Alle tun sich das an!

PRP-Behandlung: Was steckt hinter dem blutigen Vampir-Lifting?

Vampir Lifting
Beauty-Behandlung mit Eigenblut – so gruselig, wie es sich anhört, ist das Vampir Lifting gar nicht. STYLEBOOK fragte bei Experten nach
Foto: Getty Images

Kim Kardashian hat es getan, Bar Refaeli auch und Natascha Ochsenknecht schwört längst drauf: Das so genannte „Vampir-Lifting“ ist weit mehr als ein kurzer Trend der Beauty-Branche. Aber was verbirgt sich wirklich hinter dem Treatment? Welche Risiken birgt es? Eines vorweg: Die Methode klingt gruseliger als sie ist, wirklich schauerlich ist eigentlich nur der Preis.

Neu ist das Vampir-Lifting nicht, in den USA lassen sich die Schönen und Reichen bereits seit 1998 mit dieser Methode verjüngen. 2013 postete Kim Kardashian ein blutiges Selfie vom Behandlungsstuhl, seitdem häufen sich in den Instagram-Feeds der Promis Bilder, die sie während des Treatments zeigen. Einmal im Jahr gibt sich auch Natascha Ochsenknecht die Ehre, postete jüngst ein neues Aua-Foto von ihrer Dracula-Therapie, entsetzte Reaktionen ihrer Follower inklusive. Wir wollten wissen: Wie sinnvoll ist die Behandlung – in Fachkreisen auch PRP-Methode (PlättchenReiches Plasma) genannt –wirklich?

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Das passiert beim Vampir Lifting

Das Prinzip ist simpel: Für die Behandlung werden ungefähr 20 Milliliter Blut aus der Vene abgezapft. Nach der Aufbereitung in einer Zentrifuge bleibt ein goldgelbes Serum übrig, in dem sich die für das Treatment ausschlaggebenden Thrombozyten und Wachstumshormone befinden. Dieser körpereigene „Wundersaft“ wird dann mit einer 0,4 Millimeter langen Nadel unter die Haut injiziert, die im Anschluss zusätzlich mit einem mit kleinen Nadeln besetzten Roller (Dermaroller) bearbeitet wird, was für unzählige mikroskopisch-kleine Einstiche sorgt – der Grund für die blutig-gruseligen Foto-Momente der Behandelten.

Warum die PRP-Methode schlimmer aussieht, als sie ist

Das hört sich extrem schmerzhaft an, „ist es aber nicht“, versichert der Berliner Ästhetik-Mediziner Dr. Michael R. Schmidt-Kulbe, auf dessen „Vampir-Lifting-Fertigkeiten“ Natascha Ochsenknecht seit Jahren vertraut. „Die Haut wird vorher mit einer betäubenden Salbe eingerieben, sodass man kaum etwas spürt.  Allerdings muss es bluten, denn nur so können die Stoffe tief genug eindringen, um die nötige Wirkung zu erzielen.“ Nach 20 Sekunden sei der „Blutrausch“ ohnehin vorbei, aber in dieser kurzen Zeit zücken eben die meisten eben ihr Smartphone, um das Schock-Selfie zu schießen. Große Show, aber auch große Wirkung?

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Wie das eigene Blutplasma unter der Haut wirkt

„Absolut!“, versichert Schmidt-Kulbe. „Bereits nach wenigen Tagen zeigt sich die Haut sichtlich elastischer, dicker, frischer und glatter als vor der Behandlung. Und der Effekt hält über Monate an.“  Allerdings empfiehlt er das Treatment erst für Frauen und Männer ab Mitte 30: „Bei Jüngeren ist die Haut meist noch so straff und strahlend, da ist es nur Geldschneiderei.“ Tatsächlich ist die Behandlung mit einem Preis ab 400 Euro aufwärts alles andere als ein Schnäppchen.

Darum läuft Vampir Lifting Botox den Rang ab

Der Vorteil: Die „Platelet Rich Plasma“-Methode ist weitestgehend „öko“, es kommt nur das unter die Haut, was der Köper selbst produziert hat. Deshalb sind allergische Reaktionen oder sonstige unerwünschte Effekte so gut wie ausgeschlossen, das Treatment eignet sich für jeden Hauttyp. „In den acht Jahren, in denen ich damit arbeite, ist keine einzige schlimme Nebenwirkung bei meinen Patienten aufgetreten. Die Methode ist – wenn sachgemäß durchgeführt – tatsächlich so gut wie risikofrei“, erklärt Schmidt-Kulbe, der selbst auf ein jährliches Vampir-Lifting setzt. Immer mehr ehemalige Botox-Fans würden zum natürlichen Dracula-Trick übergehen, da hinterher kein starrer Masken-Look droht.

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Ist Vampir Lifting die ultimative Anti-Aging-Methode?

Haben wir es dabei also mit dem „Stein der Beauty-Weisen“ zu tun? Wir holen uns eine Zweitmeinung ein und fragen beim Münchner Dermatologen Dr. Timm Golüke nach. „Mit der PRP-Therapie lassen sich tatsächlich gute Ergebnisse erzielen“, bestätigt der Mediziner die Aussagen seines Kollegen. „Klar, eine tiefe Zornesfalte lässt sich damit mit zum Verschwinden bringen, aber die Vorteile liegen auf der Hand und es wird zu Recht immer populärer.“ Auch Golüke bietet seit einiger Zeit in seiner Praxis Vampir-Liftig an, obwohl ihm die reißerische Bezeichnung weniger gut gefällt.

Übrigens: Mit der PRP-Methode lässt sich nicht nur neue Frische ins Gesicht zaubern, theoretisch kann man sich so den ganzen Körper straffen lassen. Alles lediglich eine Frage des Geldbeutels.