Hautärztin warnt

»Solarium ist vorsätzliche Körperverletzung!

Gefährliches Vergnügen - der Besuch um Solarium kann vorzeitige Hautalterung und schwarzen Hautkrebs verursachen
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Lange Winter, verregnete Sommer – die Sonnenstunden in Deutschland sind begrenzt, die Gemüter getrübt. Etwa 12,8 Millionen Bundesbürger schaffen regelmäßig Abhilfe mit dem Besuch im Solarium. STYLEBOOK spricht mit einer Expertin zu den Folgen der künstlichen Sonne und ob es wirklich einen positiven Effekt gibt.

Beim Thema Teint scheiden sich die Geister – die einen empfinden eine vornehme Blässe als besonders schön, für die anderen gibt es nichts Attraktiveres als nach dem Urlaub von der Sonne geküsst in die Heimat zurückzukehren. Doch nicht immer ist Gelegenheit für eine Auszeit im Süden und gerade nach dem langen Winter wirkt die Chance auf schnelle Bräune verlockend und so hilft manch einer in Sachen Bronze-Teint nach und geht unters Solarium. Obwohl die Internationale Agentur für Krebsforschung (Original International Agency for Cancer Research, kurz IACR, Anm. d. Red.) bereits im Juli 2009 UV-Strahlung und Solarien als krebserregend eingestuft hat, besuchen nach wie vor Millionen Deutsche eine der mehr als 5000 Sonnenbänke. Die Berliner Fachärztin für Dermatologie, Dr. med. Yael Adler, sieht sich in ihrem Zentrum für Haut, Venen und Lasermedizin regelmäßig mit den Konsequenzen übermäßigen Bräunens konfrontiert. STYLEBOOK hat mit der Autorin des Buchs „Haut nah“ über die Risiken des Strahlen-Konsums gesprochen und weiß, es eine gesunde Form des Bronze-Teints gibt.

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Lässt sich die Haut „trainieren“?

Viele Menschen glauben, ihre Haut durch das Solarium auf den bevorstehenden Urlaub vorbereiten und sogar einen körpereigenen Sonnenschutz aufbauen zu können. Die künstliche UV-Strahlung trifft ungefiltert auf die Haut, für das bloße Auge sind die ultravioletten UV-Strahlen nicht sichtbar. Eine absolut schädliche Aktion, warnt Frau Dr. med. Adler: „Im Solarium werden vorwiegend UV-A Strahlen (Der UV-A-Anteil des ultravioletten Lichts dringt tief in die Haut ein und fördert die Entstehung von Hautkrebs. Das kurzwelligere UV-B-Licht hingegen regt die Melaninproduktion an und fördert dadurch den Eigenschutzaufbau der Haut, Anm. d. Red.) verwendet, die etwa tausendfach so hoch dosiert sind, wie in der normalen Sonne.“ Diese UV-A-Strahlen überwinden die Oberhaut, dringen direkt in die zweite Hautschicht ein und gehen bis in die Lederhaut, wo sie auf elastische Fasern stoßen und diese zerstören. Mit verheerenden Folgen: „Die Haut verliert schnell an Elastizität und die Tumorabwehr wird unterdrückt, das heisst, Hautkrebs kann vom Körper schlechter repariert werden und es entstehen freie Radikale mit Gewebeschäden bis ins Erbgut,“ erklärt die Expertin, „Damit kommt es zur beschleunigten Zellalterung und auch zu schwarzem und weißen Hautkrebs.“

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Klingt nach einer guten Idee – doch Vorbräunen unter dem Solarium ist nutzlos und schädlich
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Bräune ist eine Notfallreaktion des Körpers

