Hanna Wilperath im Interview

Das macht die „Curvy Supermodel“-Siegerin von 2017

Hanna Wilperath am Strand
Hanna Wilperath modelt seit ihrem TV-Show-Sieg und will jetzt international durchstarten
Foto: Hanna Wilperath/Instagram

Vor einem Jahr gewann Hanna Wilperath die zweite Staffel der RTL2-Show „Curvy Supermodel“. Jene Show, bei der – ganz anders als bei GNTM – ausschließlich kurvigere Kandidatinnen den Traum von Laufsteg und großer Fashion-Show träumen. Für die 25-Jährige ist der Traum in Erfüllung gegangen, Hanna, eigentlich gelernte Einzelhandelsverkäuferin, kann jetzt von ihren Model-Jobs leben. Gemeine Kommentare muss sie sich dennoch manchmal anhören. Wie sie damit umgeht und was sie ihren Hatern zu sagen hat, verrät sie im STYLEBOOK-Interview.

„Ich finds super interessant zu sehen, was dieses Jahr passiert und welche Mädels ihre Kurven rocken möchten“, sagt sie über die aktuelle Staffel, die sie jetzt ganz entspannt verfolgen kann. „Ich bin sehr gespannt auf meine Nachfolgerin.“ Mit ihrem Sieg ergatterte Hanna damals nicht nur einen Vertrag in der Agentur „PARS Management“, die von Ex-GNTM-Juror Peyman Amin geführt wird, sondern gewann auch ein komplett neues Leben dazu.

Hanna Wilperath

Juror Jan Kralitschka, Gewinnerin Hanna Wilperath, Angelina Kirsch und Oliver Tienken
Foto: dpa Picture Alliance

Ein Körper, der nicht nur Lob bekommt

Statt Vertrieb stehen jetzt Fotoshootings und Interviews auf ihrem Business-Plan. „Mein Leben ist jetzt so abwechslungsreich. Ich glaube, dass ich in so einer kurzen Zeit noch nie so viel verreist bin, dafür bin ich mehr als dankbar“, sagt die gebürtige Kölnerin. Vom Modeln kann sie dank namhafter Engagements – etwa für Michael Michalsky oder das Tush Magazin – leben. Auf letzterem zierte sie das Cover splitternackt und zeigte ihre 106-88-116-Kurven. Ein Foto, das nicht überall gut ankam.

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COVER BABY 🔥 *Werbung wegen Markennennung/ advertisement for some people this will be it and they will not consider me “beautiful” anymore, but for me this is just the beginning. Sharing this picture with you has been a dilemma for me. On the one hand I feel very honored to be featured on the cover of @tushmagazine and I am very proud of that. But on the other hand this picture literally shows the naked truth and I can’t imagine there being anything more intimate to publicly post. This picture obviously caused many emotions in me. You see me in a pose that is not “flattering”, and not flattering is usually not shown on Instagram. You see me bending over forward and my body forming in a natural way. I made a commitment to myself to be a part of the bodyrevolution and doing my part in stopping bodyshaming. But am I really an encourager / a body activist if I only post pictures which show me in a “flattering” pose? After many conversations I decided: NO. I am intentionally leaving my comfort zone and show 100% natural me. I don’t expect anyone to find this picture beautiful, but I expect everyone to be tolerant towards all body types. Thank you, @arminmorbach for showing reality on such a high level. ———————————- HAIR: @florianferino ♥️ MAKE-UP: @denisegrundmann ♥️ #tushmagazine #cover #proud #curvymodel #bodyrevolution #bodypositivity #bodypositive #mybodyisreal #beautybeyondsize #stopbodyshaming

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„Die einen haben es gefeiert, die anderen haben es als abstoßend empfunden“, erinnert sie sich. „Die Kommentare waren heftiges Bodyshaming und ich brauchte wirklich gute Freunde und Familie, um manches zu besprechen.“ Mit negativen Vibes geht sie mittlerweile viel lockerer um. „Oft habe ich zu lange drüber nachgedacht und mir alles durchgelesen“, sagt sie. „Heute versuche ich, nicht die Augen davor zu verschließen, schenke der Sache aber auch nicht ganz so viel Aufmerksamkeit.“

»Entwickelt keinen Hass gegen euren Körper!

Ohnehin sei die 25-jährige Powerfrau mit den Jahren selbstbewusster geworden.  „Aber mit der Zeit und wenn man stetig an sich arbeitet und vor allem wenn man den Willen dazu hat, schafft man das. Für mich ist das ein wesentlicher Punkt: Die Entscheidung zu treffen, selbstbewusst zu sein.“

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Das möchte sie auch anderen Frauen mit auf den Weg geben. Schönheit und Wohlbefinden hätten nichts mit den Maßen zu tun, sagt Hanna: „Man muss ein Bewusstsein für seinen Körper und dessen schöne Seiten entwickeln. Konzentriert euch auf eure Körperstellen, die ihr mögt. Da gibt’s immer welche“, so das Model. „Und seid nicht zu streng mit euch. Man muss nicht komplett perfekt sein, um sich wohl zu fühlen. Wichtig ist, kleine ‚Makel‘ am Körper zu akzeptieren und keinen Hass gegen sich selbst zu entwickeln.“

In die Zukunft blickt Hanna ambitioniert: „Ich habe geplant, mich internationaler als Model aufzustellen“, sagt sie. „Privat möchte ich gleichzeitig viel Zeit mit der Familie und Freunden verbringen, was aber manchmal schwierig zu vereinbaren sein wird.“

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