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Umsatz, Bestseller, Flops

Die Geschichte hinter der Naturkosmetikmarke Dr. Hauschka

Creme-Tube auf einem Tisch
Na, schon mal gesehen? Das Packaging von Dr. Hauschka kommt schlicht daherFoto: STYLEBOOK

Naturkosmetik boomt, davon profitiert auch Dr. Hauschka. Doch wer steckt eigentlich hinter der Tradistionsmarke und welcher Hollywood-Star outete sich in der Vergangenheit als großer Fan? STYLEBOOK hat die wichtigsten Infos rund um das Beauty-Label, das mit hundertprozentiger Naturkosmetik wirbt und damit nicht nur deutschlandweit die Apotheken und Reformhäuser erobert.

Tagescreme, Serum, Puder, Badeöle – über 160 Pflegeprodukte umfasst das Sortiment von Dr. Hauschka. Nach eigenen Angaben werden dafür so natürliche Inhaltsstoffe wie beispielsweise Kieselerde, Thermalsole, Mandelmehl, Seide oder mineralische Pigmente verwendet, oftmals umfasst ein Wirkstoff eine ganze Pflegeserie. Ein prominenter Fan des Labels ist Schauspielerin Katie Holmes: Die Ex-Frau von Tom Cruise verriet bereits 2013 der US-Ausgabe der Zeitschrift „Elle“, dass sie regelmäßig die aufbauenden und revitalisierenden Gesichtsmasken von Dr. Hauschka verwende (Preis: 28,50 bis 33 Euro für 30 ml).

Spitzengewinne mit Cremes & Co.

Dr. Hauschka erzielte 2019 einen Umsatz von 144 Millionen Euro – drei Millionen Euro mehr als im Vorjahr und zwölf Millionen Euro mehr als 2016. Das Unternehmen wurde 1935 von Dr. Rudolf Hauschka im baden-württembergischen Ludwigsburg gegründet. Zunächst bot er ausschließlich Arzneimittel unter dem Markennamen WALA an, die ähnlich wie bei Weleda nach der anthroposophischen Lehre hergestellt wurden. Laut Dr. Hauschka versteht sich die anthroposophische Medizin als „heilsame Ergänzung“ zur konventionellen Schulmedizin, die neben dem Körper auch immer den Geist und die Seele „im Blick“ habe.

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1967 stellte das Unternehmen zum ersten Mal auch Kosmetik-Produkte her. Die Wienerin Elisabeth Sigmund, eine Kosmetologin, hatte Dr. Rudolf Hauschka auf die Idee gebracht, gemeinsam entwickelten sie eine erste Gesichtspflege ohne chemisch-synthetische Emulgatoren – und das zu einer Zeit, als der Begriff der Naturkosmetik noch gänzlich unbekannt war. „Wir haben Naturkosmetik immer angeboten, auch wenn unsere Produkte nicht so gedacht waren. Sie waren vielmehr menschengemäß konzipiert und wollten die Heilkräfte der Natur für die Hautpflege nutzbar machen“, erklärt Dr, Florian Öxler. Leiter des Historischen Firmenarchivs, im Interview auf der Unternehmenswebsite.

Gegenüber STYLEBOOK erklärt eine Apothekerin, was ihr bei Hauschka-Produkten besonders auffällt: „Extrem aktuell und zeitgeistig ist, dass das Unternehmen vom Anbau bis hin zur Abfüllung Nachhaltigkeit wirklich lebt, wobei gleichzeitig alle Qualitätsstandards der modernsten Industrie gesichert sind. Dabei wird sowohl auf altbewährte Rezepturen gesetzt wie auch viel Neues gerade im Bereich der dekorativen Kosmetik ausprobiert“.

Tops und ein Flop

Ein Konzept, das aufgeht, die Produkte von Dr. Hauschka erzielen immer wieder Topnoten: Im Februar 2021 bewertete Öko-Test die „Volume Mascara“ (19,50 Euro) mit „sehr gut“, im Januar gab es für den Pflegestift „Lippengold“ (8 Euro) ebenfalls ein „sehr gut“. 2011 berichtete allerdings die Kölnische Rundschau, dass die getönte Tagescreme von Dr. Hauschka beim „Konservierungs-Belastungstest“ durchgefallen und daher als „mangelhaft“ zu bewerten sei. Bei diesem Test wurden absichtlich Keime in eine Creme eingeschleust – so wie es auch im Alltag passieren kann. Normalerweise sollten diese potenziellen Krankheitserreger innerhalb einer bestimmten Zeit absterben, bei der Creme von Dr. Hauschka passierte das angeblich nicht. Das Ganze liegt nun aber auch schon zehn Jahre zurück – ein Makel, der mittlerweile längst behoben sein dürfte.