Experte klärt auf

Warum Sie neue Klamotten IMMER waschen sollten

Jeansjacke mit Etikett
Die Versuchung ist groß, das neu gekaufte Lieblingsteil sofort anzuziehen. Tun Sie es besser nicht!
Foto: Getty Images

Neue Klamotten wollen wir am liebsten sofort anziehen. Was soll auch schon dabei sein, schließlich ist das Teil ja ungetragen. Aber genau darin liegt der Denkfehler: 5 gute Gründe, neu gekaufte Kleidung ab jetzt IMMER vor dem ersten Gebrauch zu waschen.

Den Impuls kennen die meisten von uns nach dem Kauf neuer Teile für den Kleiderschrank: Preisschild ab und rein in die fabrikfrische Klamotte! Warum das unbedingt vermieden werden sollte, verriet uns Reinigungsexpertin Roxanna Pelka von der Online-Jobbörse für Putzkräfte Helpling.

1. Hygiene

Ganz ehrlich, Sie sind zu 100 Prozent nicht die erste, die die Klamotte im Geschäft anprobiert hat. Und auch schon vorher wandert ein Textilteil durch viele (nicht immer seifenreine) Hände, von der Produktion über die Lieferung bis hin zum Verkauf.

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2. Chemikalien

Egal ob Discounter-Ware oder Luxusmarke, fast jedes Kleidungsstück enthält durch die Produktion bedingte chemische Stoffe, und dazu gehören auch Naturfasern wie Baumwolle oder Seide. So sollen Knitterfalten und Schimmelbefall vermieden werden, die durch den Transport der Ware entstehen können. In neuer Kleidung können Rückstände dieser Substanzen vorhanden sein. Passend hierzu hat 2011 die Umweltorganisation Greenpeace die so genannte „Detox-Kampagne“ ins Leben gerufen – 80 Marken und Labels, darunter Aldi, H&M und Valentino, sind bereits dabei und haben sich dazu verpflichtet, bis 2020 komplett giftfrei zu produzieren.

3. Krankheiten

Chemikalien rufen nicht selten allergische Reaktionen hervor, wenn der Stoff mit der Haut in Berührung kommt. Je nach Empfindlichkeit können Hautrötungen, Juckreiz oder sogar Atemprobleme auftreten, wie die Berliner Hautärztin Dr. Ulrike Fleck STYLEBOOK verriet. Bei sensiblen Menschen könne sogar eine Kleienpilzflechte (Petyriasis Versicoler) entstehen. Dieser Pilz ist zwar bei den meisten Menschen von Natur aus auf der Haut vorhanden, kann aber durch den chemisch behandelten Stoff eine Hautinfektion hervorrufen, so Dr. Fleck. Auch wenn der Pilz nicht ansteckend ist, muss er therapeutisch mit Salben oder Cremes behandelt werden. .

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4. Abfärbungen

Je dunkler die Farbe der Kleidung, desto stärker färbt sie ab. Und zwar nicht nur auf andere Teile in der Waschmaschine, sondern auch auf unsere Haut! Zumindest beim ersten Waschgang also unbedingt dunkle und helle Kleidung separat voneinander waschen.

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5. Geruch

Wie bereits erwähnt, riecht chemisch behandelte Kleidung besonders intensiv – und oftmals verliert sie auch nach mehrmaligem Tragen nicht an Geruchsstärke. Dieser Eigengeruch sticht nicht nur dem Träger in die Nase, er kann auch Menschen nerven, die uns nahe kommen. Deswegen: Ab mit neuen Stück in die Waschmaschine! Oder Sie kaufen gleich Second Hand: Klamotten aus zweiter Hand wurde in der Regel in der Vergangenheit bereits mehrfach gewaschen. Besonders bei Kinderkleidung ist das eine durchaus sinnvolle Alternative zu chemiebelasteter Neuware.

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