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Experten erklären

Wie die Pandemie unser Make-up verändert hat

Illustartion einer Frau mit Make-up und Maske
Mit der Corona-Zeit hat sich auch unser Blick aufs Make-up verändert. Wie genau? Experten erklären's!Foto: Getty Images

Home Office, Maske, keine Events, viel Zeit zu Hause – die Corona-Zeit hat viel verändert, auch in Hinblick auf unser Make-up. Welche Schmink-Trends sich jetzt durchsetzen und was durch die Pandemie plötzlich zweitrangig geworden ist – Make-up-Experten klären auf.

Das Verhältnis zu Make-up hat sich, wie vieles im Alltag der Menschen, durch die Corona-Pandemie stark gewandelt. Früher schminkte man sich für den Alltag und legte noch nach, wenn man ausging. Das machen zwar nach wie vor viele, aber dennoch hat sich durch die Zeit zu Hause und mit Maske einiges getan in Sachen Beauty. „Im Fokus steht nun das Auge“, sagt Boris Entrup, Make-up-Experte für den VKE-Kosmetikverband. Man betont die Augenbrauen, setzt Mascara, Lidschatten, Kajal oder Eyeliner stark ein – „eben die Stellen, die man mit Maske zeigen kann“. Hier wird dann schon mal bewusst auffallend und ausgefallen betont: Etwa mit einem Statement-Eyeliner mit auffälligem Wing. Der steht jetzt auch im Alltags-Make-up hoch im Kurs – als schmucker Akzent neben der fast schon vermummenden Schutzmaske.

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Mehr Pflege, weniger Make-up in Pandemie-Zeiten

Während der Markt für dekorative Kosmetik in diesen Pandemiezeiten laut Ricarda Zill, Make-up-Artist und Expertin für den Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel (IKW), insgesamt stark eingebrochen ist, boomt das Geschäft mit Pflegeprodukten – von Haarkuren bis zur Nagelpflege. Hier ist vor allem erkennbar, dass die Verbraucher immer mehr Wert auf Qualität legen. Es gibt auch ein Bedürfnis nach Transparenz bezüglich der Inhaltsstoffe und dass die Kosmetika nachhaltig produziert sind. Damit einher geht eine Nachfrage nach „clean beauty“, was übersetzt saubere Kosmetik bedeutet. Hersteller dieser Produkte verzichten auf kritische Inhaltsstoffe und setzen auf organische, bio und vegane Kosmetika. Zugleich gibt es ein wachsendes Interesse an pflegenden, unterstützenden Produkten für die Gesichtshaut – oft anstelle von deckendem, starkem Make-up.

Phänomen Home-Office-Make-up

Und wenn Make-up gekauft wird, dann häufig jenes, das zum Alltag im Homeoffice und auch insgesamt mehr Zeit in den eigenen vier Wänden passt. Wie die Kleidung haben viele Menschen auch das Make-up dafür verändert, sagt Make-up-Artist Boris Entrup. Er spricht von einem „Home-Level“. Aber da man zu Hause auch verstärkt in digitale Kommunikation in Form von Gesprächen vor Laptopkameras eingebunden ist, gibt es auch einen Gegentrend. Denn man hat dadurch ständig sein eigenes Bild wie beim Blick in den Spiegel vor sich, zumal Kameras nichts wohlwollend kaschieren. So mancher pimpt seinen Anblick daher im Home Office und legt mehr auf.

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Die Make-up-Trends nach dem Lockdown

Aber es tut sich ja auch wieder was: Restaurants sind offen, Theater spielen wieder, in ersten Clubs wird getanzt. Daher wird jetzt beim Ausgehen geklotzt statt gekleckert. „Die Erleichterung, sich wieder freier bewegen zu können, zeigt sich auch beim Make-up“, sagt Boris Entrup. „Wobei der Trend zu aufwendigerem Make-up schon vor der Pandemie zu erkennen war.“ Er meint damit etwa die Anleihen aus den 80er Jahren. „Rouge ist stark im Kommen, Lidschatten wieder mehrfarbig“, zählt Entrup auf. Und auch schon der erwähnte auffällige Eyeliner und eine Betonung der Augenbrauen gehören dazu. „Die Augenbrauen bleiben jedoch kräftig und buschig – nicht so schmal und akkurat gezupft wie in den 80ern.“ Und ab Herbst, aber auch schon mit Blick auf Weihnachten erwartet der Make-up-Artist viel Glanz, insbesondere die Verwendung von Gold.

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Und: Trotz des vielen Tragens einer Maske werden derzeit die Lippen gerne in intensiven, knalligen Farben geschminkt. „Zunächst hat man viel klassisches Rot gesehen, dass dann von leuchtendem Pink abgelöst wurde“, berichtet die IKW-Expertin Ricarda Zill. „Lippenstifte mit einem glänzenden Finish sind wieder besonders angesagt.“

Mit Material von dpa

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