Schritt für Schritt

Mund-Nase-Maske selbst machen – Anleitungen mit und ohne Nähen

Mundschutz selber nähen: Anleitung
Fotoredakteurin Julie Huehnken von „Fabulous Collective“ hat für uns die DIY-Maske genäht und zeigt Schritt für Schritt, wie's geht!
Foto: Fabulous Collective

In Zeiten von Corona sieht man Atemschutzmasken längst nicht mehr nur bei Klinikpersonal, der Mundschutz ist längst auch im Alltag angekommen. Kein Wunder, sind Experten doch der Meinung, dass es durchaus sinnvoll ist, eine solche Maske zu tragen, wenn man sich außerhalb der eigenen vier Wände bewegt – ganz einfach, um das Infektionsrisiko für andere zu minimieren. Dabei sollte aber auf keinen Fall zu medizinischen Schutzmasken gegriffen werden, die DIY-Variante reicht vollkommen aus. STYLEBOOK erklärt, wie Sie sich in wenigen Schritten Ihre eigene Mund-Nase-Maske nähen können – im Video und mit einer Foto-Anleitung. Und: Für alle die keine Nähmaschine zu Hause haben, zeigen wir auch Masken-Tutorials ganz ohne Nadelstiche!

Näh-Anleitung im Video

Näh-Anleitung mit Fotos

Alles, was man für die selbstgenähte Maske braucht, sind Näh-Basics wie eine Stoffschere, Stecknadeln, Garn und eine Nähmaschine sowie ein Bügeleisen und natürlich Stoffreste. Die Kombi aus Jersey und reinen Baumwollstoffen eignet sich dabei besonders gut – also gerne auch das alte T-Shirt oder den Einkaufsbeutel zerschneiden und upcyclen! Wichtig ist nur, dass man durch den Stoff hindurch gut atmen und ihn bei hohen Temperaturen (mindestens 60 Grad) waschen kann. Wer die Kanten der Maske zusätzlich verstärken will, braucht auch noch etwas Draht. Mundschutz selber nähen – STYLEBOOK zeigt die Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Mundschütz Näh-Zutaten

Die „Zutaten“ für die Maske hat jede Hobbynäherin zu Hause
Foto: Fabulous Collective

Step 1: Der Zuschnitt

Für das Mundstück muss ein Rechteck mit den Maßen 17×34 Zentimeter zugeschnitten werden.

DIY-Mundschutz

Das Rechteck bildet das Herzstück der selbst genähten Atem-Maske
Foto: Fabulous Collective

Für den oberen und unteren Maskenrand werden außerdem noch zwei 4×17 Zentimeter breite Stoffstreifen benötigt.

Für das Bindeband kommen noch zwei Stoffstreifen mit den Maßen 4×90 Zentimeter hinzu.

Tipp: Am einfachsten ist es, fertiges Schrägband (2 cm Breite) für die Bindebänder zu benutzen. Das lässt sich leichter annähen als beispielsweise Jersey. Der T-Shirt-Stoff hat allerdings den Vorteil, dass er schön weich ist und daher bei der DIY-Maske für den größtmöglichen Tragekomfort sorgt und zudem auch nicht  ausfranst. Das Einfassen der Seiten ist mit Jersey-Streifen aber eher was für Profis.

Köperband

Fertiges Köperband macht das Einfassen am Ende umso leichter
Foto: Fabulous Collective

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Step 2: Das Mundstück nähen

Das 17×34 Zentimeter große Mundstück muss zunächst zur Hälfte gefaltet und umgebügelt werden – so, dass man danach ein doppelt gelegtes Quadrat der Größe 17×17 Zentimeter hat.

Mundschutz nähen

Im ersten Schritt wird das Rechteck gefaltet
Foto: Fabulous Collective

Das Ganze wird anschließend in drei 1-1,2 Zentimeter tiefe Falten gelegt, soll heißen: Es werden in einem ersten Schritt 2,5 Zentimeter vom Rand abgemessen, die dann der Länge nach umgebügelt werden. Von dieser neuen Bügelkante aus werden wiederum 1,2 Zentimeter für die erste Falte abgemessen, dieses Mal aber in die andere Richtung umgebügelt.

