OP mit Eigenfett

„Brazilian Butt Lift“ – Methode und Risiken der Po-Vergrößerung

Frau mit straffem Po
Ein straffer Po ganz ohne Sport? Das soll mit dem „Brazilian Butt Lift“ möglich sein, doch wie ungefährlich ist der Eingriff?
Foto: Getty Images

Für eine Po-Vergrößerung unters Messer? Tatsächlich gibt es eine Beauty-OP, die Kniebeugen überflüssig machen will: „Brazilian Butt Lift“ heißt der Eingriff, bei dem Eigenfett in den Hintern gespritzt wird. STYLEBOOK sprach mit einem Experten über die Durchführung und die Risiken, die bis zur Lungenembolie reichen.

Inhaltsverzeichnis
Was ist ein „Brazilian Butt Lift“?
Voraussetzung
Ablauf
Risiken
Sport als Alternative

Was ist ein „Brazilian Butt Lift“?

Nach wie vor gehören laut VDÄPC (Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen), Oberlidstraffungen, Fettabsaugungen und Brustvergrößerungen zu den beliebtesten Schönheits-OPs in Deutschland. Angeregt durch das (zweifelhafte) Vorbild südamerikanischer Strand-Schönheiten interessieren sich jedoch immer mehr Frauen für einen chirurgischen Eingriff am Po – ein Eingriff, den auch der ästhetisch-plastische Chirurg Dr. med Markus Klöppel in seiner Münchner Klinik schon durchgeführt hat. Dabei handle es sich um eine Technik, die „das Beste der Techniken ,Fettabsaugung‘ und ,Eigenfettbehandlung’“ miteinander verbinde, so der Mediziner. „Man gleicht die Körperproportionen an, indem Fett aus störenden Depots an Taille oder den Innen- oder Außenseiten der Oberschenkel entnommen wird“, erklärt Klöppel. Das entnommene Fett werde gereinigt, aufbereitet und anschließend für den gewünschten Lift-Effekt in den oberen Po gespritzt. Das Ergebnis sei ein sichtbar prallerer und angehobener Po.

Ausreichend Eigenfett muss vorhanden sein

Grundsätzlich kann sich jeder dem Eingriff unterziehen, der gesund ist und bei dem alle sportlichen Bemühungen keinen Erfolg gezeigt haben. Dennoch stellt Dr. Klöppel klar: „Ein ästhetischer Eingriff bleibt eine Operation, die unbedingt und ausschließlich von einem Experten und erst nach Abwägung aller gesundheitlichen Risiken durchgeführt werden sollte.“ Wer zu schlank ist, für den sei das Lifting nicht geeignet, da genügend Eigenfett zur Behandlung vorhanden sein müsse, erklärt der Chirurg: „Mit fremdem Fett kann ich den Effekt leider nicht herbeiführen, es könnte wie bei einer Organspende vom Körper abgestoßen werden.“

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Wie läuft die Po-Vergrößerung ab?

Bei der Operation wird im ersten Schritt Eigenfett an den geeigneten Stellen abgesaugt. In der Regel sind das meist der Bauch, der Rücken, die Beine oder die Hüften. Die Menge variiert dabei zwischen 300 bis 350 Milliliter pro Gesäßhälfte. Im nächsten Schritt wird das Fett gereinigt und aufbereitet. Bei der Behandlung wird die Flüssigkeit konzentriert, sodass besonders viele Fettzellen vorhanden sind. Im letzten Schritt wird das Eigenfett in den Po injiziert. Das „Brazilian Butt Lift“ kann zwar ambulant und in Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden, findet vorzugsweise und in den meisten Fällen aber in Vollnarkose statt und kann je nach Umfang bzw. Absaugmenge bis zu 4 Stunden dauern. Nach der Behandlung empfiehlt der Chirurg eine Woche häusliche Ruhe.

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Drei Wochen auf dem Bauch schlafen

In den folgenden drei Wochen sollte die Patientin nur auf dem Bauch schlafen und den Po so wenig wie möglich belasten, sonst könne es zu einer Verschiebung der Fettzellen kommen und der Rundungs-Effekt werde wortwörtlich zerdrückt, erklärt Klöppel gegenüber STYLEBOOK. Und auch danach sollte darauf geachtet werden, nicht zu lange am Stück zu sitzen und im Büroalltag immer wieder zu stehen und sich nur langsam fortzubewegen. Sport dürfe nach etwa vier bis sechs Wochen wieder ausgeübt werden. Werden alle diese Dinge beachtet, dann könne „der Effekt des ,Brazilian Butt Lifts‘ mehrere Jahre anhalten“, so der Experte.

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Wie riskant ist ein „Brazilian Butt Lift“?

„Insgesamt zählt das Brazilian Butt Lift zu den anspruchsvolleren Operationen, die in die Hände eines erfahrenen, versierten plastischen Chirurgen gehören“, erklärt Dr. Klöppel. Wie bei jedem Eingriff gibt es allgemeine Risiken einer Wundinfektion oder Thrombose, denen mit Antibiotikum und blutverdünnenden Spritzen entgegen gewirkt werden kann. Daneben können nach der Operation blaue Flecken oder Schwellungen am Gesäß auftreten, die jedoch nach wenigen Tagen bis Wochen von selbst wieder abheilen.

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Nicht zu unterschätzen ist jedoch die sogenannte Thromboembolie oder auch Fettembolie, bei der es „bei falscher chirurgischer Handhabung mit der Injektion von großen Fettmengen in den Gesäßmuskel, neben die darin liegenden großen Beingefäße zu Verletzungen von Gefäßen kommen kann, und sich somit größere Mengen von Fett in die Venen hineindrücken können“, so Klöppel. Die so herbeigeführte Lungenembolie kann schwerwiegende Folgen haben. Um dies zu vermeiden weist der Facharzt darauf hin, dass die injizierte Fettmenge unbedingt den Körperproportionen angepasst werden muss, um eine Überfüllung und damit einen Überdruck im Gewebe zu vermeiden. Zudem ist auch die Position der Injektionen wichtig, um eine Fettembolie vorzubeugen. Dr. Klöppel:  „Hier ist besonders darauf zu achten, das Fett nicht in die drunterliegende, tiefliegende Muskulatur mit den Gefahrenzonen der großen Gefäße zu injizieren, sondern das Fett in die über der Muskulatur und unter der Haut liegenden Fettgewebszone einzubringen.“

Noch besser: Sport machen!

So simpel der Eingriff auch erscheinen mag, mit Kosten zwischen 4000 bis 6000 Euro ist er nicht ganz billig und die Unannehmlichkeiten des Heilungsprozess sind nicht zu unterschätzen. „Eine OP sollte immer der letzte Schritt sein,“ sagt auch der Mediziner. Seine Patientinnen berate er entsprechend umfassend und empfehle generell, den inneren Schweinehund zu überwinden und es erst einmal mit Sport zu versuchen: „Auch mit dem gezielten und sehr regelmäßig durchgeführten Trainings des Gluteus maximus, dem größten Gesäßmuskel, kann ein schönes Lifting erzielt werden“, sagt Klöppel. Und günstiger ist es allemal.

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