Viel Chemie, komplexe Herstellung

So giftig ist schwarze Kleidung wirklich

Portrait einer Frau mit schwarzem Outfit
Schwarz ist ein Dauerbrenner und kommt nie aus der Mode. Dabei wird die Verarbeitung kritisch gesehen.
Foto: Getty Images

In schwarzer Kleidung steckt viel Chemie. Kein Wunder. Um den dunkelsten aller Farbtöne zu produzieren, braucht es mehr als nur Farbpigmente. Aber ist schwarze Farbe in unseren Lieblingsjeans- und -tops wirklich giftig? STYLEBOOK klärt auf.

Eine schwarze Jeans sorgt optisch für lange Beine, das „kleine Schwarze“ gehört für jeden Outfit-Notfall in den Kleiderschrank und ohne blickdichte, schwarze Strumpfhose kommt man quasi gar nicht durch den Winter. Schwarz ist ohne Zweifel eine der beliebtesten Farben für Textilien. Doch die wenigsten wissen, wie aufwändig die Herstellung der Farbe ist und wieviel Chemie in einem einzigen schwarzen Kleidungsstück wirklich steckt.

Auch interessant: Die Farbe des Jahres 2019 ist…

Wie stellt man Schwarz her?

Schwarz ist ein sogenannter Entwicklungsfarbstoff. Dieser braucht also zwei Phasen, um wirklich einen satten Schwarzton zu erreichen. Im ersten Schritt werden Farbpartikel wie Blau, Gelb und Orange miteinander vermischt und auf den Stoff aufgetragen – je mehr Partikel, desto intensiver die Farbe. Damit die wiederum auf den Fasern hält, muss das Material in einem zweiten Schritt chemisch behandelt werden. Für hellere Stoffe reicht es, die Farben mit Wasserdampf zu fixieren. Dunklere Farben und vor allem Schwarz müssen chemisch fixiert werden. Schwarz wird hier meist einem Oxidationsprozess unterzogen, damit die Fasern die dunkle Farbe flächendeckend aufnehmen können und so ein besonders intensives, dunkles Schwarz entsteht.

Auch interessant: Ab wann ist Mode wirklich vegan?

Beeinflusst schwarze Kleidung die Gesundheit?

Ob ein Farbhersteller wirklich nur reine Textilpigmente verwendet oder zum Strecken vielleicht auch allergieauslösende Dispersionsfarbstoffe oder krebserregende Azofarben benutzt, kann meistens gar nicht nachvollzogen werden. Ebenfalls bedenklich sind billige Stoffe, die für den Oxidationsprozess gebraucht werden. Nicht selten finden sich nach Labortests von schwarzen Textilien Rückstände vom Schwermetall Blei in den Fasern. Die Gefahr: Ähnlich wie bei den bedenklichen Aluminium-Salzen in Deodorants können Schwermetallmoleküle über die Haut aufgenommen werden und sich im Körper ansammeln. Die Folgen können neben allergischen Hautreaktion im schlimmsten Fall auch Vergiftungserscheinungen sein. Auf dem Etikett sind Informationen zum Färbeprozess jedoch nicht ablesbar.

Auch interessant: Das sind die besten Pflegetips für richtiges Waschen

Natürlich Schwarz ohne Chemie – geht das?

Worauf kann man also achten, wenn man sich dieser Chemiekeule entziehen will? Zum einen sollte besonders schwarze Kleidung vor dem ersten Tragen unbedingt gewaschen werden, um lose chemische Rückstände auszuspülen. Hat man schon Hautprobleme aufgrund von Kleidungsstücken diagnostiziert bekommen, empfiehlt es sich, körpernahe Kleidungsstücke wie Unterwäsche oder Stumpfhosen nicht mehr in Schwarz zu kaufen. Wer ganz sicher gehen will, der sollte bei neuen Kleidungsstücken auf Öko-Siegel wie „GOTS“ oder „Öko-Tex-Standard 100“ achten – hier wird vor allem der Anteil an Schwermetallen regelmäßig kontrolliert.