Über 50 Jahre nach Drehbeginn

Was wurde aus „Pippi Langstrumpf“-Darstellerin Inger Nilsson?

Pippi Langstrumpf
Unerschrocken, bärenstark, anarchistisch und doch herzerwärmend charmant – die damals neunjährige Inger Nilsson war die perfekte Besetzung für Astrid Lindgrens Kinderbuchfigur Pippi Langstrumpf
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Die „Pippi Langstrumpf“-Filme kommen einfach nicht aus der Mode, bis heute verehren Kinder weltweit das unerschrockene Mädchen mit den roten Zöpfen. Gedreht wurde vor über 50 Jahren – wie es Pippi-Darstellerin Inger Nilsson seitdem ergangen ist? STYLEBOOK weiß es.

Bei Drehbeginn im Jahre 1968 war Inger gerade mal neun Jahre alt und wirkte mit ihren Sommersprossen und ihrer frechen Art so überzeugend, dass sie aus 8000 Bewerberinnen für die Rolle ausgewählt wurde. Wie die Schauspielerin später in Interviews immer wieder betonte, entsprach ihr Naturell aber gar nicht der forschen Pippi: „Ich war schüchtern und ängstlich, ich war eigentlich eine Annika“, erinnerte sie sich unter anderem im Gespräch mit „Spiegel“. Wie es ihr gelang, vor der Kamera ganz anders zu sein, kann sie sich demnach bis heute nicht erklären.

Pippi Langstrumpf

Leinwand-Kult: Pippi Langstrumpf auf ihrem Schimmel „Kleider Onkel“ Foto: Getty Images

So ging es mit Inger Nilsson nach Pippi weiter

Da ihr markantes Gesicht und ihr schelmisches Grinsen einfach zu eng mit ihrer Rolle verknüpft war, versuchte sie sich 1977 als Sängerin – und scheiterte nach zwei Songs. Immer wieder kamen Journalisten und Fans in ihr Heimatdorf, um den Kinderstar aufzuspüren und fanden einen Teenie, der nur sehr wenig mit der vorwitzigen, rothaarigen Göre gemein hatte. „Es gab Zeiten, da habe ich Pippi schon ein bisschen verflucht“, so Inger Nilsson über jene Rolle, die ihr Leben bestimmen sollte.

Inger Nilsson Teenager

Inger Nilsson als Teenager
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Ein Leben als Krankenhaus-Sekretärin

Nach der Schule arbeitete Inger Nilsson als Sekretärin in einem Krankenhaus, wobei sie ab und zu eine Rolle an einem kleinen Provinz-Theater ergattern konnte. Medien spekulierten damals, sie leide aufgrund ihres Karriere-Stopps unter Depressionen – ein Gerücht, mit dem sie 2002 in der „Johannes B. Kerner Show“ ein für alle mal aufräumen wollte: „Ich war nicht deprimiert. Die Leute dachten wohl, dass ich jetzt eine Wahnsinns-Karriere machen und steinreich werden sollte, was halt nicht war.“

Kleines Comeback mit „Gripsholm“ und Dschungelcamp

Ihren Traum von der Schauspielerei gab Nilsson dennoch nie komplett auf, und tatsächlich sollte es 2000 mit einer kleinen Nebenrolle in „Gripsholm“ wieder klappen; seit 2007 ist sie in der deutsch-schwedischen Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“ in der Rolle der Gerichtsmedizinerin Ewa zu sehen. 2009 zog Inger Nilsson ins „Kändisdjungeln“, die schwedische Version des RTL-Dschungelcamps, und wurde immerhin Vierte. Seitdem ist die Schauspielerin wieder vermehrt auf roten Teppichen und Events zu sehen, wie zum Beispiel hier 2017 neben Sängerin Nena auf der Fashion Week Berlin.

Inger Nilsson

Von links nach rechts: Larissa Kerner, Inger Nilsson und Nena 2017 bei der Fashion Week in Berlin
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Inger Nilsson

Inger Nilsson beim „Deutschen Kosmetikpreis“ im März 2019 in Düsseldorf
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Dass die Menschen in ihr auch noch über 50 Jahre später die freiheitsliebende „Pippi“ sehen und sie dafür verehren, damit hat Inger Nilssen heute ihren Frieden geschlossen: „Ich kann mir das gar nicht mehr anders vorstellen. Ein Leben ohne Pippi geht nicht.“

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