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Experten im Gespräch

Veneers für die Zähne – Kosten und Risiken

Frau, die lächelt, im Close-up
Mit Verblendschalen aus Keramik kann man die eigenen Zähne verschönernFoto: Getty Images

Ein strahlend-schönes Lächeln ist für viele das schönste Accessoire, das man tragen kann. Doch nicht jeder hat von Natur aus gerade, weiße Zähne. Mit Veneers kommt man diesem Traum jedoch näher. Die Promis schwören seit Jahren drauf, doch die Nachfrage nach den Verblendschalen steigt auch abseits der Kameras. STYLEBOOK hat mit zwei Experten über die Behandlung gesprochen.

Was macht einen Menschen attraktiv? Ein symmetrisches Gesicht und makellose Haut sind wahrscheinlich die ersten Merkmale, an die man denkt. Dass auch die Zähne einen großen Einfluss darauf haben, wie wir von unserem Umfeld wahrgenommen werden, ist den Wenigsten bewusst. Wer ein schönes Lächeln hat, wird als sympathischer und intelligenter eingeschätzt. Das hat unter anderem eine Studie des King’s College von Zahnpsychologe Tim Newton bewiesen. Andere Studien belegen sogar, dass ein perfektes Lächeln die Karrierechancen im Berufsleben erhöht. Eine Behandlung mit sogenannten Veneers verwandelt schiefe Zähne in ein Hollywood-Lächeln.

Was sind Veneers?

„Veneers sind hauchdünne Verblendschalen aus Keramik, die vor allem auf die zu den Lippen gewandten Flächen der Zähne im sichtbaren Bereich geklebt werden. Hierdurch wird eine Änderung der jeweiligen Zahnform und Zahnfarbe ermöglicht“, erklärt Dr. Kai Klimek. Nach einer Abformung der Zähne werden Veneers in einem zahntechnischen Labor angefertigt. Wie bei Kronen müssen die Zähne dafür zuerst abgeschliffen werden, allerdings sind Veneers heutzutage für den Zahn viel subtanzschonender als andere Verfahren. Studien belegen mittlerweile außerdem auch, dass die Keramikschalen bei korrektem Einsatz länger haltbar sind als Kronen oder Füllungen.

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Was passiert bei dem Eingriff?

Vor der eigentlichen Prozedur steht zuerst eine ausführliche Untersuchung und ein Beratungsgespräch mit dem Zahnarzt des Vertrauens an. Hier wird dem Patienten unter anderem auch eine Simulation des Endergebnisses präsentiert. „Vor allem ist diese Simulation aber auch Basis dafür, dass der Zahnarzt so wenig wie möglich von der Zahnhartsubstanz wegschleift und dabei möglichst viel von der gesunden Zahnhartsubstanz erhält. Nach einer Abformung der beschliffenen Zähne werden im nächsten Schritt von dem Zahntechniker dann die Veneers im Labor angefertigt“, so Experte Klimek. „Zu guter Letzt werden die Keramikschalten von dem Zahnarzt mithilfe eines speziellen Kunststoffklebers auf den Zähnen des Patienten befestigt. Anschließend bilden Veneers und Zähne eine Einheit – das ästhetische Erscheinungsbild sollte ansprechend und harmonisch sein.“

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Ist die Prozedur schmerzhaft?

Zähne abschleifen hört sich erst mal qualvoll an, tatsächlich ist der Eingriff aber relativ schmerzfrei – das bestätigt auch Dr. Klimek: „Das Beschleifen des Zahnes wird immer nur in lokaler Betäubung durchgeführt. Häufig kann sogar auf die Spritze komplett verzichtet werden, da nur minimal im Zahnschmelz geschliffen wird und dieser keine Nerven beinhaltet. Der Zahnschmelz ist der äußere Mantel des Zahnes und normalerweise nicht schmerzempfindlich“

Welche Risiken gibt es?

Wie bei jeder anderen medizinischen Prozedur kann es auch bei Veneers zu Komplikationen kommen. An sich handelt es sich hierbei aber um ein sicheres Verfahren. Mit welchen Risiken man rechnen muss, erklärt Oberarzt PD Dr. Andreas Keßler: „Durch das Beschleifen des Zahnes kann es anschließend zu erhöhter Kälteüberempfindlichkeit oder auch zu einer Entzündung des Zahnnervs kommen, die im schlimmsten Fall eine Wurzelkanalbehandlung nach sich ziehen kann. Langfristig kann an dem Übergang zwischen Zahn und Veneer, wie auch bei Kronen oder Füllungen, Karies entstehen – insbesondere, wenn die tägliche Mundhygiene nicht optimal ist. Bei übermäßiger Belastung, wie zum Beispiel bei Kontaktsportarten, kann ein Veneer genau wie ein gesunder Zahn brechen.“

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Was kosten Veneers?

Je nach Aufwand und Methode kann der Preis für Veneers pro Zahn zwischen 800 und 1500 Euro betragen. Dabei kann man in Ausnahmefällen, also wenn es sich nicht nur um einen kosmetischen Eingriff handelt, sogar mit einem Zuschuss von der Krankenversicherung rechnen. Vor Discounter-Angeboten, beispielsweise im Ausland, warnt Dr. Keßler: „Wenn Behandlungen im Rahmen der ästhetischen Zahnmedizin besonders günstig angeboten werden, sollten Patienten eher aufhorchen und stutzig werden“

Aftercare – das sollte man beachten

Damit der Patient auch möglichst lange Freude am neuen Lächeln hat, sind eine tägliche Zahnpflege und angepasste Essgewohnheiten Pflicht. „Eine Reduktion des Zuckerkonsums, zweimal täglich Zähneputzen und vor allem die Benutzung von Zahnseide wirken sich auf die Haltbarkeit der Veneers positiv aus. Wird dies noch ergänzt, durch regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt, wird der Patient langfristig Freude an seinen Veneers haben“, so Keßler.

Quelle

– mit fachlicher Beratung von Dr. Kai Klimek, ärztlicher Leiter des Fort- und Weiterbildungsinstituts akkredidakt.de und Priv.-Doz. Dr. Andreas Keßler, Oberarzt der Poliklinik für Zahnerhaltung am Universitätsklinikum München

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