Gurkenmasken taugen nicht immer

Was hilft wirklich gegen große Poren?

Sie werden von manchen Frauen mehr gefürchtet als Fußpilz: große Poren. Doch was kann man tun, wenn die Gesichtshaut nicht ebenmäßig, sondern von kleinen Kratern durchzogen ist und ständig glänzt? STYLEBOOK fragte beim Experten nach.

Frau mit großen Poren
Nicht gefährlich, aber unschön: große Poren. Die richtige Reinigung für eine feinporige Haut ist das A und O. Dennoch muss man aufpassen: Zuviel Reinigung schadet eher der Haut.
Foto: Getty Images

Straff, prall, rosig und vor allem ebenmäßig – so wünschen wir uns unseren Teint. Die Realität sieht leider oft nicht ganz so makellos aus. Viele Frauen sind daher auch mit ihrer Gesichtshaut unzufrieden. Und große Poren gehören neben Pickeln zu den unliebsamsten Makeln. Viele würden daher gerne komplett auf ihre Poren verzichten

Auch interessant: Das hilft gegen Pickel und Akne im Erwachsenenalter

Warum sind Poren wichtig?

Dr. med. Tanja C. Fischer, Dermatologin aus Berlin, zu STYLEBOOK: „Poren sind kleine Öffnungen, die in unzähliger Anzahl in der menschlichen Haut vorkommen. Sie sind kleine Kanäle, durch die der Körper Talg absondert. Dieser Talg dient dazu, die oberste Hautschicht, die sogenannte Hornschicht, und auch die Haare geschmeidig zu halten.“ Daneben habe die Talgproduktion auch eine wichtige Schutzfunktion, so die Expertin. Der Talg sei wichtig, um die Haut vor Krankheiten, Bakterien und Umwelteinflüssen zu schützen.

Mit unserem Newsletter als Erstes up to date sein – hier geht’s zur Anmeldung

Wie entstehen vergrößerte Poren?

„Die Größe der Hautporen ist hauptsächlich genetisch bedingt. Wer zu fettiger Haut neigt, hat eher größere Poren, ist zudem anfälliger für Pickel und Akne“, verrät Dr. Fischer auf STYLEBOOK-Nachfrage. Außerdem wird die Porengröße beeinflusst durch Umwelteinflüsse wie UV-Strahlen, den persönlichen Lebensstil (Nikotin, Stress, Alkohol, ungesunde Ernährung) sowie den natürlichen Alterungsprozess. In bestimmten Lebensphasen wie zum Beispiel der Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren ist die Talgproduktion durch die hormonelle Umstellung erhöht, weiß die Expertin. Häufig verstopfen die Hautporen dann, was Entzündungen und in der Folge Pickel verursacht

Doch was tun, wenn man Haut mit unschönen großen Poren hat? Hier die Tipps von der Expertin:

Was man bei großen Poren zu Hause tun kann

► Das Gesicht nicht zu häufig waschen. Zweimal am Tag – morgens und abends – genügt, am besten mit einem rückfettenden, ph-neutralen Reinigungsmittel. Große Poren sind nämlich KEINE Folge von Unreinheit.

► Generell gilt bei der Pflege: Cremige und fettreiche Texturen vermeiden, lieber leichte Fluids oder erfrischende und feuchtigkeitsspendende Gele verwenden.

► Für sehr fettige Haut, die übermäßig viel Talg produziert und große Poren aufweist, empfehlen sich Pflegeprodukte mit hochdosiertem Retinol (Vitamin A). Ebenfalls talgregulierend wirken Teebaumöl, Zink, Silicium und Salicylsäure.

► Klärende Gesichtsmasken, z. B. mit Heilerde, helfen, die Poren zu verfeinern. Sie regen die Durchblutung an und fördern die Ausscheidung von überflüssigem Talg. Sehr gefragt sind seit einiger Zeit Vlies- und Peel-Off-Masken zum Abziehen. Besonders die schwarzen Masken aus Aktivkohle versprechen eine pickelfreie und babyglatte Haut. Die Maske soll sich an verstopfte Poren und Mitesser binden und anschließend fest werden. So werden die Unreinheiten direkt beim Entfernen der Maske ganz einfach aus der Haut gezogen.

► Im Handel gibt es jede Menge Pore-Minimizer zu kaufen. Die können vergrößerte Poren allerdings nur optisch kaschieren. Dabei legen sich die enthaltenen Polymere in die Pore und verhindern so, dass sich das Licht in der Vertiefung bricht. Einen ähnlichen Effekt haben sogenannte Primer und Make-up-Bases.

Make-up sollte nur sparsam und selten benutzt werden. Erstens: Bei großporiger Haut bleibt die Foundation oft in den Poren hängen, das lässt sie noch größer und unschöner aussehen. Zweitens: Make-up verstopft die Poren zusätzlich, begünstigt somit Pickel. Besser: Makel stellenweise mit einem Concealer kaschieren, statt das gesamte Gesicht zuzukleistern oder zu einer leichten BB- oder CC-Cream greifen.

Auch interessant: 13 Beauty-Tipps für die Periode

Professionelle Behandlungen bei großen Poren

► Das chemische Peeling
Dabei wird die oberste Hautschicht mittels Fruchtsäuren abgetragen. Diese regeneriert sich anschließend und sieht frischer, jünger und feiner aus. Dr. med. Tanja C. Fischer: „Ganz ungefährlich ist diese Methode aber nicht und sollte in jedem Fall bei einem Experten durchgeführt werden, da bei einer zu hohen Konzentration der Säure die Haut verätzt wird und Narben zurückbleiben können.“ Und bitte nicht direkt vor einem wichtigen Termin oder Date durchführen: Die Haut kann tagelang gerötet sein und sich abschälen.

► Die Mikrodermabrasion
Diese Methode wird häufig mit einem chemischen Peeling kombiniert. Dabei wird ebenfalls die oberste Hautschicht mechanisch mit einem Schleifkopf mit Diamantaufsatz abgetragen.

► Laserbehandlung
Dabei wird in einer ca. 40-minütigen Behandlung ähnlich wie beim chemischen Peeling, die Kollagenproduktion und die Bildung neuer Hautzellen angeregt. In der Folge wird die Porengröße vermindert und der Teint sieht ebenmäßiger aus. Vorteil: Die Methode ist schonender, die Haut heilt schneller. Nur kurz nach der Behandlung ist das Gesicht leicht gerötet.