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Auch bei Botox und Filler!

7 Fragen, die Sie Ihrem Schönheitschirurg vor dem Eingriff stellen sollten

Schönheitschirurg
Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, sollten Sie der Ärztin oder dem Arzt einige wichtige Fragen stellenFoto: Getty Images

Die Zahl der Beauty-Eingriffe in Deutschland steigt stetig an. Dabei ist es alles andere als leicht, den richtigen Schönheitschirurg zu finden. Deswegen ist es umso wichtiger, dass Sie Ihrem zukünftigen Arzt die richtigen Fragen stellen, um herauszufinden, ob es sich um eine seriöse Adresse handelt.

Minimal-invasive Schönheitseingriffe wie Botox und Hyluronsäure-Filler, aber auch größere Beauty-OPs sind längst nicht mehr das Tabu-Thema, das sie früher waren. Das Problem: Auch wenn auf sozialen Netzwerken immer mehr über diese Eingriffe gesprochen wird, rein auf Empfehlung Fremder zu einem Schönheitschirurg oder einer Schönheitschirurgin zu gehen, ist nicht ratsam. „Gute Bewertungen können Sie sich für wenige Euros erkaufen. Darauf würde ich also nicht ausschließlich setzen“, erklärt Dr. Ziah Taufig, Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie aus Köln, der davor warnt, im Internet nach einem Arzt zu suchen. Wer nicht weiß, worauf bei der Suche zu achten ist, gerät schnell an die falsche Adresse. Ein erster Beratungstermin zum Kennenlernen ist Pflicht – und dabei sollten Sie Ihrem Arzt diese 7 Fragen stellen.

Wie viel wird diese OP bei Ihnen kosten?

„Es ist wichtig, diese Frage zu stellen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie seriös der Anbieter ist“, erklärt Dr. Taufig. Denn natürlich habe jeder Eingriff seinen Preis. Zu günstig sollte das Angebot nicht sein – doch horrende Summen wolle man ja trotzdem nicht ausgeben, erklärt der Experte.

Jede Stadt habe außerdem unterschiedliche Preise für Schönheits-OPs. In München kosten Eingriffe etwa wesentlich mehr als in Berlin. „Berlin liegt näher an Polen, wo die Preise für Eingriffe deutlich günstiger sind, deshalb hat man sich den Kosten des Nachbarlandes etwas angepasst. Günstige Ärzte im Ausland sind aber nicht unbedingt schlechter“, erklärt Taufig.

Sein Tipp: Vergleichen Sie im Internet Preise verschiedener Kliniken und Praxen. Vorsicht bei extrem günstigen Angeboten!

Dr. Taufig beantwortete STYLEBOOK im Video-Call alle Fragen zum Thema Beauty-EingriffFoto: STYLEBOOK

Was ist bei Ihnen bei einem Eingriff schon schief gelaufen?

„Natürlich zeigt jeder Chirurg gerne seine besten Ergebnisse. Viel wichtiger als nach gelungenen Operationen zu fragen, ist es, danach zu fragen, was in der Vergangenheit schon schief gelaufen ist“, meint Dr. Taufig. Es sei schließlich menschlich, Fehler zu machen. Für Patienten sei es aber wichtig, zu verstehen, wie der Chirurg mit dieser Situation umgeht – und wie er den entstandenen Fehler wieder rettet.

Zu viel Misstrauen sei aber auch nicht ratsam. Denn schließlich brauche ein ästhetischer Eingriff immer auch Vertrauen von beiden Seiten, erklärt der Experte. Als Patient sollte man auf die Expertise des Arztes und auf die Wundheilung vertrauen können. Und als Arzt darauf, dass der Patient der eigenen Arbeit vertraut. Das Bauchgefühl müsse von beiden Seiten stimmen.

Halten Sie als Schönheitschirurg Vorträge über Ihr Fachgebiet?

