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Promi-Fans, Beinah-Pleite, Bestseller

Die Geschichte hinter der Naturkosmetikmarke Weleda

Regal mit Weleda-Produkten
Auch schon mal die Naturkosmetik von Weleda im Regal gesehen? STYLEBOOK erklärt das Label.Foto: dpa picture alliance

Vor zehn Jahren stand Weleda kurz vor dem Aus, heute schwören internationale Superstars wie Victoria Beckham auf die Produkte der Naturkosmetik-Marke. STYLEBOOK nimmt anlässlich des 100-jährigen Bestehens das Label genauer unter die Lupe.

Die germanische Heilerin und Prophetin Veleda, die im Jahre 70 nach Christus gelebt haben soll, inspirierte Weleda zu ihrem Namen. Das Unternehmen bewirtschaftet heute den größten Heilpflanzengarten in Europa, auf 23 Hektar werden über 1000 verschiedene Pflanzenarten angebaut. Rund 120 Naturkosmetika produziert Weleda daraus. Einige sind fast so alt wie das Label selbst, verrät Tassja Dâmaso, Weledas Global Communications Manager, gegenüber STYLEBOOK: „Es gibt Produkte im Sortiment, die ihre Wurzeln in der Gründungszeit vor 100 Jahren haben. Dazu gehören das Pflegende Haaröl, das 1921 eingeführt wurde und bis heute nur kleine Anpassungen in der Rezeptur erhielt. Oder aber das Arnika-Massage-Öl, das seit 1926 unverändert bleibt.“

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Auch die Skin Food gehöre seit 1926 zum Sortiment. Victoria Beckham outete sich 2017 als Fan der Pflegeserie für trockene Haut und erzählte Into the Gloss, was ihr an der Creme am besten gefalle: „Sie ist nicht besonders teuer“ und „sie ist so schön reichhaltig“.

Von Fast-Insolvenz zum Weltmarktführer

Weleda ist heute nach eigenen Angaben Weltmarktführer für ganzheitliche Naturkosmetik. Dabei wäre das Unternehmen, das seinen Hauptsitz im schweizerischen Arlesheim hat, 2011 beinahe pleite gegangen. Missmanagement soll der Grund dafür gewesen zu sein. Nach einem Bericht der Schweizer Tageswoche wurde daraufhin die komplette Führungsriege ausgetauscht.

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Heute macht Weleda mit der Naturkosmetik wieder Gewinn: 2019 konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 4,1 Prozent von 412,3 Millionen Euro auf 429,3 Millionen Euro steigern. Im selben Jahr eröffnete das Label vier City Spas für Massagen und Gesichtsbehandlungen in den Niederlanden, im Januar 2020 folgte das erste deutsche Spa im noblen Hamburger Elbvorort Blankenese.

Naturkosmetik boomt, Weleda-Arzneimittel machen Minus

Während der Verkauf von Naturkosmetik Weleda 2019 ein dickes Plus bescherte, ging der Umsatz bei den Arzneimitteln mit rund 102 Millionen Euro um 2,3 Prozent zurück. Weleda stellt anthroposophische Präparate her. Rudolf Steiner, der 1921 mit der Ärztin Ita Wegmann und dem Chemiker Oskar Schmiedel das Label ins Leben rief, war Begründer der Anthroposophie. Laut dem Bund deutscher Heilpraktiker versteht man darunter eine „umfassende, spirituell geprägte Betrachtung der Welt“, die den Menschen „in seiner Beziehung zum Übersinnlichen“ betrachtet.

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Weleda setzt bei der Herstellung seiner Arzneimittel nach eigenen Angaben neben modernen technischen Verfahren auch „rhythmische Prozesse“ ein. Dieser spirituelle Ansatz hat viele Fans, aber auch Kritiker. Laut einem Bericht von Apotheken.de sei die anthroposophische Medizin bisher kaum wissenschaftlich untersucht worden. Einzig für den zur Krebsbehandlung eingesetzten Mistelextrakt von Weleda gäbe es Studien – die Ergebnisse seien allerdings so uneinheitlich, dass eine abschließende Bewertung nicht möglich sei.