Trauriger Hintergrund

Warum haben so viele Disney-Figuren keine Mama mehr?

Belle, Schneewittchen, Cinderella – viele Disney-Figuren haben keine leibliche Mutter mehr. Doch warum ist das eigentlich so? STYLEBOOK.de erklärt, was dahinter steckt.


Disney-Märchen sind wunderschön, sehr kitschig – und trotz Happy End oftmals ganz schön traurig. Vielleicht rührt das auch daher, dass vielen Disney-Figuren die Mutter fehlt: Laut der amerikanischen Website „Hopes and Fears“ sind von 104 Disney-Charakteren 56 Halbwaisen.  Das Rehkitz Bambi muss mitanschauen, wie seine Mutter von einem Jäger erschossen wird, Pocahontas und Arielle haben von Beginn an keine Mama mehr. Und Cinderella, Schneewittchen und Rapunzel haben lediglich eine Stiefmutter – die natürlich böse ist. Aber warum ist das so?

„Frozen-Elsa“ und ihre Schwester Anna verlieren als Teenager ihre Eltern bei einem Unwetter auf hoher See

„Frozen-Elsa“ und ihre Schwester Anna verlieren als Teenager ihre Eltern bei einem Unwetter auf hoher See Frozen-Elsa. Foto: Disney

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was steckt dahinter?

Hierfür gibt es drei Theorien: Die erste besagt, dass die meisten Disney-Filme an die Märchen der Gebrüder Grimm angelehnt sind. Und auch in deren Geschichten, entstanden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, kommen kaum Mütter vor. Der Hintergrund: Zu Lebzeiten von Jacob und Wilhelm Grimm starben viele Frauen früh oder sogar schon bei der Geburt. Das Erwachsenwerden der Kinder begann damit deutlich früher als heutzutage.

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Cinderella verliert schon früh ihre Mutter und muss mit der bösen Stiefmutter leben – wie im Märchen „Aschenbuttel““ der Gebrüder Grimm

Cinderella verliert schon früh ihre Mutter und muss mit der bösen Stiefmutter leben – wie im Märchen „Aschenbuttel““ der Gebrüder Grimm Cinderella. Foto: dpa picture Alliance

Walt Disneys eigenes Muttertrauma

Eine andere, wahrscheinlichere Theorie besagt, dass Walt Disneys (†65) Lebensgeschichte direkten Einfluss auf seine Geschichten hatte. Disney-Filmproduzent Don Hahn (61, u.a. „König der Löwen“, „Die Schöne und das Biest“) verriet der US-„Glamour“, dass der Disney-Schöpfer sich selbst schuldig am Tod seiner Mutter gefühlt habe: „Walt Disney kaufte Ende der 30er-Jahre ein Haus für seine Eltern. Ein paar Leute vom Studio kamen vorbei, um den defekten Herd zu reparieren. Als seine Eltern einzogen, trat Gas aus dem Ofen aus und seine Eltern wurden bewusstlos. Die Haushälterin kam am nächsten Morgen und zog seine Mutter wie auch seinen Vater in den Vorgarten. Sein Vater kam verletzt ins Krankenhaus, aber für seine Mutter kam jede Hilfe zu spät. Walt würde niemals darüber sprechen, niemand hat das jemals getan. Er hat diese Zeit niemals erwähnt, weil er sich persönlich dafür verantwortlich sah“, so Don Hahn über das tragische Schicksal.

Die Moral von der Geschichte

Und es gibt noch eine dritte Theorie der fehlenden Mütter, die auch von Don Hahn stammt: „Die Filme sind nur 80 oder 90 Minuten lang, und in Disney-Filmen geht es meistens darum, erwachsen zu werden. Es geht um den einen Tag im Leben, an dem man Verantwortung übernehmen muss. […] Man kann Charaktere viel schneller erwachsen werden lassen, wenn man sie ihren Eltern entzieht. So wird zum Beispiel Bambis Mutter getötet, deshalb muss das Kitz erwachsen werden“, erklärt Don Hahn im Interview mit der „Glamour“.

Bambi muss mitansehen, wie seine Mutter von einem Jäger erschossen wird

Bambi muss mitansehen, wie seine Mutter von einem Jäger erschossen wird Bambi. Foto: dpa picture Alliance


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