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Nachgefragt!

Was bewirken Adaptogene in der Hautpflege?

Frau cremt sich ein
Adaptogene in der Hautpflege – noch nie gehört? STYLEBOOK erklärt, was sich dahinter verbirgt Foto: Getty Images

Gestresste, stumpfe Haut? Dann könnten Adaptogene die Lösung sein. Obwohl die Zusätze schon seit Jahrhunderten in der chinesischen und ayurvedischen Medizin verwendet werden, sind sie erst jetzt in der Kosmetikindustrie angekommen und werden aktuell als antioxidativer Wirkstoff gefeiert, der das Hautbild erstrahlen lässt. Was ist dran?

Adaptogene (aus dem engl. to adapt: sich anpassen) sind biologisch aktive Pflanzenstoffe wie Kräuter, Wurzeln und Pilze, die unser Immunsystem stärken, unsere Belastbarkeit sowie unsere geistige und körperliche Leistung erhöhen sollen. Sie werden so bezeichnet, weil sie Körper und Geist dabei unterstützen, sich Stresssituationen besser anzupassen und widerstandsfähiger zu sein. Diese positiven Eigenschaften können auch für die Haut von Vorteil sein und tauchen dementsprechend in immer mehr Beauty-Produkten auf. Adaptogene in der Hautpflege – STYLEBOOK fragte bei einer Expertin nach.

Wie wirken Adaptogene in der Hautpflege?

„In der Dermatologie sehen wir, dass Stress und äußere Belastungen einen erheblichen negativen Einfluss auf die Gesundheit der Haut haben können“, weiß Frau Dr. Derendorf. So können Entzündungen in der Haut verstärkt, die Wundheilung gestört und vorzeitige Hautalterung ausgelöst werden. In Hautpflegeroutinen werden Adaptogene vor allem als Antioxidantien geschätzt und in Gesichtswasser/Toner eingesetzt. „Ziel ist es, die Hautbarriere zu regulieren, wieder ins Gleichgewicht zu bringen und ihre Widerstandsfähigkeit positiv zu beeinflussen“, so die Dermatologin.

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Verschiedene Adaptogene im Check

Es gibt eine Reihe von Studien, die belegen, dass Adaptogene Stresssymptome lindern und die Widerstandsfähigkeit in Stresssituationen verbessern können. Vor allem als Wirkstoff in der Hautpflege ist jedoch noch weitere Forschung erforderlich: Noch sei unklar, „ob Adaptogene als Pflegewirkstoff eine höhere Wirkung haben als andere Antioxidantien“, so Dr. Derendorf.

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Indische Stachelbeere – Feuchtigkeitsversorgung

Die indische Stachelbeere, auch Amla genannt, ist eine sehr Vitamin-C-reiche Frucht mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Als natürliches Antioxidans kann sie die Kollagenproduktion Haut ankurbeln und spendet reichlich Feuchtigkeit für einen schönen Teint.

Ashwagandha – aufhellend

Auch bekannt als „indischer Ginseng“ oder „indische Winterkirsche“ hat Ashwagandha antimikrobielle, antioxidative, hautaufhellende und feuchtigkeitsbindende Eigenschaften. Es kann zudem helfen, stressbedingte Akneausbrüche zu reduzieren.

Rhodiola rosea – bei vorzeitiger Hautalterung

Es unterstützt die Produktion von neuem Kollagen und Elastin und beugt so vorzeitiger Hautalterung vor. Ebenso soll es dabei helfen, stressbedingte Schübe von entzündlichen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und atopischer Dermatitis zu minimieren.

Sibirischer Ginseng – zum Schutz der Haut

Die auch als „Eleuthero“ bezeichnete Pflanze hat antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften und sorgt für zusätzlichen Schutz und Ausgeglichenheit der Haut.

Tulsi – entzündungshemmend gegen Akne

Tulsi, auch bekannt als „heiliges Basilikum“, hat ausgeprägte antibakterielle, antivirale, antioxidative, stressreduzierende und antimikrobielle Eigenschaften, die vor allem in Aknepräparaten eingesetzt werden. Die enthaltene Linolensäure wirkt entzündungshemmend und kann Juckreiz lindern.

Goji-Beere – Hautgesundheit

Das Öl der Goji-Samen kann die Hautbarriere verbessern und Feuchtigkeitsverluste verhindern. Ebenso kann die vitaminreiche Frucht die Kollagenbildung stimulieren, die Lebensfähigkeit der Zellen fördern und die Wundheilung unterstützen.

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Adaptogene in der Hautpflege – gibt es Risiken?

„Wie bei vielen topischen bzw. äußerlich angewendeten Produkten besteht ein gewisses Risiko von Reizungen oder Kontaktdermatitis“, so die Dermatologin. „Obwohl die meisten Adaptogene bei der Hautpflege völlig unbedenklich sind, sollten Sie vor der Anwendung unbedingt das Etikett des Produkts lesen und – wenn möglich – einen Hautarzt konsultieren. Dies gilt vor allem, wenn sie gesundheitliche Probleme haben oder verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen, um Wechselwirkungen auszuschließen.“

Mit fachlicher Beratung von Frau Dr. Derendorf und Frau Dr. Michaelis, Fachärztinnen für Dermatologie und Venerologie. Praxis Dermatologie am St. Anna Platz in München

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