Sinnvoll oder nur eklig?

Was die Mundspülung mit Speiseöl wirklich bringt

Frau mit Speiseöl
Ölziehen stammt aus der ayurvedischen Heilkunst und soll die Mundflora verbessern. Doch was bringt der neue Gesundheits- und Beautytrend wirklich?
Foto: STYLEBOOK

Mundgeruch beseitigen, Karies vorbeugen, Zähne aufhellen – Keine Frage: Ölziehen – also das Ausspülen des Mundraums mit Speise-Öl – klingt gesund, wenn auch geschmacklich fragwürdig. Doch was ist dran an der Tradition aus dem alten Indien, die in der ayurvedischen Lehre längst ein alter Hut ist? Ist diese Methode tatsächlich die bessere (und kostengünstigere) Variante für die tägliche Zahnpflege und Entgiftung? STYLEBOOK hakte nach.

Was wird beim Ölziehen benötigt?

Ein gutes Öl und mindestens zehn Minuten Zeit am Tag. „Es ist egal ob Sie morgens oder abends Ölziehen, das muss jeder mit seiner Zeiteinteilung vereinbaren. Wichtig ist aber, dass Sie sich für ein qualitativ hochwertiges Öl entscheiden — eher aus dem Reformhaus als dem Supermarkt — und natürlich die Routine nicht schleifen lassen,“ so die Empfehlung von Petra Wettläufer gegenüber STYLEBOOK. Die Heilpraktikerin arbeitet in der in der Berliner Zahnarztpraxis KU64, die ganzheitliche Zahnmedizin mit Naturheilkunde kombiniert.

Öl für den Wellness-Bereich

Mit Sonnenblumenöl wird nach alter ayurvedischen Methode das Ölziehen optimal praktiziert
Foto: Getty Images

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Wie funktioniert Ölziehen?

Die Zunge wird zu Beginn sanft mit einem Zungenschaber gereinigt. Dann die Rückstände abziehen und ausspucken: „Der Schaber ist nicht unbedingt notwendig, aber er raut die Oberfläche gut an und genau dort soll das Öl ja ansetzen, um die Giftstoffe zu lösen,“ so die Wettläufer. Nach dieser Vorbehandlung folgt ein Esslöffel Öl, dieses nun für mindestens zehn Minuten hin- und herspülen/ziehen und durch den gesamten Mundraum gleiten lassen. Wichtig ist hierbei, das Öl auch durch die Zahnzwischenräume zu ziehen/zu pressen und auch in die Mundtaschen im hinteren Backenbereich zu bringen. Denn genau dort nisten sich Bakterien und übel riechende Ablagerungen ein „und die gilt es dauerhaft abzutöten.“ Jetzt heißt es durchhalten bis die Masse wässrig und milchig wir — zehn Minuten maximal, weniger sollte es aber auch nicht sein. „man arbeitet sich langsam hoch,“ so die Expertin. Wichtig ist: Nicht schlucken! Sonst sind die mühsam gelösten Gift- und Schadstoffe gleich wieder im Organismus und die Mühe war umsonst. Ausspucken, mit Wasser nachspülen und erst jetzt die Zähne putzen. Tipp: Nicht in den Ausguss spucken, da sonst ganz schnell der Abfluss verstopft. Besser das Öl in ein Taschentuch spucken und dann im Hausmüll entsorgen. Und selbstverständlich ersetzt das Ölziehen die Zahnbürste nicht!

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Ölziehen: Ein Alleskönner?

Zugegeben, Mundgeruch ist kein sexy Thema und ein echter Abtörner, allerdings nicht immer nicht zu vermeiden. Besonders die Zungenoberfläche ist ein idealer Nährboden, auf dem sich Bakterien entwickeln und durch zusätzliche Einflüsse wie schlechte Ernährung oder Zigarettenkonsum der Atem einfach nicht gut riecht. Dies kann natürlich durch schwerwiegende Probleme der Mundflora entstehen und sollte im besten Fall durch einen Zahnmediziner behandelt werden. Ölziehen soll den besagten Giftstoffen, die Zähne, Mundraum und Zunge besiedeln den Garaus machen. „Meine Erfahrungen mit Ölziehen als einer Ergänzung zur klassischen Zahnmedizin ist durchweg gut“, meint Zahnärztin Juliane von Hoyningen-Huene von der Zahnärzte-Praxis Dr. E. Adler & Kollegen. „Gerade wenn Patienten trotz aller Bemühungen mit professioneller Zahnreinigung und eigener Mundhygiene chronische Entzündungen nicht entgegenwirken können, empfehle ich es gerne.“ Immerhin soll sich das Zahnfleisch festigen und so präventiv vorwirken. Die natürliche Entgiftung soll angeblich auch das Immunsystem stärken — wissenschaftlich nachgewiesen wurde dies jedoch noch nicht abschließend.

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Was sind die Nachteile von Ölziehen?

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Hellere Zähne und ein besseres Wohlbefinden dank Ölziehen

Wenn man Ölziehen täglich macht und nicht bei der Zeit schummelt, sind hellere Zähne der Lohn für die Mühe. Gelbliche Beläge, die durch Bakterien, Nahrungsmittel und vor allem das Rauchen entstehen, werden langsam abgetragen und da die Mundhöhle idealerweise dank dem althergebrachten Ritual von Giftstoffen befreit wird, ist das Lächeln zukünftig auch strahlender. Ein herkömmliches, aggressives Zahnbleaching verändert die Farbskala natürlich deutlich sichtbarer, ist aber teurer, unangenehmer und weniger sanft.

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