Nachgefragt beim Experten

Ist der Beauty-Hype ums Teebaumöl gerechtfertigt?

Teebaumöl im Fläschchen
Viel Frauen schwören bei Hautunreinheiten auf Teebaumöl. Aber ist der Hype gerechtfertigt?
Foto: Getty Images

Teebaumöl gilt als ultimatives Wundermittel für ein reines Hautbild, viele von uns haben ein Fläschchen im Badezimmer stehen. Doch Ärzte warnen, denn das vermeintliche Superöl kann auch Hautreizungen und Allergien verursachen. STYLEBOOK hat bei einem Experten nachgefragt, worauf man achten sollte und wer tatsächlich lieber die Finger davon lassen sollte.

Entzündungshemmend und antibakteriell – Teebaumöl soll gegen Hautunreinheiten wie Akne, Mitesser und Pickel helfen, und auch bei unschönen Warzen, Nagelpilz oder Herpes soll es Wirkung zeigen. Tatsächlich ist das Teebaumöl in vielen Pflegeprodukten als Inhaltsstoff enthalten, gleichzeitig führen es viele Läden auch in reiner Form. Doch genau da liegt auch der Haken.

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Woher kommt Teebaumöl?

Teebaumöl wird aus den Blättern und Zweigspitzen des Teebaumes „Melaleuca alternifolia“ gewonnen. Ursprünglich war die Pflanze nur in Australien und Teilen Südostasiens beheimatet, die australischen Ureinwohner verwenden Teebaumöl seit jeher zum Desinfizieren von Wunden. Wirkstoffe der Pflanze werden heutzutage sogar bei der Desinfizierung von Luftschächten in Klimaanlagen eingesetzt. Das zeigt, wie potent die Pflanze ist.

Teebaumöl ist antibakteriell und viruzid

Wie das Öl wirkt, hängt von seinem Reinheitsgrad und der Dosierung bei der Anwendung ab. Die Inhaltsstoffe können zwar Hautreizungen lindern, aber gleichzeitig auch neue hervorrufen. Wer es daher pur anwenden will, der sollte beim Auftragen sehr sparsam und punktuell vorgehen. Hautärzte und Allerlogen warnen sogar, dass bei großflächiger Anwendung von reinem Teebaumöl die Haut schwer gestresst und gereizt werden kann. Die Folge können Pickel, Pusteln und juckende Hautausschläge sein.

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Nur Teebaumöl mit Zertifikat verwenden

Der Münchener Dermatologe Timm Golüke rät zudem, nur zertifiziertes Teebaumöl zu verwenden. „Die Zulassung ist der Punkt“, erklärt der Experte.  Auch vom Mischen mit anderen Ölen rät der Mediziner ab: „Das Mischen erhöht die Allergiegefahr!“ Ohne Vorkenntnisse können sich schnell Fehler bei der Dosierung einschleichen.

Was soll man tun, wenn Hautreizungen durch Teebaumöl auftreten?

Hautreizungen durch Teebaumöl würden sogar häufig auftreten, weiß Dr. Golüke. „Dann sollte man das Öl sofort absetzen und einen Hautarzt aufsuchen. Helfen kann dann nur eine antientzündliche und rezeptpflichtige Creme.“ Generell könne man das Öl mit Vorsicht anwenden, man solle dabei jedoch keine Wunder erwarten. „Es ist kein Beauty-Booster, wie es oftmals dargestellt wird“, so die Expertenmeinung.

Wie sollte man reines Teebaumöl anwenden?

Verwenden Sie nur frisches Teebaumöl, das am besten in einem kleinen Fläschchen an einem dunklen Ort luftdicht gelagert wird, wie andere Öle auch verdirbt Teebaumöl bei zu viel Sonnenlicht und Wärme schnell. In der Folge bilden sich Abfallstoffe, die die Haut schädigen können. Achtung! Keinesfalls sollten man konzentriertes Teebaumöl großflächig auf der Haut verteilen, da das Öl in hoher Dosierung zu aggressiv ist. Wer jedoch nur einen einzelnen Pickel bekämpfen oder eine kleine Stelle behandeln will, der kann ein Wattestäbchen in das Öl tupfen und dann vorsichtig auftragen.

Wo kann Teebaumöl noch angewendet werden?

  • Zur Gesichtsreinigung ein paar Tropfen Teebaumöl mit Wasser vermischen und die Flüssigkeit mit einem Wattepad oder Schwamm behutsam auftragen. Augenpartien aussparen!
  • Bei juckender Kopfhaut oder Schuppen können wenige Tropen Teebaumöl ins Shampoo gegeben Linderung bringen.
  • Gestresste Seelen sollten sich ein Vollbad mit Teebaumöl gönnen, einfach ein paar Spritzer ins Badewasser geben. Die ätherischen Dämpfe beruhigen und entspannen.
  • Für ein Fußbad fünf Tropfen Teebaumöl in eine Schüssel mit warmen Wasser geben und die Füße für mindestens zehn Minuten darin baden. Die antibakterielle Wirkung des Öls kann Fußgeruch mindern und müde Füße wieder auf Trab bringen.
  • Auch bei Mundgeruch kann Teebaumöl helfen, hier sind Bakterien verantwortlich, die zum Beispiel durch Zahnfleisch-Entzündungen entstehen. Dagegen helfen wenige Tropfen Teebaumöl in Wasser verdünnt. Damit dann den Mund spülen und das Wasser ruhig hin und her ziehen. Bei Halsschmerzen kann mit dem Mundwasser auch gegurgelt werden – die Inhaltsstoffe des Öls bekämpfen Bakterien im Mund- und Rachenraum.

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Gesichtsmaske mit Teebaumöl selbst anfertigen

Auch hier gilt: Vorsicht bei der Dosierung! Für die Maske zwei Tropfen Teebaumöl mit zwei Esslöffeln Heilerde und Wasser zu einer Paste verrühren. Diese dann behutsam auf das Gesicht und die T-Zone auftragen und zehn bis 20 Minuten einwirken lassen.

Anschließend mit warmem Wasser abspülen. Tipp: Anstelle von Heilerde können auch gemahlene Leinsamen angesetzt werden. Die Maske sollte nur einmal in der Woche aufgetragen werden, da die Wirkstoffe des Teebaumöls die Haut sonst angreifen und austrocknen können.

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Asthmatiker sollten kein Teebaumöl benutzen

Reines Teebaumöl hat einen intensiven Duft zwischen Frische und herb-würzig, der nicht jedermanns Sache ist. Allerdings verbinden manche damit eine heilende Wirkung wie bei einer Hustensalbe. Das könnte der Grund sein, weshalb immer wieder im Internet die Empfehlung gegeben wird, Teebaumöl bei Asthma zu inhalieren. Aber Vorsicht! Gerade das kann schwerste Anfälle auslösen, Asthmatiker sollten deshalb keinesfalls Teebaumöl einatmen.

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Was kostet Teebaumöl?

Laut Dr. Golüke hängt der Preis davon ab, woher das Teebaumöl stammt und wie qualitativ hochwertig es ist. Generell ist reines und zertifiziertes Teebaumöl aus Australien von guter Qualität. Erhältlich ist es in Apotheken, Reformhäusern oder gut sortierten Drogeriemärkten.