Kosten, Behandlungsdauer, Risiken

Alles, was Sie über Zahnbleaching wissen müssen

Frau mit weißen Zähnen
Zahnbleaching verspricht, den Traum von weißen Zähnen zu erfüllen. Wir sprachen mit einer Expertin darüber.
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Bleaching kann zu strahlend weißen Zähnen verhelfen – allerdings wird immer wieder vor dem Treatment gewarnt. Ist das chemische Aufhellen der Zähne, das beim Profi und inzwischen auch Zuhause möglich ist, tatsächlich schädlich für Zahnschmelz und -substanz oder nicht? STYLEBOOK fragte beim Profi nach.

Bei einem Bleaching werden die Zähne mit chemischen Wirkstoffen aufgehellt. Eine Neuheit ist das schon lange nicht mehr, und doch haben sich die meisten von uns noch nicht an eine Zahnaufhellung herangewagt – auch, weil der Prozedur diverse Risiken nachgesagt werden. Allerdings belegen Studien immer wieder, dass Menschen mit weißen Zähnen nicht nur im Job bessere Chancen haben, sondern auch automatisch jünger und gesünder aussehen. STYLEBOOK stellte Prophylaxe-Assistentin Melanie, die in der Berliner Zahnarztpraxis Dres. Zimny & Kollegen täglich Zahnbleachings durchführt, die wichtigsten Fragen zum Thema.

Eignet sich Bleaching für jeden?

Bedingt. Bevor der Termin zum Bleaching steht, muss der Patient sich dem Zahnarzt vorstellen. Nach einer Zahnreinigung werden seine Zähne gründlich untersucht. Gewisse Faktoren – etwa eine brüchige Zahnsubstanz oder Frontzahnfüllung – sprechen gegen die Prozedur. „In dem Fall müsste man die Füllung erneuern, da die alte sonst dunkler unter dem gebleachten Zahn durchschimmern würde.“

Wichtig ist, dass überhaupt eine Indikation besteht.

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Wie läuft das Bleaching ab?

In mehreren 15-minütigen Durchgängen – üblich sind vier – wird das bleichende Gel, bestehend aus 32-prozentigem Wasserstoffperoxid, auf die Zähne gegeben und mit einer Hochfrequenzlichtquelle bestrahlt. Nach jedem Durchgang hat der Patient die Möglichkeit, sich den Zwischenstand anzusehen. „Ist er mit dem Ergebnis bereits zufrieden, lässt sich die Behandlung früher beenden.“

Ist die Prozedur schmerzhaft?

Nein, lediglich etwas unangenehm. Wie die Expertin erklärt, trocknet die chemische Verbindung unter Einwirkung des Lichts Zähne und Zahnfleisch aus. Die meisten Patienten halten den üblicherweise einstündigen Eingriff jedoch problemlos aus, „und der Effekt reguliert sich im Laufe des Tages wieder.“

Was sollte man nach der Behandlung beachten?

Nach dem Bleaching ist das Zahnschmelz durch die Manipulation der Zahnoberfläche besonders angreifbar. Daher wird empfohlen, in den ersten 24 bis 48 Stunden – im Idealfall eine Woche – um säurehaltige und färbende Lebensmittel einen Bogen zu machen. Obst gilt es gänzlich zu vermeiden, außerdem pigmentreiches Gemüses wie Rote Bete, Paprika, Spinat oder Karotten. Wenig überraschend: Getränke wie Kaffee, Grün- und Schwarztee, Traubensaft und allen voran Rotwein sind vorerst tabu, ebenso das Rauchen.

In den ersten beiden Wochen nach dem Bleaching werden die Zähne noch etwas nachdunkeln, das ist ganz normal. Als Reaktion auf den Chemikalieneinsatz und den Wasserentzug während der Behandlung können Zähne und Zahnfleisch in der ersten Zeit nach der Behandlung etwas empfindlich gegenüber Kälte und Wärme reagieren.

DYI-Bleaching-Mittel genießen einen zweifelhaften Ruf. Solange man damit einen gewissenhaften Umgang pflegt, spricht aber nichts dagegen, sie zu benutzen.
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Was ist von Bleachingmitteln aus der Drogerie zu halten?

„Grundsätzlich spricht nichts dagegen“, glaubt Expertin Melanie. Die gängigen Mittel im Handel bestünden ebenfalls aus Wasserstoffperoxid, jedoch meist in einer geringeren Dosierung. Viel kaputtmachen könne man damit nicht. Dass man sie auf eigene Faust anwendet, sieht sie als größeres Problem und betont noch einmal die Wichtigkeit der Prophylaxe-Untersuchung. Ohne fachliche Unterstützung laufe man Gefahr, die Substanz auf ungeeigneter Zahnsubstanz und womöglich zu häufig anzuwenden. Bleaching-Mittel eignen sich nicht zur dauerhaften Anwendung.

Welche Risiken gibt es?

Sofern die Zahnqualität sichergestellt wurde: keine, versichert die Prophylaxe-Assistentin. Ansonsten ist ein ästhetisches Ergebnis nicht zu gewährleisten. Geht man auf empfindlichem Zahnmaterial zu unvorsichtig mit den Mitteln um, besteht zudem die Möglichkeit, das Zahnschmelz zu schädigen, die eine wichtige Schutzfunktion für die Zähne hat. Beim Fachmann sind derartige Eventualitäten ausgeschlossen.

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Wie lang hält der Bleaching-Effekt?

In der Regel zwei bis vier Jahre lang. Die Haltbarkeit ist jedoch davon abhängig, wie ernst man seine Zahnpflege nimmt. Zahnputzmuffel, die Zahnseide nur vom Hörensagen können, brauchen sich nicht zu wundern, wenn die Zähne nach wenigen Monaten wieder die alten sind.

Was kostet das Bleaching?

Durchschnittlich etwa 360 Euro, hinzukommen kommen die Kosten für die (idealerweise) vorangestellte Prophylaxe. Die Kasse übernimmt diese ästhetische Behandlung nicht.