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Kontroverser TikTok-Trend

Die Vor- und Nachteile von Vabbing als Parfüm-Ersatz

Frau guckt sinnlich
Was versteckt sich eigentlich hinter Vabbing?Foto: Getty Images

Wenn man denkt, schon alles gehört zu haben, beweist uns TikTok das Gegenteil mit nicht enden wollenden viralen – und fragwürdigen – Trends. Neuestes Phänomen auf der Short-Video-Plattform: Vabbing. STYLEBOOK erklärt zusammen mit einem Experten, was dahintersteckt.

Es wird seit Langem behauptet, dass der Duft einen großen Teil der Anziehungskraft bei der Partnersuche ausmache. Deshalb tupfen Frauen jetzt ihre Vaginalflüssigkeit auf alle Stellen, auf die sie normalerweise Parfüm auftragen würden. Heißt, auf ihre Handgelenke, ihren Hals und hinter ihre Ohren. Wirkt man so tatsächlich anziehender aufs Gegenüber? STYLEBOOK sprach mit dem Gynäkologen Dr. Christian Albring über die Vor- und Nachteile des sogenannten „Vabbing.“

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Was ist Vabbing?

Der Begriff tauchte 2019 erstmals im Urban Dictionary auf und ergibt sich durch die Wörter „Vagina“ und „dabbing“ (englisch, übersetzt: „betupfen, abtupfen“).

TikTok macht Vabbing zum Trend

Obwohl der Begriff nicht ganz neu ist, explodiert der Trend auf TikTok. Der Hashtag #vabbing hat mittlerweile über 20 Millionen Aufrufe und die Leute teilen offen mit, ob es bei ihnen tatsächlich funktioniert oder nicht. TikToker @jewlieah postete ein Video über ihre Erfahrungen mit Vabbing. „Ich weiß nicht, wer das hören muss, aber Vabbing funktioniert. Mir wurden zum Beispiel zwei Freigetränke am Pool angeboten und dann hat mir ein Typ das hier gegeben“, erklärte sie, während sie eine Schachtel mit einem luxuriösen Schönheitsprodukt in der Hand hielt.

Was ist im Scheidensekret enthalten?

Das Scheidensekret ist in Abhängigkeit vom Zyklus unterschiedlich zusammengesetzt. Es enthält Wasser, Elektrolyte, Eiweiße und natürlich auch weiße Blutkörperchen, und immer auch vereinzelte Bakterien. Kurz nach der Regelblutung sieht das Sekret anders aus als zum Zeitpunkt der Ovulation (Eisprung) beziehungsweise wenige Tage vor der Regelblutung.

Der Scheidensaft enthält Glykogen, das in der Geschlechtsreife von den Milchsäurebakterien (Döderlein-Bakterien) zersetzt und zu Milchsäure wird. Dieses hat den Sinn, dass die Scheide säuerlich ist und Bakterien besser widerstehen kann. In der Mitte des Zyklus wird die Scheide zusätzlich durch den Schleim aus dem Gebärmutterhals beeinflusst. Schwangere produzieren aufgrund der hohen Östrogendosis im Blut besonders viel Sekret.

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Hormone im Scheidensekret

„Natürlich enthalten der Schleim und die Flüssigkeit, die ein Exsudat (Absonderung) aus Scheidenwandzellen ist, auch Stoffe wie Hormone. Äußerlich am Scheideneingang – damit durchaus relevant – sitzen zwei Drüsen (Bartolinidrüsen), die bei sexuelle Erregung Schleim abgeben, um das Eindringen des Penis zu erleichtern“, erklärt Dr. Albring. Je nach Zusammensetzung und Zyklustag hat die Flüssigkeit der Scheide auch einen unterschiedlichen Geruch, und möglicherweise auch Geschmack. Diese könnte auch durch Tropfen von Urin beeinflusst werden.

Falsche Intimhygiene kann Geruch von Scheidensekret verändern

„Wir leben heute allerdings in einer Zeit, in der Frauen aufgrund der durch die Industrie getriggerten Werbung mehr und mehr die Scheidengesundheit mit Seifen, Intimlotion und zum ähnlichem negativ beeinflussen. Auch das ist wiederum ein Faktor, der die Zusammensetzung der Scheidenflüssigkeit verändern kann“, so der Experte.

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Zusammenfassend kann man sagen, dass Scheidensaft einen Geruch hat, dieser von Zyklustag zu Zyklustag unterschiedlich sein und natürlich von sexueller Aktivität, Stress und Alter beeinflusst werden kann. „Je nach Geruchssinn, Empfindlichkeit und Kohabitationsbereitschaft des jeweiligen Partners ist es vorstellbar, dass die Gerüche als angenehm beziehungsweise erotisch wahrgenommen werden“, sagt der Gynäkologe.

Ob es allerdings wirklich so ist und ob Vabbing funktioniert, wurde wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen.

Quelle

– mit fachlicher Beratung von Dr. Christian Albring, Gynäkologe in Hannover

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