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Dating ohne traditionelle Genderrollen im Jahr 2022

Studie von Dating-App

Genderrollen im Wandel – so hat sich unser Dating-Verhalten verändert

So wird im Jahr 2022 gedatet
Eine neue Studie der Dating-App „Bumble“ hat das heutige Dating-Verhalten von jungen Menschen beleuchtet Foto: Getty Images

Eine neue Studie der Dating-App „Bumble“ hat das heutige Dating-Verhalten von jungen Menschen beleuchtet und räumt mit längst überholten Rollenbildern und Erwartungen auf. Besonders in Bezug auf die gefragten Qualitäten von Männern hat sich einiges geändert. Die Ergebnisse der Studie und was wir daraus lernen können, fasst STYLEBOOK für Sie zusammen.

Besonders in den letzten Jahren gab es in puncto Dating und Genderrollen einen erheblichen Umschwung. Die Dating-App „Bumble“ hat herausgefunden, dass die Hälfte der befragten Personen im Alter von 18 bis 34 Jahren diesen Wandel in Bezug auf Erwartungen an Männer und ihr Dating-Verhalten wahrnimmt. Doch wie wirken sich diese positiven Veränderungen auf Stereotype im Dating-Leben aus? Die Studie, die von YouGov in mehreren Ländern durchgeführt wurde, beantwortet mit den Ergebnissen die Frage: Wie daten Männer heute?

Dating ohne Genderrollen

„Er ist der Mann, er muss dir zuerst schreiben!” ist ein unsinniger Kommentar, den wir alle schon mal von unseren Freundinnen gehört haben. Nur eines von vielen altmodischen Dating-Klischees, die 2022 von der Realität weit entfernt sind. Denn wir verabschieden langsam aber sicher (endlich) diese Ansichten und begrüßen mit offenen Armen die moderne, freie und ehrliche Herangehensweise, die lautet: Jede*r, wie er oder sie möchte. Aber bedeutet die Aufhebung der starren Geschlechterrollen auch eine Veränderung im Dating-Verhalten?

In der neuen Studie von Bumble stimmten 74 Prozent der 6770 Befragten zu, dass das Verhalten im Dating vom jeweiligen Geschlecht abhängt und unterschiedlich ausfällt. Nicht nur die involvierten Personen bestimmen, wann der erste Kuss fällt und wer wem die Tür aufhält: Besonders die veralteten Genderrollen entscheiden und beeinflussen das Verhalten noch heute. Dadurch entsteht Druck – noch bevor die schönste Sache der Welt wirklich beginnt.

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Die richtige Balance finden

Emotional, einfühlsam, empathisch. Früher waren das alles Attribute, die ausschließlich Frauen zugesprochen wurden. Doch schon längst (aber dennoch viel zu spät) haben wir erkannt, dass auch Männer eine verletzliche Seite haben und diese auch bitte ausleben sollen. Allerdings finden es laut Bumble-Umfrage 54 Prozent der Männer noch immer herausfordernd, eine Balance zwischen der offenen Verletzlichkeit und der traditionellen Erwartung eines „starken Mannes“ zu finden. Gleichzeitig wird einer ausgeglichenen und gesunden Beziehung vorausgesetzt, dass beide Partien der Partnerschaft ihre Gefühle freigeben und das tief verankerte Klischee endlich über Bord werfen. Ein innerer Konflikt entsteht.

Umdenken in Bezug auf wichtige Eigenschaften

Jeder Mann muss stark, dominant, belastbar und gefühlskalt sein. Dazu muss er noch überdurchschnittlich viel verdienen. Diese überholten und oberflächlichen Ansichten beschreiben die Bezeichnung „Toxische Maskulinität“ ziemlich genau. Früher setzten Frauen diese Attribute tatsächlich bei ihren potenziellen Partnern voraus. Das ist längst Geschichte. Laut Bumble sind diese Eigenschaften nicht mehr ausschlaggebend und tragen viel weniger Gewicht bei der Partner-Wahl als früher. Ein sogenannter „Gentleman“ definiert sich schon lange nicht mehr durch seine finanzielle oder physische Verfassung.

Dieser Wandel bewirkt allerdings auch Unsicherheiten bei den Männern: 23 Prozent der Männer – also jeder vierte Mann – sind sich dadurch ihrer Rolle in der Beziehung nicht mehr sicher. Sie möchten weder die emanzipierte Frau bremsen, noch möchten sie zerbrechlich wirken. Doch diese Verwirrungen bewirken ein Umdenken: Laut Bumble haben dadurch rund 63 Prozent der Männer im letzten Jahr viel mehr über ihr Verhalten innerhalb einer Beziehung nachgedacht und sich öfter die Frage gestellt, welche Rolle sie einnehmen und wie sie sich in einer Beziehung fühlen und verhalten möchten.

Unsicherheiten sind menschlich

Auch Männer haben Unsicherheiten. Während Selbstzweifel früher nur Frauen zugesprochen wurden, ist es heute eher ein weiteres überholtes Klischee. Auch Männer quälen sich mit lästigen Stimmen im Kopf, die sie verunsichern. Beispielsweise kämpfen sie auch mit dem vermeintlichen Zeitdruck, jemals „die richtige Partnerin“ zu finden. Auch Themen wie das mentale Wohlbefinden und die Einstellung zum eigenen Körper beschäftigen die Männerwelt. Diskurse zu den Themen wurden in den vergangenen Jahren besonders von Frauen oder für Frauen geführt. Männern wird noch heute bei diesen Themen nicht genug Aufmerksamkeit oder auch Anerkennung geschenkt.

Karriere-Druck durch veraltete Denkweisen

Während sich heute immer mehr Männer Elternzeit nehmen, vor ihren Freunden Gefühle zulassen und sich auch mal zu einem Essen einladen lassen, gibt es immer noch genügend Männer, die durch diesen Wandel einen inneren Druck verspüren. Rund 50 Prozent gaben bei der Umfrage an, dass sie sich dazu verpflichtet fühlen, eine erfolgreiche Karriere aufzubauen, bevor sie eine Familie gründen – oder sogar eine Frau daten. Auch diese Gedanken lassen sich auf das veraltete Geschlechterbild zurückführen, denn früher galt der Mann in der Familie als der Alleinversorger. Ein längst überholtes Bild einer funktionierenden Familie, denn wer mehr Geld verdient oder wer mehr Stunden im Büro verbringt, hängt schon lange nicht mehr mit dem Geschlecht, sondern mit der Selbstbestimmung und dem individuellen Wunsch zusammen.

Quellen
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