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Ist Brustwarzen aufspritzen mit Hyaluron gefährlich?

Nachgefragt beim Facharzt

Brustwarzen aufspritzen mit Hyaluron – Gründe, Ablauf und Risiken

Brustwarzen aufspritzen lassen: Das sagt ein Experte
In den USA lassen sich immer mehr Frauen die Brustwarzen aufspritzen, um sie auch unter Textilien dauerhaft sichtbar zu machenFoto: Getty Images

In den USA werden viele Beauty-Trends geboren, nicht alle sollte man mitmachen und wenn, dann hinterfragen und sich über die Risiken informieren. Nippel-Injektionen, die für perfekt aufgerichtete Brustwarzen sorgen sollen, gehören definitiv in diese Kategorie. STYLEBOOK sprach mit einem Facharzt über den Eingriff und was man Brustwarzen aufspritzen unbedingt beachten sollte, bevor man sich dafür entscheidet.

Brustwarzen aufspritzen – so geht’s

Die Brustwarzen-Behandlung funktioniert ähnlich wie andere Anwendungen mit Fillern. Die Hyaluronsäure wird unter die Haut der Brustwarze injiziert. Das sorgt dauerhaft für mehr Volumen. Das führt dazu, dass der Nippel unabhängig von Wärme und Berührung steht, was bei einigen als besonders attraktiv gelten soll. „Hyaluronsäure sollte hier das Mittel der Wahl sein“, erklärt Dr. Markus Klöppel, ästhetischer Facharzt aus München. „Es ist der weltweit beste, weitverbreitetste und nebenwirkungsärmste Filler, mit dem man sehr gut agieren kann. Die Brust ist ein äußerst sensibles Organ, wie jede Frau aus eigener Erfahrung weiß, deshalb ist die beinahe nebenwirkungsfreie Hyaluronsäure optimal.“

Die Behandlung sollte allerdings nur bei einem versierten Experten durchgeführt werden, plastische Chirurgen oder Dermatologen sind hierfür sichere Ansprechpartner. „Es muss immer ein Arzt durchführen, der wohlausgewählte Produkte verwendet, sprich hochwertige Hyaluronsäure von namhaften Herstellern. Und jemand, der sich mit dem anatomischen Aufbau der Brustwarze auskennt, um überhaupt zu wissen, wo die Nadel angesetzt werden muss.“

Brustwarzen aufspritzen: Welche Risiken gibt es?

Hyaluronsäure baut sich im Körper nach einiger Zeit von selbst ab. Die dauerhaft steifen Brustwarzen halten demnach nur circa drei bis sechs Monate, müssen also immer wieder aufgespritzt werden. Damit wachsen die Risiken, die Frauen bei dem Beauty-Trend unbedingt beachten sollten. „Ich denke, bei den Risiken muss man kritisch bleiben und diese sehr ernst nehmen. Zwar gibt es noch keinen guten Erfahrungswert, doch sehe ich eine gewisse Gefahr, was die Stillfähigkeit einer Frau betrifft“, gibt der Experte zu bedenken. Hyaluronsäure sei an sich nicht schädlich und habe per se keine nachhaltige Restwirkung als Substanz.

Wie bei jedem Eingriff kann es auch beim Aufspritzen der Brustwarzen zu allgemeinen Nebenwirkungen, wie Schwellungen, Rötungen und blauen Flecken rund um die Nippel auftreten. Diese Erscheinungen sollten jedoch nach kurzer Zeit von selbst abklingen. „Hinzu kommt die Keimbesiedelung der Milchgänge. Diese bedeutet eigentlich keine Gefahr für den Körper, doch wenn man einen Keim mit einer Nadel in die Tiefe der Brust verschleppt, kann es zu Entzündungen kommen. In solchen Fällen muss man mit Antibiotika entgegen wirken“, weiß Dr. Klöppel.

Auch interessant: Brustwarzenkorrektur – Gründe, Methoden und Kosten

Hilft die Injektion bei Schlupfwarzen?

Bei dieser völlig ungefährlichen Form ist die Brustwarze nach innen gewandt. Genau dafür ist die Behandlung laut Berichten aus den USA entwickelt worden. Dr. Klöppel: „Es ist durchaus sinnvoll, mit einer Füllung einen Effekt im Inneren zu erzeugen, damit sich die Brustwarze nach außen hin entfalten kann. Allerdings kann man durch eine Injektion nur vorübergehende Schlupfwarzen verbessern.“ Daneben gibt es auch noch permanente Schlupfwarzen, die immer nach innen gekehrt sind und weder bei Kälte noch bei Berührung oder Erregung herauskommen. Bei dieser dauerhaften Form sei eine operative Brustwarzenkorrektur wesentlich sinnvoller, da hier das Problem in den verkürzten Milchgängen liegt. Diese werden bei dem Eingriff durchtrennt, wodurch die Brustwarzen sich nach außen stülpen können.

Was meint der Experte zur Nippel-Injektion?

„Die Mamille, wie die Brustwarze im Fachjargon genannt wird, ist ein wichtigstes Thema. Besonders kleine Brustwarzen sind ein Ideal, das für Jugendlichkeit steht. Bei Brust-OPs, die ich sehr häufig durchführe, achten wir deshalb darauf, dass der Durchmesser des Brustwarzenvorhofs nicht über 36 Millimeter reicht“, sagt der Facharzt. Mit der Hyaluronsäure-Injektion können die Nippel bei Frauen aufgestellt und zusätzlich gestrafft werden, was wesentlich minimal-invasiver als eine Bruststraffung ist. Trotzdem sind die Risiken nicht zu unterschätzen und Dr. Klöppel warnt eindringlich davor, den Schritt unüberlegt zu wagen. Aus diesem Grund führt er die Behandlung zurzeit auch nicht in seiner Klinik durch. Der Trend ist kritisch zu betrachten.

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