Morgan Mikenas im Interview

Was wurde aus der Bloggerin, die sich zwei Jahre nicht rasierte?

Vor knapp zwei Jahren sorgte die bis dahin völlig unbekannte US-Fitness-Bloggerin Morgan Mikenas mit einem Foto für Wirbel, das sie mit behaarten Beinen zeigte. Zwei Jahre habe sie sich nicht rasiert, kommentierte sie damals selbst ihr Instagram-Posting. Frauen mit wucherndem Körperhaar – bis heute ein Thema, an dem sich die (ästhetischen) Geister scheiden. Was sie damals motivierte und wie es der Bloggerin seitdem ergangen ist? STYLEBOOK hat nachgefragt.

„Ich wollte in diesem Moment alle Welt spüren lassen, wie schön ich mich fühle“, erinnert sich Morgan selbst an die Zeit vor zwei Jahren. „Die Motivation hinter dem ersten Foto, das mich lächelnd mit unrasierten Beinen zeigte, war, mich selbst der Welt mitzuteilen. Nicht zuzulassen, dass mich irgendwelche inneren Ängste – was denken die Leute von mir? – zurückhalten.“ Auf die Welle, die ihr Posting nach sich zog, sei sie allerdings nicht vorbereitet gewesen: „Das war überwältigend! Letztendlich habe ich die Aufmerksamkeit als Möglichkeit genutzt, selbst daran zu wachsen. Und mich selbst immer wieder herauszufordern, ohne Verurteilungen zu leben.“

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Rasierte Beine als gesellschaftliche Norm

Seit vier Jahren ist Morgan in einer festen Beziehung, Freund Connor ist ihr größter Fan. Er war es auch, der Morgan ermutigte, keine Hand mehr an ihre Körperbehaarung zu legen: „Als ich ihm vor einigen Jahren erzählte, wie unwohl ich mich dabei fühlte, mir die Körperhaare zu entfernen, forderte er mich heraus: ,Ok, warum tust du es dann überhaupt?’“, erinnert sich die Bloggerin. In der Folge sei ihr bewusst geworden, dass sie eigentlich nur wegen gesellschaftlicher Normen zum Rasierer gegriffen habe und nicht, weil sie selbst es so wollte.

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Before I met @connorseetoneeveland , I was lost in many ways. I found myself getting in trouble all of the time because of poor choices. I used to lay in the darkness of my room for hours, crying, believing that I was a problem that could not be fixed.. Wallowing in my own sadness/ self-pity, blaming everything but myself for the way I was feeling.. ⏭Not realizing that if I wanted things to change/get better that I, and only I, had to be the one to pick myself up.💯That I had to take responsibility for myself and my choices. Only I could get myself out of the holes that I dug for myself.🌚 Once we were in a relationship together, Connor saw the destructive behavior cycles I was stuck in, and let me know that it was not healthy for my being to keep digging myself deeper into holes of self induced self hate.🌑So I was forced to own up, and look at myself honestly. I finally said, “ I am done feeling bad about myself, my body, my life, my past, and things out of my control.” 💫 Since that time I have been actively pursuing being more mindful of our choice, and how our choices effect the ones we love.💗Learning how to love myself fully, and taking ownership for the way I feel so that I can cultivate a better life for myself and in turn, create a more fulfilling life for everyone and everything around me. Connor played such pivotal role in helping nurture myself into the person I am today. We met at such a turning point when I could’ve easily kept spiraling downward. The time that he entered my life was one of the biggest blessings. I am so thankful for this human and his ability to nurture others towards their own personal power, wisdom, and love. Thank you💝🤗❤️ #iloveyou #namaste #gratitude #storytime #word #beherenow #healing #lifeisbeautiful

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Body Positivity als „Safe Place“

Innere Stärke, Liebe, ein Leben im Hier und Jetzt – Morgan Mikenas liebt Kunst, Spiritualität und den Einklang mit der Natur und lässt ihre fast 97.000 Follower (Stand 23.01.19) gerne daran teilhaben. Ihre Botschaft passt dabei perfekt in eine Zeit, in der „Body Positivity“ in aller Munde ist, Instagram wird überflutet von Profilen, in denen sich Menschen ganz bewusst mit ihren „Makeln“ zeigen und andere dazu ermutigen, zu sich selbst zu stehen und keinem Ideal nachzueifern. „Eigentlich wollen wir doch alle einfach nur so akzeptiert werden, wie wir sind“, bekräftigt Morgan ihr Lebensmotto im STYLEBOOK-Interview. In diesem Zusammenhang habe die Body-Positivity-Bewegung einen sicheren Ort geschaffen, an dem Menschen zusammenkommen und sich gegenseitig in ihrer Einzigartigkeit bestärken können.

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Hat sich Morgan seitdem rasiert?

Aktuell arbeitet Morgan an ihrem ersten Klavier-Soloalbum, das im April 2019 veröffentlicht werden soll – für Morgan ein echtes Herzensprojekt: „Das Klavierspielen war immer Mittel für mich, mich selbst zu heilen und Selbstvertrauen zu finden“, erzählt sie. Jetzt hoffe sie, dass ihre Botschaft von den anderen angenommen wird. Bei aller Entwicklung und Veränderung in ihrem Leben – einer Sache ist die Bloggerin treu geblieben: „Ich habe mich auch seitdem nie wieder rasiert.“