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Anwendung, Kosten, Wirkung

Weniger Falten dank Kollagen-Drinks? Das sagt der Experte!

Frau mit Pipette
Kollagen ist wichtig für ein gutes Bindegewebe und hält die Haut straffFoto: iStock

Schluck für Schluck zu einer strafferen Haut – damit werben die Hersteller von so genannten Kollagen-Drinks. Zu schön, um wahr zu sein? STYLEBOOK fragte beim Experten nach.

Es klingt vielversprechend: Das in den Drinks enthaltene Protein soll die Haut straffen, Falten wegzaubern und uns generell gesünder und frischer aussehen lassen. Anders als bei Anti-Aging-Cremes zum Auftragen entfaltet sich die Wirkung dabei von innen, so sollen auch tiefere Hautschichten erreicht werden. Gleichzeitig soll dadurch auch die körpereigene Kollagen-Produktion angekurbelt werden.

Was ist Kollagen eigentlich?

Kollagen ist ein Eiweiß, das auch im Körper vorkommt, und das vor allem im Bindegewebe. Maßgeblich ist es für eine straffe Haut verantwortlich. Der Haken: Die körpereigene Produktion geht schon ab dem 20. Lebensjahr stetig zurück, in der Folge verliert die Haut an Spannkraft, Falten entstehen. Zudem wird die Haut trocken, die Haare dünnen aus, die Nägel werden brüchig. Kollagen-Drinks gelten als Nahrungsergänzungsmittel, neben dem Eiweiß ist den Drinks oft auch Hyaluronsäure zugesetzt, daneben enthalten die Produkte meist Anti-Oxidantien, Mineralstoffe und Vitamine. Was viele allerdings nicht wissen dürften: Kollagen wird zumeist aus Schlachtabfällen gewonnen.

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Können Kollagen-Drinks Falten reduzieren?

Was es bringt, sich täglich einen Kollagen-Drink zu genehmigen, ist unter Medizinern nach wie vor umstritten. In zwei klinischen Studien der Universität Kiel kommen Forscher zu dem Schluss, dass der Inhaltsstoff Falten um die Augenpartien reduziere und die körpereigene Produktion anrege. Andere Stimmen verweisen allerdings darauf, dass viele Studien über die Wirksamkeit von den Herstellern selbst in Auftrag gegeben wurden.

Auch der Münchener Dermatologe Timm Golüke sieht die Lage kritisch:  Von faltenreduzierenden Effekten der Hyaluronsäure ist der Mediziner allerdings überzeugt: „Hyaluronsäure in Pflegeprodukten und auch gespritzt kann eine gute Wirkung zeigen.“

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Was tut der Haut gut?

Alkohol, Rauchen, Schlafmangel und zu viel UV-Strahlung lassen die Haut schnell altern, daneben spielt auch eine ausgewogene Ernährung eine zentrale Rolle. Wichtig seien Phytoöstrogene, so Golüke – so genannte sekundäre Pflanzenstoffe, die beispielsweise in Sojaprodukten enthalten sind. Auch das Lykopin in Tomaten hält der Mediziner für essentiell wichtig, um die Haut gesund zu halten. „Dazu alle Vitamine in Obst und Gemüse. Unsere Haut als größtes Organ zeigt sich bei gesunder Ernährung auch von seiner besten Seite“, weiß der Dermatologe.