Der „Spielmacher“-Star über Eitelkeiten & Brusthaar

Frederick Lau: »Ich sehe nicht, wenn ich verloddere

Frederick Lau bei der Premiere von „Spielmacher“
Frederick Lau gehört mit nur 28 Jahren zu Deutschlands Top-Schauspielern. STYLEBOOK traf ihn anlässlich seines Films „Spielmacher“ von Timon Modersohn
Foto: Getty Images

Kann man mit Frederick Lau (28) eigentlich über Style und Beauty sprechen? Immerhin geht der Schauspieler in seinen preisgekrönten Rollen („Victoria“, „Die Welle“, „Vier Blocks“) so auf, dass es einem fast peinlich vorkommt, ihn nach Oberflächlichkeiten zu fragen. Zu Premieren kommt er gerne mal in abgelatschten Chucks, zu unserem Interview in einem zerrissenen Pulli. Und das passiert durchaus planvoll: Lau liebt Dinge, die eine Geschichte in sich tragen.

Wir treffen den Berliner in seiner Heimatstadt. Der Anlass: sein neuer Film „Spielmacher“, in dem er Ex-Kicker Ivo spielt, der kaum aus dem Gefängnis entlassen in den Strudel der Fußball-Wettmafia gerät und trotzdem versucht, das Richtige zu tun. Der gelungene Thriller von Regisseur Timon Modersohn legt nicht nur den Einfluss des Betrügernetzwerks auf den Profi-Sport offen, sondern zeigt auch schonungslos dessen Brutalität auf – vor allem dank einer eindringlichen Bildsprache und einer extrem starken Schauspielerleistung von den Hauptdarstellern Frederick Lau, Oliver Masucci und Antje Traue.

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STYLEBOOK: Im Film „Spielmacher“ versucht dein Charakter Ivo, seine Kohle durch Sportwetten zu vermehren. Was bedeutet Geld für dich?
Frederick Lau: „Ich habe keine Lust, mich mit Geld zu beschäftigen und auch keinen Plan davon. Das macht meine Frau. Aber ich hatte noch nie Lust, mich darüber zu definieren oder mich über Geld zu unterhalten, weil es einfach unwichtig ist.“

Wenn ihr also jetzt eine größere Anschaffung wie eine neue Couch braucht, dann sagt deine Frau dir das?
„Ich habe jetzt neue Bezüge für die Couch gekauft. Es muss ja nicht gleich eine neue Couch sein.“

Du redest also gerne mit, wenn es um die Einrichtung geht?
„Ja, klar. Ich verstehe manchmal nicht, warum meine Frau ein Bild umhängt, da habe ich schon Mitspracherecht.“

Wie würdest du deinen Einrichtungsstil beschreiben?
„Meine Eltern haben einen Antiquitätenladen. Das habe ich lange gehasst, aber jetzt habe ich auch Biedermeier-Sekretäre rumstehen. Ich mag Sachen, die Geschichte in sich tragen, und ich bin großer Kunstfan. Das kann in jegliche Richtung gehen. Mein Stil ist zwar zusammengewürfelt, aber gemütlich und nicht überladen. Man muss sich bei uns nicht schlecht fühlen, wenn man sich irgendwo hinsetzt. Aber ehrlich: Wenn man Kinder hat, sieht am nächsten Tag eh wieder alles anders aus. Da kann man einrichten, wie man will. Es ist ein ständiges Aufräumen.“

Wo ist dein Lieblingsplatz im Haus?
„Wir haben einen Wintergarten. Da höre ich Musik und lese meine Drehbücher. Ich mag es, draußen zu sein. Wenn man ein Haus hat, kommen einem immer neue Ideen für Veränderungen. So wie sich der Charakter verändert, verändert sich eben auch das Haus. Das mag ich.“

Bist du denn selbst handwerklich begabt?
„Ich würde nicht begabt sagen, aber ich probiere schon Sachen aus. Ich habe gerade ein Carport für Kinderwagen gebaut, der funktional ist, aber nicht gut aussieht. Also eigentlich ist es nur eine Unterstellhütte für den Garten.“

Bist du bei deinem Styling auch so eigen wie bei der Einrichtung?
„Ja. Ich habe schon seit Jahren immer schwarz-weiße Chucks an. Das sind meine Lieblingsschuhe, nach drei Monaten sind die durch. Ich bin jetzt sicher schon bei meinem 50. Paar angelangt. Heute habe ich einen zerrissenen Lacoste-Pulli an, aber das ist mir egal. Er hat Geschichte. Den habe ich mir mit 21 beim Trampen gekauft, ich mag dieses Sonnengelb und bin sehr traurig, dass Lacoste das nicht mehr hat.“

Frederick Lau bei der Spielmacher-Premiere

Frederick Lau liebt Stoffhosen und schwarz-weiße Chucks. „Das ist bestimmt schon mein 50. Paar“, verriet er im STYLEBOOK-Interview
Foto: Getty Images

Wie würdest du deinen Style beschreiben?
„Eigentlich bin ich ziemlich einfach gekleidet. Meistens weißes T-Shirt und Stoffhose, fertig. Ich sitze sehr gerne, darum mag ich keine engen Jeans, weil die irgendwann in den Kniekehlen wehtun.“

Was würdest du nie tragen?

Du bist stolzer Brusthaar-Träger. Nie mal ans Abrasieren gedacht?
„Das musste ich mal für eine Rolle machen, da fühlte ich mich schon ziemlich nackt. Man sagt ja, wenn du keine Brusthaare hast, dann kommen die Muskeln mehr zum Vorschein. Aber auch die Fettröllchen. Von daher kaschiere ich die mit meinem Brusthaar perfekt. Ich stutze es manchmal, wenn’s zu viel wuchert.“

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Welches Styling findest du an Frauen schön?
„Gar nicht gut finde ich, wenn Frauen sich zu viel schminken und angemalt aussehen. Das wirkt auf mich immer so, als wollten sie was verstecken.“

Als wie eitel würdest du dich selbst einschätzen?
„Ich gucke schon in den Spiegel, aber ich sehe nicht, wenn ich zu verloddert aussehe. Ich gehe auch so selten zum Friseur. Vor der Pressetour bin ich zum Friseur gegangen, weil ich echt gar keine Form mehr in den Haaren hatte.“

Hast du eine Beauty-Routine?

Frederick Lau und Moderatorin Annika Lau sind seit 2015 verheiratet und haben zwei kleine Kinder 
Foto: Getty Images

Machst du was gegen deine Falten?
„Vielleicht würde ich sie irgendwann für eine Rolle botoxen lassen. (lacht) Das baut sich ja nach einem halben Jahr wieder ab. Aber ich bin eigentlich ein Fan von Natürlichkeit und finde nicht gut, wenn Menschen in so einen Schönheitswahn verfallen.“

Und was gefällt dir äußerlich am besten an dir?
„Mein Po.“

Der Trailer zu „Spielmacher“

 

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