Die Faltentiefe sollte 1-1,2 Zentimeter betragen
Foto: Fabulous Collective

Dann werden von der neuen Bügelkante aus 3,7 Zentimeter (also 2,5 Zentimeter + 1,2 Zentimeter Faltentiefe) abgemessen und in die gleiche Richtung umgebügelt wie das erste Mal. Dann wieder 1,2 Zentimeter für die neue Falte umschlagen und umbügeln, dann wieder 3,7 Zentimeter usw. – so lange, bis die gesamte Fläche in gleichmäßige Falten gelegt ist. Am Ende sollten dann drei Falten mit einem Abstand von 2,5 Zentimetern zu sehen sein. Um das Ganze zu festigen, können die Falten an den Außenkanten noch festgenäht oder mit Nadeln fixiert werden.

Mundschutz nähen

Am Ende sind drei Falten auf dem Mundschutz zu sehen
Foto: Fabulous Collective

Step 3: Das Mundstück einfassen

Jetzt müssen die Ränder des Mundstücks noch eingefasst und optional mit Draht verstärkt werden. Dazu einfach die Stoffstreifen der Länge nach umbügeln, sodass sie danach doppelt gelegt und nur noch einen Zentimeter breit sind. Bei Körperband entfällt dieser Schritt.

Jetzt werden die Seiten eingefasst und der Draht zwischen Band und Stoff gelegt
Foto: Fabulous Collective

Die kürzeren Streifen müssen parallel zu den Falten an das Mundstück genäht werden – das Band sollte den Mundstück-Rand dabei umschließen. Wer will, kann dazwischen den Draht positionieren, das ist aber – wie bereits gesagt – nicht zwingend notwendig.

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Die Streifen werden am besten mit Nadeln festgesteckt und anschließend festgenäht – die Nadeln aber immer vorher rausziehen, bevor darüber genäht wird!

Mundschutz nähen

Feststecken hilft, damit nichts verrutscht
Foto: Fabulous Collective

Step 4: Die Bindebänder der Maske

Das gleiche Spiel ist es mit den langen Bindebändern: Auf die Hälfte umbügeln, die Seitenränder des Mundstücks umschließen, feststecken und festnähen – erstmal nur den Mundstück-Teil, danach die Längen. Beim Schrägband entfällt wieder der Bügel-Step.

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Das Schrägband wird festgenäht
Foto: Fabulous Collective

Tipp: Die Mitte des Bandes und die Mitte des Mundstücks mit einer Nadel markieren und die Nadeln dann genau aufeinander legen – so ist das Bindeband am Ende an beiden Seiten gleich lang.

Damit nichts ausfranst, sollten die Schrägband-Enden umgeklappt werden
Foto: Fabulous Collective

Wenn das erledigt ist, ist der DIY-Mundschutz auch schon einsatzbereit!

Mundschutz

Tada: Ein stylischer und funktionaler Mundschutz – ganz einfach selbstgemacht!
Foto: Fabulous Collective

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Anleitung ohne Nähen

Wer keine Nähmaschine hat, muss sich nicht zwingend teure Masken kaufen. Es gibt auch zahlreiche DIY-Tutorials, die ganz ohne Nadelstiche funktionieren und für die es als „Zutaten“ nur einige Heimtextilien braucht.

Mit einem Tuch und Haargummis:

Aus einem T-Shirt-Ärmel:

Aus einer Socke:

Maske richtig waschen und trocknen

Eine Dauerlösung sind die nicht genähten Varianten zwar eher nicht, für einen kurzen Einkauf oder eine Bahnfahrt reichen sie aber vollkommen aus. Wichtig ist nur, dass sie nach jedem Tragen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden, weil sie durch den Atem durchnässt werden und so weniger schützend sind als frisch gewaschen. Und auch in den Trockner kann man sie geben. Bei gekauften Masken zudem immer die Waschanweisungen auf dem Etikett beachten und chirurgische ohnehin nach einmaligen Tragen sofort entsorgen.