder das Weglaserns, wenn man sich doch falsch entschieden hat.

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