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Was ist die „Stewardessenkrankheit“ und was hilft dagegen?

32.000 Euro!

Hätten Sie diese Beauty-Frage bei „Wer wird Millionär?“ lösen können?

Am Montagabend musste sich „Wer wird Millionär?“-Kandidat Prof. Dr. Claus Ropers einer kniffligen Beauty-Frage stellen: „Wer unter der sogenannten Stewardessenkrankheit leidet, geht am besten zum ...?“ Ropers zog den Zusatzjoker und meisterte so die 32.000-Euro-Hürde. Aber hätten Sie die richtige Antwort auf die Quizfrage gewusst? STYLEBOOK löst auf und erklärt, was sich hinter der Krankheit mit dem kuriosen Namen verbirgt.

Na, hätten Sie in der „Wer wird Millionär?“-Folge von Montagabend 32.000 Euro mit nach Hause nehmen können? Es galt die Frage zu beantworten, zu welchem Arzt man gehen sollte, wenn man unter der sogenannten Stewardessenkrankheit leidet. Die Auswahlmöglichkeiten:

A) Internist
B) Orthopäde
C) Hautarzt
D) Zahnarzt

Kandidat Ropers wählte in der Folge, die Sie bei RTL+ nochmal ansehen können, nach Einsatz seines Zusatzjokers die Antwortmöglichkeit C) Hautarzt – und lag damit goldrichtig. Tatsächlich ist „Stewardessenkrankheit“ der umgangssprachliche Begriff für die Haut-Erkrankung Periorale Dermatitis. STYLEBOOK sprach mit der Münchner Dermatologin Dr. Sabine Zenker über das unangenehme Haut-Phänomen.

„Stewardessenkrankheit“ – was ist das?

Der medizinische Fachbegriff beschreibt eine nicht ansteckende Hauterkrankung, die sich „perioral“, also „um den Mund herum“, ansiedelt – meist hervorgerufen durch die falsche oder zu viel Pflege. Wer seine Kosmetik häufig wechselt oder mehrere Produkte gleichzeitig verwendet, kann Gefahr laufen, eines Tages mit dem lästigen Ausschlag aufzuwachen. „Das Phänomen ist auch als Stewardessenkrankheit bekannt,“ erklärt Dr. Zenker. Der Grund: Beruflich bedingt wird die Haut von Stewardessen stark strapaziert – trockene Flugzeugluft, regelmäßiges Tragen von Make-up, die häufige Verwendung von Pflegeprodukten und aktuell das Tragen von Schutzmasken – reizen die empfindliche Gesichtshaut. Damit gelten Stewardessen als Prototyp einer Mundrose-Patientin. „Aufgrund des riesigen Angebots an Pflegeprodukten heutzutage trifft es aber auch viele andere Menschen“, weiß die Expertin.

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Wie kommt die Hautveränderung zustande?

Bei der Perioralen Dermatitis handelt sich um eine Entzündungsreaktion der Haut, eine Art Abwehrreaktion gegen Überpflegung. Die Haut wird trockener und schuppig, spannt, bildet Pickel und rote Knötchen. Den Betroffenen erscheint es logisch, noch mehr zu cremen, um den Feuchtigkeits- und Fetthaushalt der Haut aufzubessern. Langfristig verschlimmert das die Symptome jedoch, da die Hautzellen in eine Art Abhängigkeit geraten. Wie Frau Dr. Sabine Zenker erklärt, kann die Haut auch scheinbar plötzlich auf ein Produkt reagieren, das sie seit Jahren scheinbar gut vertragen hat. „Durch die ständige Wiederholung kann sich sogar eine Allergie gegen Inhaltsstoffe bestimmter Kosmetika bilden.“

Was hilft gegen die „Stewardessenkrankheit“?

„Früher riet man zur sogenannten Nulltherapie“, erklärt Dr. Zenker, also den Verzicht auf jegliche kosmetischen Produkte. Da dies jedoch schwer durchzuhalten sei, rät die Expertin zum Besuch eines Dermatologen, mit dem man gemeinsam Kompromisse in der weiteren Behandlung der Perioralen Dermatitis finden könne. Der Hautarzt kann die Patienten dann mit dermatologisch wirksamen Medikamenten behandeln, um Beschwerden zu lindern und eine schnelle Heilung zu fördern. Um spezifisch helfen zu können, muss die Haut zunächst auf etwaige Unverträglichkeiten getestet werden. Je nach Schwere der Erkrankung kann die Vergabe eines niedrig dosierten, wirksamen Antibiotikums nötig sein.

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Keine Eigentherapie!

Die Expertin rät Betroffenen dringend von dem Versuch ab, sich selbst zu therapieren. Und auch von Salben oder Tinkturen aus der Hausapotheke – speziell von Kortisonsalben – sollte man Abstand nehmen. „Diese bringen zwar kurzzeitig eine Besserung“, räumt Dr. Zenker ein, „nach dem Weglassen tritt jedoch eine sogenannte ‚Entzugsdermatitis‘ auf, mit umso schlimmeren Symptomen.“ 

Mit der richtigen Behandlung verschwinden die Entzündungen aber meist nach wenigen Wochen wieder, ohne Spuren zu hinterlassen, da sie nur oberflächliche Schichten der Haut betreffen.

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5 Tipps, um Periorale Dermatitis vorzubeugen

1. Eine geeignete Pflege verwenden

Mit Anfang 20 braucht es nicht die reichhaltigste Anti-Aging-Nachtcreme sein – damit würde man die Haut bloß überpflegen. Am besten auf ein Produkt mit hohem Wasseranteil und feuchtigkeitsspendenden statt lipidreichen Zusätzen setzen.

2. Finger weg von Zusätzen

Pflegeprodukte, die Duft- und Konservierungsstoffe enthalten, erhöhen das Risiko auf Periorale Dermatitis. Auf Nummer Sicher geht man mit einer pH-neutralen Pflege.

3. Bei einem bewährten Produkt bleiben

Wenngleich die Haut auch auf ein Produkt reagieren kann, das sie zuvor gut vertragen hat, so ist die Wahrscheinlichkeit für eine allergische Reaktion bei bewährten Produkten tendenziell geringer. Das heißt: Nicht jedes Kosmetikpröbchen, das in der Einkaufstüte landet, muss ausprobiert werden. Stattdessen lieber auf eine Pflege setzen, an die die Haut gewöhnt ist.

4. Milde walten lassen

Speziell sensible Typen sollten ihre Haut schonen. Am besten das Gesicht nur mit lauwarmem Wasser reinigen und im Anschluss nur vorsichtig mit einem Handtuch abtupfen, anstatt zu rubbeln.

5.  Sparsam eincremen

Morgens und eventuell noch abends das Gesicht einzucremen, reicht in der Regel völlig aus.

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