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Die Geschichte hinter dem Logo

Warum wirbt Lacoste eigentlich mit einem Krokodil?

Poloshirt mit Krokodil-Logo
Das wohl bekannteste Kleidungsstück von Lacoste ist wohl das klassische Poloshirt mit dem unverkennbaren KrokodilFoto: Getty Images

Das stilisierte Krokodil von Lacoste assoziieren wir auf den ersten Blick mit sportlichen Polo-Shirts. Doch warum fiel bei der Logo-Kreation eigentlich die Wahl auf das gar nicht so brave Reptil? STYLEBOOK erklärt die Geschichte hinter dem Echsen-Logo.

Lacoste wurde 1933 in Paris gegründet, als der Profi-Tennisspieler René Lacoste zunächst für den Eigenbedarf Sportkleidung kreierte. Zwischen 1925 und 1927 war er durch spektakuläre Siege bei den French Open, Wimbledon und den US Open zu internationalem Ruhm aufgestiegen.

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Geburtsstunde eines Krokodils

Bereits 1923 kam es zu einer Unterredung, die für die Wahl des Unternehmenslogos schicksalsgebend werden sollte. Bei einem Stadtbummel durch Boston während des Davis-Cup-Turniers machte Trainer Alan Muhr seinen Schützling René auf einen Koffer aus Alligatorenleder aufmerksam – sollte er das Match am Nachmittag gewinnen, würde er ihm diesen zur Belohnung schenken. Zwar verlor Lacoste die Partie, der Spitzname „Der Alligator“ blieb dennoch an ihm haften. Die US-Presse schnappte die Anekdote auf und machte den Beinamen in Anlehnung an sein Durchsetzungsvermögen auf dem Tennisfeld zu Lacoste‘ Alter Ego. René gefiel der Vergleich, weshalb er sich ein grünes Abzeichen in Form eines Krokodils aus Stoff fertigen ließ, das er fortan in Brusthöhe auf seinen Trikots zur Schau trug.

René Lacoste mit eigenem Logo auf dem Spielfeld
Auf dem Spielfeld zeigt sich René Lacoste elegant und mit persönlichem Krokodil-Logo Foto: dpa

Ein Reptil auf Erfolgskurs

Was an René Lacoste gut aussah, wollten bald alle haben – die Polohemden gingen 1933 in die Massenproduktion, seinen Nachnamen ließ der berühmte Tennisspieler offiziell als Markennamen eintragen. Bald brach er mit den gängigen Tennis-Klischees: 1951 präsentierte er die ersten farbigen Poloshirts und ergänzte den weißen Tennisdress um marineblau, später folgten Streifen. Den Kragen seines Poloshirts ließ sich Lacoste 1961 patentieren und schuf schon bald einen ganzen Lifestyle rund um den elitären Ballsport, 1968 launchte er sein erstes Parfum. René Lacoste‘ Designs mit Blousonjacken, Cardigans, Röcken und den besagten Polo-Shirts wandelten und prägten die Mode des Tennis-Sports; 1981 eröffnete er das erste Ladengeschäft und bot neben Kleidung auch Sonnenbrillen, Handtücher und Bademäntel an.

Lacoste-Firmenschild
Auch ohne den Schriftzug unverkennbar ein Lacoste-FirmenschildFoto: dpa Picture Alliance

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Das Krokodil macht Platz für den Artenschutz

Heute ist Lacoste längst zu einem weltweiten Imperium geworden, das noch immer den sportlichen Geist seines Begründers versprüht. Obwohl das Krokodil über die Jahrzehnte viele unterschiedliche Erscheinungsformen und Farben aufwies – seiner Grundform blieb es immer treu. Nur für den guten Zweck machte der Alligator kürzlich Platz: Um auf die Notwendigkeit des Artenschutzes aufmerksam zu machen, entwarf die Pariser Modemarke in Kooperation mit der internationalen Nicht-Regierungsorganisation IUCN zehn limitierte Shirt-Varianten.

Nur noch 67 Java-Nashörner leben im gleichnamigen Tropengebiet. Mit dem limitierten Sonderlogo wollte Lacoste auf das Thema aufmerksam machenFoto: dpa

Das Außergewöhnliche dabei: Anstelle des ikonischen Krokodils ziert jeweils eine vom Aussterben bedrohte Tierart das Shirt. Die Zahl der Polohemden wurde entsprechend der noch lebenden Tiere der bedrohten Arten auf 1775 Stück limitiert und waren im Nu vergriffen. Dank des verwendeten grünen Garns und des gleichbleibenden Stils sind aber auch die zehn Logo-Varianten eindeutig als Lacoste-Produkte erkennbar.

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