Gynäkologe gibt Antworten

Kann ich die Dauer meiner Periode beeinflussen?

Menstruationstassen und Tampons
Ob Menstruationstasse, Tampons oder Binden – manchmal kommt die Regel einfach zum ungünstigen Zeitpunkt. Dabei gibt es 5 Methoden, mit denen der Zeitpunkt der Monatsblutung beeinflusst werden kann
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Für viele Frauen gehört die Periode nicht zu den angenehmsten Tagen des Monats, und nicht selten kommt sie on top zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt – ein wichtiger Termin, ein Date, ein geplanter Sauna- oder Schwimmbadbesuch stehen an. Lässt sich die Dauer der Blutung auf sanfte Weise beeinflussen und wenn ja, welche Methoden eignen sich dafür? STYLEBOOK hat sich von einem Experten beraten lassen.

Im Schnitt dauert die Periode drei bis fünf Tage, bluten Sie länger (oder auch kürzer), ist das kein Grund zur Beunruhigung, nur manchmal eben einfach extrem unpassend.

5 Methoden, um die Dauer der Periode zu beeinflussen

1. Hormoneinnahme

Die wirksamste Möglichkeit, die Periode zu verkürzen, ist definitiv die hormonelle. Wer Erfahrung mit der Antibabypille hat, weiß, dass im Verlauf der siebentätigen „Pillenpause“ die Blutung einsetzt. Durch (vorzeitige) Wiedereinnahme der Pille endet die Blutung.

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Sinnvoller wäre es, die Pillenpause vorzuziehen oder nach hinten zu verschieben, so dass die Periode zu einem günstigeren Zeitpunkt einsetzt. Dies ist im Rahmen eines Langzyklus möglich, wie er Frauen mit der Neigung zu Menstruationsbeschwerden oder Migräne empfohlen wird. Ein Langzyklus ist eine gängige Maßnahme, die beispielsweise in einem längeren Sommerurlaub ergriffen werden kann. Dabei wird im Anschluss an einen Blister, der für gewöhnlich 21 Pillen enthält, nahtlos mit der Einnahme eines nächsten begonnen. Die Blutung lässt sich so über Monate hinauszögern.

2. Bewegung

Sport und Bewegung kurbeln den Stoffwechsel an, was sich durch eine verstärkte Blutung bemerkbar machen kann. Und je schneller sich die Gebärmutterschleimhaut abträgt, desto kürzer ist im Umkehrschluss die Periode. Wenn Sie sich also einigermaßen danach fühlen, treiben Sie Sport. Ebenso kann Sex (genauer gesagt: ein Orgasmus), ob alleine oder mit Partner, dabei helfen, Spannungen zu lösen. Außerdem werden dadurch Regelschmerzen gelindert.

Frau beim Sport

Sport und Bewegung generell können helfen, die Blutung anzukurbeln und sie dadurch verkürzen
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3. Wärmflasche

Frauen, die mit Regelschmerzen leidvoll vertraut sind, wissen: Wärme hilft, Krämpfe zu lösen, und kann die Beschwerden somit ein wenig reduzieren. Gleichzeitig kann sie die Blutung ankurbeln und die Periode damit im besten Fall verkürzen.

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4. Pflanzliche Mittel

Mönchspfeffer bzw. Agnus castus, umgangssprachlich auch „Keuschbaum“ genannt, ist dafür bekannt, die Libido zu reduzieren. Frauenärzte wissen, dass das Mittel den Gelbkörper stabilisieren kann. Der Gelbkörper ist das, was im Eierstock nach dem Eisprung aus dem geplatzten Eibläschen entsteht. Darin werden die sogenannten Gelbkörperhormone gebildet, die den Menstruationszyklus regulieren.

Heißt: Durch die Stabilisierung des Gelbkörpers soll die Blutung kürzer und schwächer werden. Mönchspfeffer gibt es als Tabletten oder in Tropfenform.

5. Gesunde Gewichtskontrolle

Bei übergewichtigen Frauen dauert die Periode für gewöhnlich länger. Der Grund dafür ist, dass im Fettgewebe mehr Östrogene gebildet werden, wodurch die Schleimhaut im Verlauf des Monatszyklus höher anwächst. Das hat zur Folge, dass auch die Abblutung stärker wird und länger dauert kann. Ein gesundes Körpergewicht geht in der Regel mit einer kürzeren Periode einher und bringt bekanntermaßen weitere Vorteile mit sich.

Fachliche Beratung durch Prof. Dr. Friedrich Wolff, Facharzt für u. a. Gynäkologie und Geburtshilfe aus Holweide.

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