Wie Christopher Atkins heute aussieht

Erinnern Sie sich noch an „Richard“ aus „Die blaue Lagune“?

Richard aus Die Blaue Lagune
Unvergessen: Christopher Atkins als „Richard“ in Robinson-Crusoe-Manier
Foto: dpa Picture Alliance

18 Jahre alt war Christopher Atkins, als er als blond gelockter Richard mit Brooke Shields in der Südsee strandete. „Die blaue Lagune“ – ein Film, der bei den Kritikern durchfiel, sich aber dennoch ins kollektive Kino-Gedächtnis brannte.

Eigentlich sollte Matt Dillon damals die Rolle bekommen – als der ablehnte, wurden 4000 Teenies gecastet. Schließlich erhielt der sportbegeisterte High-Shool-Boy Christopher Atkins den Zuschlag, der bis zu diesem Zeitpunkt noch nie vor einer Kamera gestanden hatte. Der blonde Teenie mit dem Bubi-Gesicht passte perfekt in die Rolle des Richard Lestrange, der nach einem Schiffsbrand gemeinsam mit seiner Cousine Emmeline (Brooke Shields) auf einer einsamen Insel landet und dort über die Jahre heimisch wird.

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„Die blaue Lagune“

Dreieinhalb Monate dauerten damals die Dreharbeiten, die Rückkehr in die Normalität sei ihm extrem schwer gefallen, verriet Atkins später dem „Stern“
Foto: dpa Picture Alliance

Locken dank Lockenstab

Tatsächlich waren die Locken gar nicht echt, wie Atkins Jahre später im Interview mit dem „Stern“ verriet: Eigentlich habe er völlig glatte Haare, der Lockenkopf sei ein „Spleen der Drehbuchautoren“ gewesen. Atkins: „Selbst zum Vorsprechen musste ich eine blonde Lockenperücke mitbringen. Meine Mutter hatte zum Glück noch so ein verstaubtes Teil. Während des Drehs trug ich dann allerdings keine Perücke mehr. Meine blondierten Haare wurden jeden Tag mit dem Wickelstab bearbeitet. Eine lästige Tortur.“

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Christopher Atkins im Laufe der Jahre

Atkins 1981 bei den „Golden Globes“ im Smoking mit Kollegin Lori Loughlin, 1990 im legeren Freizeitlook, mit Familie im Jahr 2000 und 2015 mit leicht ergrauten Schläfen im schwarzen Polohemd
Fotos: Getty Images, Collage: STYLEBOOK

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Tiefschläge nach dem Kino-Erfolg

Im Anschluss an „Die blaue Lagune“ war Atkins noch vier Jahre bei „Columbia Pictures“ unter Vertrag, der große Erfolg auf der Leinwand sollte allerdings ausbleiben. Es folgte eine Gastrolle bei „Dallas“ und mehrere kleinere Engagements, zeitweise hatte der Schauspieler mit Alkoholabhängigkeit zu kämpfen, eine Ehe scheiterte. Heute ist Atkins 57 Jahre alt, arbeitet laut „Twitter“ als Drehbuchautor und Produzent in Los Angeles und steht immer noch ab und an vor der Kamera.

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Fluch und Segen zugleich

Für damalige Zeiten ungewöhnlich sorgte der Film wegen seiner Freizügigkeit für Aufsehen, Atkins war meist mit einem simplen Lendenschurz oder in einigen Szenen sogar ganz nackt zu sehen. Die (verbotene) Liebe, die sich zwischen ihm und Shields alias Emmeline entwickelte und in einem Baby gipfelte, polarisierte die Zuschauer: Für viele war Christopher Atkins das Teenie-Idol der frühen 1980er-Jahre, Star-Schnitte zierten Kinderzimmer, „Bravo“ druckte Autogrammkarten des Jung-Schauspielers. Andere wiederum warfen dem Streifen völlige Realitätsferne vor: „Der Film ist eine extrem idealisierte Romanze, in der Kinder in einer Hütte leben, die aussieht wie ein ‚Honeymoon Cottage‘ aus einem Club Med, während Einheimische auf der andern Seite der Insel Menschen opfern“, schreibt Filmkritiker Roger Ebert im Netz. Der Umgang mit dem Erwachen der Sexualität der beiden Protagonisten sei peinlich und provoziere Fremdscham. Tatsächlich habe es zwischen ihm und Brooke so gar nicht geknistert, verriet Atkins im „Stern“-Interview. Sie sei viel zu jung für ihn gewesen. Und außerdem hätte „beim kleinsten Annäherungsverdacht ihre Mutter dazwischengefunkt“.

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