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Geständnis auf Instagram

Ex-„BTN“-Sandra: »Ich bleichte mir jahrelang die Haut“

So selbstbewusst wie ihre Rolle der Michelle in der Reality-Seifenoper „Berlin – Tag & Nacht“ (BNT) war die echte Sandra Lambeck (25) nicht immer. Wie die Schauspielerin mit afrikanischen Wurzeln nun gesteht, hat sie ihre schwarze Haut über viele Jahre chemisch gebleicht. STYLEBOOK.de sprach mit einem Experten über die Gefahren dieser krassen Maßnahme, die auch andere dunkelhäutige Promis bereits ergriffen haben sollen.

Sandra Lambeck
Heute ist Schauspiel-Sternchen Sandra Lambeck stolz auf ihre schwarze Haut. Bis hierhin soll es ein langer Weg gewesen sein

Ihre Fans kennen Sandra Lambeck aus der Reality-Soap „Berlin – Tag & Nacht“ (2012 bis 2014), zwischen 2015 und 2017 spielte sie in „Köln 50667“; heute ist sie außerdem mehr und mehr als Model (u.a. für Puma) gefragt. Doch dass es ihr gelingen würde, in der Medienbranche Fuß zu fassen, war ihr nicht immer klar. Die Schauspielerin mit Wurzeln in Ghana ist in Deutschland aufgewachsen, was ihr oftmals Probleme bereitet habe. Die Vorher-Nachher-Fotocollage auf ihrem Instagram-Account „sandralambeck“ ist erschreckend!

https://www.instagram.com/p/BYENohZAr87/?hl=de&taken-by=sandralambeck

Lambecks Geständnis schlägt unter ihren über 517.000 Instagram-Followern hohe Wellen. Viele von ihnen können sich mit der Problematik identifizieren, wie Wortmeldungen à la „Ich wollte auch nie dunkel sein, weil man mich hässlich genannt hat. Lass uns lieben, dass wir schwarz sind!“ belegen. Manche User taggen Freunde und Bekannte mit der Bitte: „Lies das bitte und hör auf, zu versuchen, heller zu werden.“ Für sie gilt die Schauspielerin, die nun nicht zuletzt wegen ihrer schönen, schwarzen Hautfarbe erfolgreich ist, als Positivbeispiel an Mut und Ehrlichkeit.

Bei schwarzen Promis angeblich gang und gäbe

Sich die Haut chemisch zu bleichen klingt für uns wie eine Extremmaßnahme. Bei vielen Promis  jedoch – und vor allen bei solchen, die es mal werden wollen – liegt sie leider schon länger im Trend. Dass Weiße in der Öffentlichkeit gefragter sind, will beispielsweise auch das kenianische Model Vera Sidika (37) am eigenen Leib erfahren haben. In der kenianischen Talkshow #theTrend erzählte sie ganz offen davon, ihre Haut gebleicht zu haben. „Für mich hat es sich gelohnt, ich bin seitdem viel besser im Geschäft.“ Laut Sidika haben es US-Sängerinnen Rihanna (29) und Nicki Minaj (34) genauso gemacht.

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Nicki Minaj
Nicki Minaj ist eine schwarze Frau. Das sah man ihr auf den MTV Video Music Awards am Sonntag aber kaum an
Nicki Minaj
Auffällig: Im Mai dieses Jahres war sie noch deutlich dunklerFoto: Getty Images

Das sagt der Experte zum Hautbleichen

Der Münchener Dermatologe Dr. Timm Golüke kennt das Mittel, mit dem offenbar mehr und mehr Dunkelhäutige ihrem ästhetischen Ideal näherkommen wollen: eine Creme, die für die partielle Hautaufhellung gedacht ist – beispielsweise bei sogenannten Melasmen (dunkleren Hautstellen an Wangen, Stirn, Kinn oder Oberlippe, die durch Hormoneinfluss entstehen) – und die solche, die eine blassere Hautfarbe wollen, großflächig anwenden. „Das Präparat besteht aus Vitamin-A-Säure, das die oberste Hautschicht abpeelt, und Cortison zur Beruhigung der behandelten Stellen“, erklärt uns der Fachmann. „Außerdem ist Hydrochinon enthalten. Es hemmt die Produktion von Melanin, des dunklen Farbstoffs in der Haut.“

Wie gefährlich ist es?

Dass es sich um ein verschreibungspflichtiges Präparat handelt, zeigt, dass die enthaltenen Inhaltsstoffe hoch wirksam sind. Die Patientenhaut muss gründlich untersucht werden, bevor die entsprechenden Cremes verabreicht werden darf. Würde man sie eigenmächtig auf eine Stelle auftragen, die etwa krankhaft verfärbt ist – beispielsweise durch einen Hauttumor – könnte die Behandlung schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Und auch falls die Verwendung indiziert ist, dann in der Regel nur über einen relativ kurzen Zeitraum. Die Haut wird extrem lichtempfindlich, erklärt uns Dr. Golüke, weshalb hier UV-Strahlen schneller Schäden verursachen können. „Zudem kann die langfristige Anwendung von Cortison ungewünschte Nebenwirkungen haben, beispielsweise Hautverdünnung, dauerhafte Rötungen durch geplatzte Äderchen und mehr.“

Nach einigen Monaten kommt der Naturton zurück

Das Bleichen funktioniert nicht dauerhaft. Sobald das Medikament abgesetzt wird, nehmen die Melanozyten langsam aber sicher ihre Arbeit wieder auf und beginnen, neue Pigmente zu bilden. Auch  „Ich habe komplett akzeptiert, wer ich bin. Ich habe endlich verstanden, was für ein Segen es ist, schwarz zu sein.“

https://www.instagram.com/p/BYJWlvmgzDe/?hl=de&taken-by=sandralambeck

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