Die Bräune, die im Solarium entsteht, sei minderwertig, so Dr. med. Adler. Mit dem Gang unters Solarium setzen wir eine Notfallreaktion des Körpers in Gang: „Es handelt sich um ein akutes Herausstoßen von kleinen Pigmentpartikeln, ohne schützenden Effekt.“ Diese Bräune hält nicht lange und stellt keine Verlängerung der Eigenschutzzeit vor der Sonne her. Das schaffen nur UV-B-Strahlen, die sich im natürlichen Sonnenlicht finden. Doch auch hier ist Vorsicht geboten, denn insbesondere nach der kalten Jahreszeit sollte die Haut sich langsam an die Sonneneinwirkung gewöhnen können. „Nur so kann sie einen Schutz vor Sonnenschäden aufbauen, eine Verdickung der Haut, die sogenannte Lichtschwiele,“ sagt die Hautärztin. Diese Schutzschicht, das sogenannte Melanin, zeigt sich als langanhaltende Bräune – ist aber im Grunde auch nur eine Abwehrreaktion gegen die Sonneneinwirkung.

Das verantwortungsvolle Bräunen in der natürlichen Sonne ist der gesündere Weg zum Sommerteint
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Solarium ist vorsätzliche Körperverletzung

Menschen mit einer etwas dickeren Haut und dunkleren Pigmentierung sind genetisch etwas robuster gegenüber UV-Strahlung. „Aber natürlich altern auch sie, wenn sie eine Überdosierung an UV-A aus dem Solarium erhalten und auch sie haben ein Hautkrebsrisiko,“ sagt Dr. med. Adler.

Noch genießt sie den Solariumbesuch, doch die Folgen können drastisch sein
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Gesunde Alternative zur künstlicher Sonne: Selbstbräuner

Wer sich trotzdem eine attraktive Bräune wünscht oder vermeintlich gesünder aussehen will, dem bieten Selbstbräuner eine bedenkenlose Alternative: „Selbstbräuner haben keinen krebserregenden Effekt und sind harmlos, da sie nur die oberste Hornschicht in einem ungiftigen chemischen Prozess färben. Diesen Vorgang muss man alle ein bis zwei Tage wiederholen, da die Hautschicht sich schnell erneuert,“ erklärt die Expertin und nennt eine weitere risikofreie Alternative: „Natürlich kann man auch Make-Up oder Terracotta-Puder benutzen, da sieht man auch schön gebräunt aus.“

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Möhrensaft – Sonnenbräune zum Trinken

Ungeahnte Unterstützung kommt auch aus dem Gemüsebett: „Einfach jeden Tag ein Glas Möhrensaft mit einem Tropfen Öl trinken, das färbt die Haut von Innen etwas Orange,“ sagt Dr. med. Adler. Und die Karotte kann noch mehr: „Studien belegen, dass diese Art der Bräune auf andere Menschen sogar attraktiver als Sonnenbräune wirkt, der Saft repariert Schäden im Erbgut und schützt die Haut vor weiteren Schäden.“ Die erstaunlichste Erkenntnis: . „Bei zehn Minuten regulärer Eigenschutzzeit ermöglicht der Möhren-Konsum so bis zu einer halben Stunde Sonne, bevor Schäden auftreten,“ so die Dermatologin.

Auch alle, die durch die Sonnenbank auf einen Ausgleich ihres Vitamin D-Spiegels im Winter hoffen, muss Frau Dr. med. Adler enttäuschen: „Für den Aufbau von Vitamin D benötigt man UV-B-Strahlung, der Aufenthalt im Freien ist dafür Voraussetzung.“ Auch Depressionen lassen sich im Solarium nicht wirklich behandeln, weiß die Expertin: „Bewegung im Freien ist da sinnvoller, denn Tageslicht vertreibt Melatonin (ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert und unter anderem dafür verantwortlich ist, das wir abends müde werden, Anm. d. Red.) auch im Winter aus dem Blut und man ist weniger müde und träge und bildet auch einen Hauch Vitamin D.“ Gute Nachrichten für alle, die sich schon auf die Frühlingssonne freuen. Dr. med. Adler rät gerade hellen Hauttypen diese Sonnenstunden zur Eingewöhnung zu nutzen, bis es in den Urlaub in Richtung Süden geht. Dort darf Sonnenschutz dann trotzdem nicht fehlen, denn dort trifft und zu viel UV-Dosis auf einen Schlag. Bis dahin rät Dr. med. Adler: „Bleiben Sie einfach jeden Tag ein bisschen länger draußen.“

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