Wie gut sich jemand in seinem Gebiet auskennt und fortbildet, erkennen Sie ganz leicht an seinem Engagement. „Hält jemand Vorträge, besucht Kongresse und gibt sein Fachwissen an Kollegen weiter, dann können Sie sich sicher sein, dass dieser Arzt seinen Job gut kann“, weiß Taufig. Schließlich müsse die Person ihr Wissen so vor anderen Experten unter Beweis stellen und sich mit Kritik auseinandersetzen. Ob jemand regelmäßig Vorträge hält, können Sie übrigens auch bei den Fachgesellschaften erfragen.

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Welchen Kollegen würden Sie für diesen Eingriff empfehlen?

„Mittlerweile gibt es einen regelrechten Patiententourismus“, erklärt Taufig. Reist jemand extra für eine Behandlung an, ist es hilfreich, für Nachuntersuchungen oder das Fädenziehen Kollegen in der Stadt der behandelten Person zu empfehlen. „Damit bricht man sich nun wirklich keinen Zacken aus der Krone“, meint der Experte. Auch sei das eine Frage der Transparenz – denn so könne ein zweiter Arzt auf die getane Arbeit schauen und auch noch einmal Feedback geben.

Sind Sie im Notfall erreichbar?

„Als Patient sollten Sie nicht nur über die Risiken eines Eingriffs aufgeklärt werden, sondern auch, wie ein Arzt damit umgeht, wenn tatsächlich Komplikationen eintreten. Ist die Praxis für Notfälle ausgelegt und organisiert? Wer kümmert sich um die Nachsorge, wenn etwas passiert – das sind ganz wichtige Fragen, die vorher abgeklärt werden müssen“, so Taufig. Auch zum Vertrauensverhältnis zwischen Chirurg und Patient trägt die Erreichbarkeit des Arztes bei. Schließlich könne so schnell auf etwaige Rückfragen, Unsicherheiten und Komplikationen reagiert werden. „Ich selbst gebe meinen Patienten immer eine Notfallnummer mit, über die sie sich nach der Operation jederzeit bei mir melden können“, erklärt Taufig.

Mit welchem Krankenhaus arbeiten Sie im Falle einer Komplikation zusammen?

„In der zuständigen Abteilung des jeweiligen Krankenhauses sollte Ihr Arzt bekannt sein. Das ist beruhigend für Sie, falls Ihr Arzt mal bei einem Problem nicht erreichbar sein sollte oder eine Komplikation stationär behandelt werden müsste”, so Taufig.

Haben Sie als Schönheitschirurg eine Haftpflichtversicherung?

„Die Haftpflichtversicherung ist enorm wichtig. Nicht nur bei Komplikationen, sondern auch, wenn der Patient oder die Patientin nicht mit dem Ergebnis zufrieden ist“, erklärt Dr. Taufig. Denn wer zahlt, wenn im schlimmsten Fall etwas schiefgeht? Und wer schützt den Arzt vor berechtigten als auch unberechtigten Ansprüchen? „Jeder Arzt und jede Ärztin sollte eine Haftpflichtversicherung haben“, erklärt Dr. Taufig.

Bei Filler und Botox immer alle Informationen aufschreiben lassen!

Auch bei Botox und Filter gilt: Nicht direkt beim ersten Termin behandeln lassen, sondern sich erst beraten lassen und Vertrauen aufbauen. Wichtig: „Lassen Sie sich immer einen Filler-Ausweis geben, in dem genau festgehalten wird, wie viel und welches Produkt injiziert wurde“, rät Dr. Taufig. Das kann auch einfach ein kleiner Zettel sein, auf dem der Arzt diese Informationen notiert. „Wir wissen mittlerweile, dass es auch bei Filtern zu Spätkomplikationen kommen kann“, erklärt der Profi. Zu wissen, was angewendet wurde, ist für den nächsten behandelnden Arzt wichtig, um die dementsprechenden Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Schließlich ist Hyaluronsäure nicht gleich Hyaluronsäure – mittlerweile sind die verschiedensten Produkte von unterschiedlichen Marken auf dem Markt – und jeden Monat kommen neue hinzu. Extra-Tipp: Nehmen Sie einfach die Verpackung des verwendeten Produkts mit oder machen Sie ein Foto davon, rät Taufig.

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