Irre Beauty-Anwendung

Das verspricht das Vagina-Dampfbad

Frau mit Handtuch
Neuster Hype aus den USA: Vagina-Steaming. Wir erklären, was an der Beauty-Behandlung dran ist
Foto: Getty Images

Gwyneth Paltrow macht es schon seit Jahren, und jetzt hat auch Chrissy Teigen das intime Beauty-Treatment für sich entdeckt: die Vagina-Dampfbehandlung. STYLEBOOK erklärt, was dahinter steckt – und welche Risiken damit verbunden sind.

Chrissy Teigen ist vor Kurzem zum zweiten Mal Mutter geworden und zeigt ihren Instagram-Fans, wie sie als Mama zweier kleiner Kinder entspannt: mit Feuchtigkeitsmaske, Heizkissen – und Vagina-Dampfbad.

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Was ist eine Vagina-Dampfbehandlung?

Die warmen Dämpfe sollen die Vagina reinigen, entspannen und die Durchblutung des Intimbereichs anregen. Besonders nach der Periode sei daher die Behandlung sinnvoll. Weiterhin soll sich das Dampfbad sogar positiv auf den Hormonhaushalt auswirken und die Fruchtbarkeit steigern. Auch die Beckenbodenmuskulatur kann angeblich durch die Bedampfung entspannt und gelockert werden. Dr. Manny Alvarez, Vorsitzender der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie und Reproduktionsforschung am Universitätsklinikum Hackensack in New Jersey, verrät, dass es im besten Fall zur Entspannung beiträgt, allerdings keine tatsächlichen körperlichen Auswirkungen hat.

Bislang gibt es aber keine verlässlichen Studien, welche die Wirkung von Vagina-Dampfbädern beweisen. In einem Interview mit dem Online-Magazin „Life Science“ erklärte Dr. Draion Burch, Frauenärztin aus Pittsburgh, dass es keinerlei wissenschaftliche Belege dafür gibt, dass Vagina Steaming eine positive Wirkung hat. Falsch ist in jedem Fall die Annahme, durch die ätherischen Dämpfe würde die Vagina gereinigt werden, denn sie reinigt sich bereits selbst. Auch dies wurde von Dr. Burch im Interview bestätigt. Die etwa 20-minütige Dampfbehandlung kann aber etwas für das eigene Wohlbefinden tun.

Wie funktioniert die Behandlung?

Es wird sich untenrum nackt über ein Behältnis gesetzt, das mit heißem Wasser und Kräutern wie Rosmarin, Thymian, Beifuß oder Lavendel gefüllt ist. Es gibt sogar spezielle Stühle mit einem Loch in der Mitte. Manche Frauen nutzen auch einen gewöhnlichen Stuhl und setzen sich auf die Kante rücken, sodass der Dampf in die Intimzone aufsteigen kann. Ein umgewickeltes Handtuch sorgt dafür, dass Kräuterdämpfe nicht entweichen. In großen US-Städten wie Los Angeles oder New York werden die Treatments bereits für knapp 100 US-Dollar in Spas angeboten.

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Was sind die Risiken?

Durch zu heißen Dampf kann es zu Verbrennungen kommen. Aber auch allergische Reaktionen durch die Kräuter und vaginale Infekte können auftreten, im schlimmsten Fall kann die Vaginalflora Schaden nehmen. Zudem ist es generell nicht ratsam, die Vagina zu vielen Behandlungen auszusetzen.

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Fazit: Lohnt sich diese Art der Intimpflege?

Für die Hygiene bringt das Vagina-Steaming nicht viel. Im Gegenteil, die Vagina befindet sich in einem ständigen Selbstreinigungsprozess. Wer aber gerne wie Chrissy Teigen ein neues Entspannungsritual testen möchte, kann das Dampfbad für die Intimpflege ausprobieren.